Iran-Krieg: Riesige Explosion vor Iraks Küste – Hapag-Lloyd-Frachter brennt nahe Straße von Hormus | ABC-Z

Irans Revolutionsgarden übernehmen die Verantwortung für den Angriff auf einen Öltanker vor der irakischen Küste. Zudem wurde ein Schiff von Hapag-Lloyd Ziel einer Attacke.
Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Angriff auf einen Öltanker im Persischen Golf für sich reklamiert. In den frühen Morgenstunden sei das Schiff „Safesea Vishnu“ unter der Flagge der Marshallinseln getroffen worden, berichtete Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Der Angriff auf den Öltanker sei erfolgt „nachdem er den Warnungen und Aufforderungen der Marine der Revolutionsgarden nicht nachgekommen“ sei. Das Schiff befindet sich nach iranischer Darstellung in US-Besitz. Die irakische staatliche Organisation für den Ölverkauf (SOMO) teilte hingegen mit, das Schiff sei von einem irakischen Unternehmen gechartert worden.
Insgesamt waren zwei Öltanker vor der Küste Iraks angegriffen worden. Dabei war mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Toten handele es sich um einen Inder, berichtete die indische Nachrichtenagentur PTI. Der Angriff erfolgte ihren Informationen zufolge durch ein iranisches, für den Kamikazeeinsatz entwickeltes Sprengboot. Bestätigt wurde das bislang nicht.
Bei dem zweiten angegriffenen Schiff handelt es sich um den unter maltesischer Flagge fahrenden Öltanker „Zefyros“.
Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher. Der Angriff habe ein Schiff getroffen, das im Hafen von Basra im Persischen Golf an einem Öltransfer beteiligt gewesen sei, hieß es in einer Mitteilung der Hafenbehörde.
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Videos in den sozialen Medien sowie Fotos von Nachrichtenagenturen zeigen einen brennenden Tanker, aus dem ein gewaltiger Feuerball aufsteigt.
Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) meldete zudem einen Angriff auf ein Containerschiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Tanker sei „von einem unbekannten Geschoss getroffen“ worden. Dabei sein ein kleiner Brand an Bord ausgebrochen. Die Besatzung des Schiffs sei unverletzt.
Hapag-Lloyd: Frachter nahe Straße von Hormus getroffen
Zudem ist ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd nahe der Straße von Hormus von Projektilteilen getroffen worden. Das Schiff „Source Blessing“ sei nicht direkt getroffen worden, habe aber Feuer gefangen, teilte der Hamburger Konzern mit. Der Frachter sei an den dänischen Konkurrenten Maersk verchartert. Die Besatzungsmitglieder hätten das Feuer löschen können und seien wohlauf.
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen sind immer wieder Schiffe in den Gewässern der Golfregion angegriffen worden, darunter auch in der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ist seit dem Ausbruch des Krieges de facto gesperrt. Sie wird vom iranischen Militär kontrolliert.
dpa/Reuters/säd





















