Berlin

Polizei prüft linksextremen Hintergrund nach Anschlag auf Asphaltwerk | ABC-Z

Wandlitz – Nach dem Feuer in einem Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin mit einem Millionenschaden ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Auch eine politisch motivierte Brandstiftung wird geprüft. Das sagte ein Sprecher des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur.

Bekennerschreiben auf Indymedia aufgetaucht

Im Fokus steht ein auf der Plattform Indymedia veröffentlichtes Bekennerschreiben. Darin bezichtigt sich eine offensichtlich linksextremistische Gruppe der Tat. Zuvor hatte der RBB darüber berichtet. Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) sprach von einem „Brandanschlag“ und schrieb ihn Linksextremisten zu.

Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch in der Anlage im Stadtteil Schönerlinde am Autobahndreieck Pankow ausgebrochen. Seitdem steht das Werk still.

„Ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert“

In dem Schreiben heißt es, man habe das Asphaltmischwerk „erheblich beschädigt und vorübergehend stillgelegt“ – ausgerechnet in der Nacht auf den 11. März, 15 Jahre nach der Erdbeben-Katastrophe von Fukushima. Der Betreiber sei ein „Atomprofiteur“.

Wörtlich heißt es: „Dazu wurden an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert.“

Innenminister spricht von verabscheuungswürdigem Angriff von Linksextremisten

„Den Brandanschlag in Wandlitz verurteile ich auf das Schärfste“, erklärte Innenminister Wilke. Wer unter dem Deckmantel des Klimaschutzes Unternehmen oder sogar die Stromversorgung angreife, handle „zutiefst verabscheuungswürdig“.

„Die Sicherheitsbehörden arbeiten auf Hochtouren und stehen mit dem betroffenen Unternehmen im engen Kontakt“, so Wilke weiter. Man müsse nun die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abwarten. „Der Staat wird diese anhaltenden Gewalttaten von Linksextremisten niemals dulden und alles tun, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Werk bleibt vorerst außer Betrieb

Wegen starker Rauchentwicklung waren die Orte Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch gewarnt worden. Laut Unternehmenshomepage ist das Asphaltmischwerk vorübergehend außer Betrieb. Ein Termin für den Wiederanlauf steht noch nicht fest.

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Erst Anfang Januar waren bei einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag in Berlin mehrere Starkstromkabel beschädigt worden. 45.000 Haushalte waren tagelang ohne Strom. Auch damals hatte eine linksextremistische „Vulkangruppe“ die Tat für sich reklamiert.

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