Wirtschaft

Kommentar: Deutsche Marine in der Straße von Hormus | ABC-Z

Hat Donald Trump als Feldherr einen ähnlichen Fehler gemacht wie Wladimir Putin? Der hatte geglaubt, er könnte seine Kriegsziele in der Ukraine, an erster Stelle die Beseitigung der Regierung in Kiew, in wenigen Tagen erreichen. Auch im Weißen Haus scheint man überrascht zu sein, dass das Mullah-Regime immer noch nicht kollabiert ist, sondern die Lage im Land unter Kontrolle hat und weiter mit Raketen um sich schießt.

Trump behauptet, Iran habe keine Luftwaffe und keine Marine mehr. Offenkundig verfügt Teheran aber noch über genügend militärische Mittel, um die Straße von Hormus zu blockieren mit all den wirtschaftlichen und politischen Folgen, die das für die ganze Welt hat.

Hat Trump nicht mit der Blockade gerechnet?

Die mächtigste Militärmacht auf dem Planeten dagegen ist bisher nicht in der Lage, diese Blockade zu beseitigen. Hielt Washington es nicht für möglich, dass die Iraner ihre Drohung, im Kriegsfall Schiffe in der Meerenge zu beschießen und zu versenken, in die Tat umsetzen könnten?

Nun aber ist die Not so groß, dass die G-7-Staaten, zu denen die USA gehören, eine Eskortierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus beschlossen haben – allerdings nicht sofort, was nötig wäre, sondern erst „wenn die Sicherheitsbedingungen es erlauben“. Wann das sein wird, weiß derzeit niemand. Es hängt unter anderem davon ab, wann Trump behauptet, seine wechselnden Kriegsziele erreicht zu haben. Erst einmal aber fordert er die zivilen Kapitäne auf, „ein bisschen Mumm“ zu beweisen.

Wahr ist, dass eine Mission, bei der mehrere Marinen zusammenwirken müssen, Vorbereitung braucht. In Deutschland kann man sich dann auch schon einmal an den Gedanken gewöhnen, daran teilzunehmen. Denn wenn unsere europäischen Verbündeten vor der Küste Irans Tanker eskortieren und Minen entschärfen, wird Deutschland nicht wie vor 36 Jahren, als es in der Kuwait-Krise Solidarität mit den Verbündeten zeigen wollte, nur ein paar altersschwache Minenjagdboote ins Mittelmeer schicken können, um sie vor Kreta versunkene Ölfässer suchen zu lassen.

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