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NY Club München: Queerer Kultclub feiert 44 Jahre und passt sich neuem Ausgehverhalten an | ABC-Z

Angefangen hat alles im legendären Mrs. Henderson. Die Eheleute Heinz und Anni Neumann betrieben die Bar in der Rumfordstraße. Nicht nur Freddie Mercury, sondern die gesamte Schwulenszene liebte sie und veranstaltete dort regelmäßig Motto-Partys. Besonders beliebt war das Motto New York. 1982 eröffneten die Neumanns mit dem NY Club den ersten Gay-Club Münchens, zunächst in der Müllerstraße. Später zogen sie in die Thalkirchner und dann in der Sonnenstraße.

Anni Neumann hat in München queere Geschichte geschrieben. Hier mit ihrem Barkeeper im Jahr 1983.
© Forum Queeres Archiv München
Anni Neumann hat in München queere Geschichte geschrieben. Hier mit ihrem Barkeeper im Jahr 1983.

von Forum Queeres Archiv München

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Gegen Ende der 80er Jahre machte unter anderem Peter Gauweiler (CSU) Schwulen das Leben schwer. Der NY Club wurde zu einem wichtigen Schutzraum für die Szene – und ist es bis heute. Seit 1992 arbeitet der Club eng mit der Münchner Aidshilfe zusammen.

Subkulturen müssen zusammenhalten

Ken Koch war von Anfang an dabei und stets Ideengeber für die Ausrichtung des Clubs. Er hatte in New York das DJ-Handwerk gelernt und den Disco-Vibe auch nach München gebracht. 2005 übernimmt er die Leitung des NY Clubs. Weil Subkulturen zusammenhalten müssen, gibt es bald auch regelmäßig Abende von lesbischen Veranstaltern.

Auch zum Einjährigen gab es im NY Club ein rauschendes Fest.
Auch zum Einjährigen gab es im NY Club ein rauschendes Fest.
© ho
Auch zum Einjährigen gab es im NY Club ein rauschendes Fest.

von ho

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Als in dem Haus in der Sonnenstraße ein Hotel geplant wird, zieht der Club 2017 in den Elisenhof am Hauptbahnhof. 2024 übergibt Koch die Leitung an das Ehepaar Markus und Maximilian Wittig. In diesem Jahr feiern sie das 44. Jubiläum des NY Clubs, der nur einer von wenigen dieser Art in ganz Deutschland ist. “Aber wir sind ‘hetero friendly’,” betont Markus Wittig, willkommen sind alle Menschen, die gerne feiern.

Markus Wittig heizt seinem Publikum auch gerne selbst im NY Club ein.
Markus Wittig heizt seinem Publikum auch gerne selbst im NY Club ein.
© Janez Rotman
Markus Wittig heizt seinem Publikum auch gerne selbst im NY Club ein.

von Janez Rotman

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Legendär ist der Luxuspop-Freitag, monatlich finden dort auch Mottopartys statt mit Themen wie “Casino” oder “Spring Break”. Das Programm am Samstag ist abwechslungsreicher. Regelmäßig legen dann queere DJs auf. Das Publikum ist gemischt. Viele ältere Stammgäste kommen, aber auch immer mehr Junge.

Das Ausgehverhalten hat sich verändert

Grundsätzlich habe sich das Ausgehverhalten auch in der queeren Szene verändert. “Wir merken, dass diejenigen, die in der Pandemiesituation volljährig geworden sind, das Feiern nicht gelernt haben”, erzählen die Wittigs der AZ. Diese Generation fehle. Man müsse sie inhaltlich anders ansprechen. “Einfach aufsperren reicht nicht. Sie wünschen sich auch einen Blick hinter die Kulissen.” Das ältere Publikum komme noch, gehe aber nicht mehr so oft feiern wie früher.

Schwarz, bunt, modern: der heutige NY Club.
Schwarz, bunt, modern: der heutige NY Club.
© NY Club
Schwarz, bunt, modern: der heutige NY Club.

von NY Club

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Deshalb ist das Paar gerade dabei, das Konzept unter der Woche anzupassen. Markus und Maximilian können sich Zwischennutzungen vorstellen. Lesungen, Konzerte, Drag-Shows, Livemusik oder Podiumsdiskussionen habe es bereits gegeben, sie seien sehr gut angekommen.

Aber jetzt ist erst mal Geburtstag feiern angesagt. Die große Jubiläumsparty steigt diesen Freitag und Samstag.

NY Club, Elisenstr. 3

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