„One Battle After Another“ schlägt „Blood & Sinners“ – Zweites Deutsches Fernsehen/Arte-Doku ausgezeichnet | ABC-Z

Bei den Oscars hat am Sonntagabend „One Battle After Another“ den Mitfavoriten „Blood & Sinners“ ausgestochen. In insgesamt sechs Kategorien gewann der für 13 Preise nominierte Politthriller von Kult-Regisseur Paul Thomas Anderson einen Oscar. „One Battle After Another“ mit dem leer ausgegangenen Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle erzählt von militanten linken Aktivisten in den USA. Regisseur Anderson wurde damit nach etlichen Nominierungen erstmals selbst ausgezeichnet – sowohl als bester Regisseur als auch für das beste adaptierte Drehbuch.
„Blood & Sinners“ – das Südstaatendrama von Regisseur Ryan Coogler hatte 16 Nominierungen, so viele wie kein anderer Film in der Geschichte der Oscars. Der Film gewann schließlich fünf Auszeichnungen, etwa für das beste Originaldrehbuch, die beste Filmmusik und den besten Hauptdarsteller Michael B. Jordan. Jordan spielt in „Blood & Sinners“ eine Doppelrolle als Zwillingspaar. Er setzte sich unter anderem gegen Leonardo DiCaprio sowie Hollywoodstar Timothée Chalamet durch, der für seine Rolle als Tischtennisspieler in „Marty Supreme“ nominiert war.
Oscars 2026: Jessie Buckley gewinnt für „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin
Die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley – sie spielt im Drama „Hamnet“ die Frau des Dichters William Shakespeare, die um ihren Sohn trauert. Buckley ist damit die erste Irin, die den Oscar erhält. Sie widmete die Auszeichnung dem „wunderschönen Chaos im Herzen einer Mutter“ und nannte sie „die größte Ehre“.

„One Battle After Another“-Regisseur Paul Thomas Anderson (Mitte mit Oscar) umgeben vom Cast und Produktionsmitgliedern auf der Oscar-Bühne.
© AFP | PATRICK T. FALLON
Hollywoodstar Sean Penn gewann den Oscar als bester Nebendarsteller für „One Battle After Another“, war selbst aber nicht anwesend. Der 65-Jährige gewann damit nach „Mystic River“ und „Milk“ seinen dritten Oscar. Als beste Nebendarstellerin wurde die US-Amerikanerin Amy Madigan für den Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ ausgezeichnet.

Deutsche Oscar-Beteiligung: ZDF/Arte-Koproduktion gewinnt besten Dokumentarfilm
Das norwegische Drama „Sentimental Value“ von Regisseur Joachim Trier wurde als bester internationaler Film prämiert. Der Film, der auch aus Deutschland mitproduziert wurde, erzählt vom komplizierten Verhältnis eines Vaters zu seinen Töchtern. Der deutsche Beitrag „In die Sonne schauen“ hatte es in diesem Jahr nicht in die Endrunde geschafft.
Auch die Deutschen Michael Ralla und Guido Wolter gingen bei der 98. Oscarverleihung leer aus. Sie waren mit einem Team für die visuellen Effekte von „Blood & Sinners“ nominiert. In dieser Kategorie gewann allerdings der Fantasyfilm „Avatar: Fire and Ash“.
Wer den besten Dokumentarfilm des Jahres (laut Oscar-Verleihung) sehen will, kann ihn einfach in der Arte-Mediathek schauen.
In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ hat bei den Oscars eine deutsche Koproduktion gewonnen. „Ein Nobody gegen Putin“, der Film des amerikanischen, in Kopenhagen lebenden Regisseurs David Borenstein und des russischen Videofilmers Pawel Talankin ist eine Koproduktion von Dänemarks öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt DR, der BBC aus dem Vereinigten Königreich sowie ZDF und Arte. Der Film ist in der Arte-Mediathek zu sehen, aber auch auf Youtube. Der Film dokumentiert das Leben von Talankin, der Lehrer an einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch ist. Als er mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine den Auftrag bekommt, patriotische Veranstaltungen zu organisieren und zu dokumentieren, wachsen in ihm die Zweifel an Russlands politischem System.

Moderator Conan O’Brien macht Peniswitz und Epstein-Anspielung
Moderator Conan O’Brien führte durch die mehr als dreistündige Show. Zum Auftakt scherzte er über Künstliche Intelligenz – er werde der letzte menschliche Gastgeber der Academy Awards sein – und spielte ironisch auf die politische Lage und mit einem Seitenhieb auch auf US-Präsident Donald Trump an. Auch den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein griff er auf.
O’Brien sagte im Laufe der Gala: „Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater. Mal sehen, ob er da seinen Namen davorsetzt.“ O‘Brien spielte damit offenbar auf die umstrittene Umbenennung des „Kennedy Center“, eines der wichtigsten Kulturzentren der USA, in „Trump Kennedy Center“ an. Die Verleihung fand im Dolby Theatre in Hollywood statt.

Moderator Conan O’Brien erscheint während der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles.
© Chris Pizzello/Invision/AP/dpa | Chris Pizzello
Lustig machte er sich über Schauspieler Chalamet. Die Sicherheitsvorkehrungen seien extrem streng, sagte O’Brien. „Mir wurde gesagt, dass es Bedenken hinsichtlich Angriffen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt gibt.“ Chalamet hatte neulich gesagt, niemand interessiere sich mehr für Oper und Ballett.

Barbra Streisand bewegt mit Hymne für verstorbenen Robert Redford
Barbra Streisand erinnerte mit einem bewegenden Auftritt an ihren früheren Filmpartner Robert Redford. Sie lobte ihn als brillanten Schauspieler und Mann mit Rückgrat. Sie vermisse ihn sehr, sagte die 83-Jährige, die einen Ausschnitt des Titelsongs aus ihrem gemeinsamen Film „So wie wir waren“ sang.
Während der Verleihung wurde auch an andere verstorbene Filmschaffende erinnert, darunter Schauspielerin Diane Keaton und Regisseur Rob Reiner („Harry und Sally“), der gemeinsam mit seiner Frau getötet worden war – unter Mordverdacht steht der Sohn des Paares.

Erster Oscar für das beste Casting geht an „One Battle After Another“
Erstmals ging der Oscar für die beste Kameraführung an eine Frau: Die US-Amerikanerin Autumn Durald Arkapaw wurde für „Blood & Sinners“ ausgezeichnet. Die US-Filmakademie sprach von einem historischen Erfolg. Zum ersten Mal wurde auch ein Oscar für das beste Casting vergeben, der an Cassandra Kulukundis für „One Battle After Another“ ging.
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Ungewöhnlich war, dass es in einer Kategorie einen Gleichstand gab, was nach Angaben der Akademie erst siebenmal passierte: Der Oscar für den besten Kurzfilm ging daher an „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“.
Die Oscars für den besten Animationsfilm und den besten Filmsong gingen an „KPop Demon Hunters“ über eine Girlgroup. Das Drama „Frankenstein“ von Regisseur Guillermo del Toro gewann drei Oscars für Kostümdesign, Maske und Szenenbild.
os/dpa





















