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Winterbesteigung der Alpspitze: Filmreife Rettung – Panorama | ABC-Z

Mitten in … Garmisch-Partenkirchen

Winterbesteigung der Alpspitze, die Sicherungsseile sind von Schnee und Eis verdeckt. Jetzt braucht es volles Vertrauen in Steigeisen und Eispickel. Plötzlich gerät ein Mann ins Rutschen, das könnte tödlich enden. Doch weiter unten wirft sich ihm ein mutiger Alpinist entgegen und stoppt den Fall. Dabei graben sich die Steigeisen in seinen Arm, zwei klaffende Wunden. Der Retter braucht selbst Rettung, ein Helikopter wird gerufen. Ich filme den Schneesturm, den die Rotorblätter entfachen. Der Verletzte spricht mich an, aber ich verstehe kein Wort. Mit der gesunden Hand tippt er auf dem Handy, während sich das Seil der Bergrettung nähert: Es ist sein Instagram-Name, damit ich ihm den Film schicke. Hat er keine anderen Sorgen? Nun, als potenzieller Lebensretter hat man allemal das Recht, die Geschichten, die man noch seinen Enkeln erzählen wird, mit Bildern anzureichern. Felix Hartmann

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Hamburg

8. März, die Sonne scheint, die Temperaturen sind zweistellig. Nach einem unbarmherzigen Winter mit dreifach vereisten Bürgersteigen, Streusalzstreit und überlasteten Notaufnahmen liegt Aufbruch in der Luft. Goodbye Winterstiefel mit Steigeisen-Profil, hello Halbschuhe mit fünf Zentimetern Plateausohle. „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht“, soll Rosa Luxemburg mal gesagt haben: also raus zum feministischen Kampftag. Die Demo zum Frauentag macht gerade Halt auf einer Kreuzung. Man erklimmt einen Bordstein, um besser sehen zu können. Es folgen ein Knacken und dann ein Sturz – leider nicht der des Patriarchats. Der Tag endet mit blutigen Knien und einer Fessel namens Sprunggelenksorthese. Der Mann kommt ans Bett, reicht Tee, süße Waffeln und Ibu 600. Man fühlt sich wie eine Königin. Ulrike Nimz

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Dhaka

Am Flughafen. Schlangen vor den Eingängen und die ewige Frage: Wohin? Ein junger Mann im weißen Hemd lässt sich das Ticket zeigen und führt mich unaufgefordert an allen Wartenden vorbei. Passkontrolle, Sicherheitscheck. Die nächste Schlange ist am Eingang zum Check-in. Wieder lotst mich der Mann an allen vorbei. Die Wartenden schauen genervt. „Müsste ich mich nicht hinten anstellen?“ – „No problem“, sagt der Mann im Hemd und übergeht auch die Schlange vor dem Check-in-Stand. „Warum geht das bei mir so schnell?!“ –„Sie sind ein besonderer Gast.“ – „Stimmt doch gar nicht.“ Wenig später füllt der Vordrängler im Hemd noch meine Ausreisekarte aus. Dann stellt er sich als Ibrahim vom Meet&Greet-Service vor. Er kassiert 500 Taka, 3,40 Euro – beziehungsweise 1000 Taka, weil er nicht rausgeben kann. Selten so gewöhnlich gefühlt. Thomas Hahn

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