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Berliner Produzent im Oscar-Rennen – Verleihung ist Sonntagnacht | ABC-Z

Berlin – Wenn in der Nacht von Sonntag zu Montag in Los Angeles die Oscars verliehen werden, heißt es Daumen drücken – für Berlin! Denn die Kreuzberger Produktionsfirma Komplizen Film hat einen der heißesten Anwärter mitproduziert. Das Familiendrama „Sentimental Value“ ist gleich neunmal nominiert. Nur „Blood & Sinners“ mit 16 und „One Battle After Another“ mit 13 Nominierungen stehen noch höher im Kurs.

Mit „Toni Erdmann“ bei den Oscars gewesen

„Wir waren alle unglaublich überwältigt, als die Nominierungen rauskamen“, freut sich Jonas Dornbach (48), Produzent und Geschäftsführer von Komplizen Film, der mit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ gerade die Marke von einer Million Besucher knackte. Wir treffen ihn einen Tag vorm Abflug nach L.A. in seinem Büro. Dort steht bereits ein kleiner Gimmick-Oscar. Ein Trost-Preis, weil „Toni Erdmann“ 2017 bei den Oscars leer ausging. Für Dornbach war es damals das erste Mal, dass er an der Zeremonie teilnahm.

Stellan Skarsgård und Elle Fanning in „Sentimental Value“
Stellan Skarsgård und Elle Fanning in „Sentimental Value“ Foto: Kasper Tuxen Andersen/Plaion Pic

Jetzt geht es wieder für ihn hin – im neuen Smoking und mit einer Geschenkeliste für seinen Sohn. Die Aufregung ist noch größer, wenn der Titel „Sentimental Value“ für so wichtige Kategorien wie „Beste Regie“ (Joachim Trier), „Beste Hauptdarstellerin“ (Renate Reinsve), „Beste Nebenrolle“ (Stellan Skarsgård) und sogar „Bester Film“ aufgerufen wird. Aussichtsreichste Sparte dürfte aber erneut „Bester internationaler Film“ sein.

Wer dürfte diesen Oscar dann mit nach Hause nehmen? „Letztendlich die Produzentin Maria Ekerhovd, weil der Film für Norwegen ins Rennen geht. Er würde also nicht hier in Berlin stehen“, so Dornbach. Wie schade, aber so sind nun mal die Regularien, auch wenn mehrere Länder beteiligt sind. Im Rennen um den „Ausland“-Oscar ist mit dem brasilianischen Thriller „The Secret Agent“ noch ein weiterer Film, bei dem eine Berliner Produktionsfirma mitmischte. Dornbach kennt die Chefs von One Two Films aus Schöneberg: „Mit denen teilen wir uns wahrscheinlich eine Limousine zu den Oscars.“

Wagner Mour in „The Secret Agent“ - auch eine Berliner Koproduktion
Wagner Mour in „The Secret Agent“ – auch eine Berliner Koproduktion Foto: Verleih

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Dienstag geht’s dann zurück nach Berlin, wo schon die nächsten Projekte warten: Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“ muss bis Cannes fertig werden. Maria Schrader sitzt schon an „Arbeit und Struktur“, und auch Maren Ade, Mitbegründerin von Komplizen Film, hat zehn Jahre nach „Toni Erdmann“ wieder Lust auf Regie. „Zauberwort“ soll der Film heißen – mehr darf Dornbach nicht verraten.

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