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Nachruf: Trauer um die Ebersberger Kreisbäuerin Barbara Kronester – Ebersberg | ABC-Z

Ihrer geradlinigen Herzlichkeit konnte kaum jemand widerstehen: Barbara Kronester gelang es mühelos, Menschen für sich einzunehmen. Sympathisch, bayerisch, locker – so haben viele die zupackende Frau aus Oberpframmern empfunden, die seit 2017 Kreisbäuerin im Landkreis Ebersberg war. Gerade erst vor ein paar Tagen wurde sie in ein weiteres Ehrenamt gewählt, für die CSU wollte sie im Kreistag Politik machen. Doch dazu kommt es nicht mehr: Völlig unerwartet ist Barbara Kronester am Montag im Alter von 62 Jahren gestorben.

„Das ist momentan schwer zu verkraften“, sagt Oberpframmerns Bürgermeister Andreas Lutz, er kannte Barbara Kronester, seit sie vor fast 35 Jahren in den Hof ihres Mannes in Niederpframmern eingeheiratet hatte. Eine tatkräftige, jederzeit hilfsbereite Frau sei die 62-Jährige gewesen, der Mittelpunkt ihrer Familie, im Ort sehr geschätzt – „sie fehlt einfach“, sagt der Bürgermeister. Auch der Bauernverband spricht von einem großen Verlust: „Mit Überzeugung und beispielhaftem Engagement hat sie sich für die Belange unserer Bauernfamilien eingesetzt“, schreibt der Verband.

Barbara Kronester war Landwirtin aus Leidenschaft, sie war auf einem Milchviehbetrieb aufgewachsen und heiratete dann auch in einen ein. Dass die Arbeit nie ausging, daraus machte sie keinen Hehl, aber Grund zum Jammern war das für sie nie. Der SZ erzählte sie einmal von einem Weihnachtsfest, als ihre drei Buben noch klein waren, aber eine Kuh sich ausgerechnet den Heiligabend zum Kalben aussuchte. Das Christkind kam dann eben ein paar Stunden später.

Eigentlich hatte sie ihr Amt abgeben wollen – aber es fand sich keine Nachfolgerin

Obwohl es auf dem Hof genug zu tun gab, engagierte sich Kronester mit Herzblut im Ehrenamt: Nach fünf Jahren als Stellvertreterin wurde sie 2017 zur Kreisbäuerin gewählt. Ihre Versuche, das Amt im Jahr 2022 an eine Nachfolgerin abzugeben, scheiterten – den Frauen im Saal fiel niemand ein, den sie sonst vorschlagen wollten. Also machte Barbara Kronester eben weiter.

Sie war für die anderen Bäuerinnen im Landkreis geschätzte Ansprechpartnerin und Unterstützerin, organisierte Fortbildungsangebote und Vorträge. Wichtig war Barbara Kronester aber auch, Verbraucher über die bäuerliche Landwirtschaft aufzuklären, „dass die Menschen wissen, was wir auf unseren Höfen überhaupt tun“, wie sie selbst es beschrieb. Sie organisierte Hofführungen, lud Schulklassen ein. Ein Anliegen war ihr, das Oberpframmern, das sie so liebte, für die nächsten Generationen zu erhalten. Sie war eine Traditionalistin, aber dennoch aufgeschlossen für Neues: „Man sollte nicht die Asche anbeten, sondern das Feuer weitertragen“, sagte sie einmal.

Eigentlich wollte sie in diesem Jahr doch noch einmal den Versuch unternehmen, das Amt der Kreisbäuerin abzugeben, und dafür etwas Neues ausprobieren: Die CSU hatte sie für eine Kreistagskandidatur gewonnen. Auf Listenplatz 18 trat sie an, wurde gleich fünf Plätze vorgehäufelt. Nun nimmt ihren Platz im Kreistag jemand anders ein.

Barbara Kronester hinterlässt ihren Mann, ihre drei Söhne und fünf Enkelkinder.

Ein Rosenkranz für Barbara Kronester wird an diesem Freitag um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Oberpframmern gebetet. Am Samstag, 14. März, 10.30 Uhr, findet ebenfalls in der Pfarrkirche St. Andreas ein Heiliger Seelengottesdienst statt, die Beerdigung auf dem Pfarrfriedhof schließt sich an.

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