Dorfen: Viktoriia Musiienko übernimmt die Gastronomie im Jakobmayer – Erding | ABC-Z

Seit Ende vergangenen Jahres war die Gastronomie im Dorfener Kulturzentrum Jakobmayer geschlossen, nachdem die bisherigen Wirtsleute Steffi Striegl und Simon Huber nach acht Jahren aufgegeben hatten. Zwei Bewerber hatten bei der Stadt, die Eigentümerin des historischen Gebäudes ist, Konzepte eingereicht. Den Zuschlag erhielt die Ukrainerin Viktoriia Musiienko. Ausschlaggebend war insbesondere, dass sie künftig den Veranstaltungssaal im ersten Stock mit bewirtschaften will, sagte Bürgermeister Heinz Grundner bei der Unterzeichnung des Pachtvertrags. Eröffnet werden soll am Sonntag, 29. März, um 17 Uhr.
Der Jakobmayer mit seinem historischen Jugendstilsaal ist das Kulturzentrum im Landkreis Erding. In den kommenden Monaten treten dort wieder namhafte Künstler wie Wolfgang Krebs, Urban Priol oder Eisi Gulp auf. Zudem gibt es im Erdgeschoss ein Kino, in dem aber nicht Actionfilme aus Hollywood, sondern anspruchsvolle Streifen aus aller Welt laufen. An Besuchern, die auch für Umsatz in der Gastronomie sorgen, herrscht kein Mangel.
Dennoch kam in der Vergangenheit die Gastronomie nicht in Schwung. Seit der Eröffnung im November 2011 ist Musiienko die vierte Wirtin, die sich der Herausforderung stellt. Viele Gäste kommen eine oder eineinhalb Stunden vor den Veranstaltungen, um etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Dann herrscht Hochbetrieb in der Küche und beim Service. Während der Veranstaltung kehrt Ruhe ein und danach folgt der zweite Ansturm. Der Betrieb ist oft von Extremen geprägt.
Die letzten Pächter setzten daher auf Schnellrestaurant-Konzepte und servierten vor allem Burger. Als klassisches Speiselokal konnten sie sich damit jedoch nicht etablieren. Musiienko ist gelernte Köchin und will ein breiteres Angebot auf die Karte setzen. Sie plant eine Mischung aus bayerischer und ukrainischer Küche, zudem möchte sie Desserts selbst zubereiten. Und es gibt es ein veganes Angebot.
In der Ukraine, sagt sie, habe sie ein großes Restaurant geführt. Nach Kriegsbeginn 2022 sei sie nach Deutschland geflüchtet. Gastronomieerfahrung sammelte sie zudem in Italien, Spanien, München und Hamburg. Zudem hat sie im Gasthaus „Zum Schex“ im benachbarten St. Wolfgang gearbeitet, einem Lokal mit vielen Auszeichnungen für seine regionale Küche.
Hinzu kommt, dass der Betrieb den Saal während der Veranstaltungen umfassen soll, was die vorherigen Pächter nicht angeboten hatten. Ferner soll das Lokal künftig sonntags ab neun Uhr geöffnet sein. Bisher ging der Sonntagsbetrieb erst um 17 Uhr los, sogar wenn verkaufsoffene Markttage waren, die ein gutes Geschäft versprechen. Ruhetag ist am Dienstag.
Trotz des allgemeinen Fachkräftemangels in der Branche sei es ihr gelungen, für Service und Küche ausreichend Personal zu finden. „Wir sind ein cooles Team“, sagt die Wirtin. Als Bürgermeister Heinz Grundner und Musiienko in der Gaststätte den Pachtvertrag unterzeichnen, ist sie sichtlich überwältigt vor Rührung, wieder ein eigenes Restaurant zu führen. Es fließen Freudentränen.





















