Wirtschaft

Transport in Kriegszeiten: Deutsche Reeder bitten um militärisches Geleit für Handelsschiffe | ABC-Z

Wegen der zunehmenden Angriffe auf Schiffe im Persischen
Golf im Rahmen des Kriegs gegen den Iran hat der Verband Deutscher Reeder (VDR) militärischen Begleitschutz
für Handelsfahrende gefordert. In der Meeresenge der Straße von Hormus gebe es “nur
eine einzige Zufahrt und einen einzigen Weg raus aus dem Seegebiet”, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger dem Bayerischen Rundfunk. “Das
gilt es zu schützen, wenn man möchte, dass die Handelsschiffe wieder aus
der Region raus können.” Seit dem Kriegsbeginn ist der wichtige Seeweg vor der iranischen Küste schwierig befahrbar, der Iran drohte mit weiteren Angriffen.

Kröger warnte vor der Gefahr für die
Besatzungen von Handelsschiffen, die die Straße von Hormus durchfuhren. Die Lage sei “ernst bis besorgniserregend”. Derzeit seien rund 30 deutsche Schiffe in der Region unterwegs.
“Beschossen wurden ungefähr 20. Bisher ist nur ein Fall bekannt, wo auch
ein deutsches Schiff tatsächlich Schaden genommen hat”, sagte er. Ein Schiff der deutschen Reederei
Hapag-Lloyd war am Donnerstagmorgen von Splittern getroffen worden und
in Brand geraten. Dem Unternehmen zufolge wurde das Feuer
gelöscht, die Crew sei unversehrt geblieben.

“Deswegen fragen wir die
Bundesregierung, aber auch die internationale Community, dass dieser
Schutz gewährt wird und Fregatten dorthin gelegt werden, damit die
Schiffe auch wirklich rauskommen”, sagte Kröger mit Blick auf die iranischen Angriffe. Die strategisch und ökonomisch wichtige Straße
von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und
Flüssiggastransports verläuft
, ist seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran am 28. Februar de facto gesperrt. Der Iran hat
auch Frachtschiffe in der Meeresenge angegriffen.

Merz sieht keine Notwendigkeit zum Einsatz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht derzeit jedoch keinen
Anlass für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von
Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Er kritisierte bei seinem Besuch in Norwegen dagegen, dass weiterhin
keine Strategie erkennbar sei, wie der Krieg zu Ende gebracht werden solle. “Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen
auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege
nachzudenken”, sagte Merz. “Ich will es noch einmal sehr deutlich sagen:
Deutschland ist nicht Teil dieses Kriegs, und wir wollen es auch nicht
werden.” Alle Bemühungen seien darauf
gerichtet, den Krieg zu beenden.

Auch der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte, es gebe keine Pläne für einen Militäreinsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte eine internationale Mission bei einer Schalte der G-7-Staaten zur Eskortierung von Öltankern und Frachtschiffen
durch Kriegsschiffe vorgeschlagen
. “Die Voraussetzungen dafür sind
derzeit nicht gegeben. Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese
Arbeit muss organisiert werden”, sagte er.

US-Präsident Donald Trump stellte dagegen Begleitschutz der
USA für Schiffe in der Straße von Hormus in Aussicht.
Das könne man tun, falls dies nötig sei, sagt er dem Sender Fox
News. Um den Ölpreisschock zu mildern, hatte Trump einen solchen Einsatz bereits früher vorgeschlagen.

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