Politik

Haiti: Offenbar mehr als 1.000 Tote durch Drohnen der Regierung auf Haiti | ABC-Z

Mindestens 1.243 Menschen sind in Haiti bei Einsätzen von Drohnen zur Bekämpfung der Bandenkriminalität getötet worden. Wie die NGO Human Rights Watch (HRW) in Washington mitteilte, waren unter den Toten auch 17 Kinder. Viele Drohneneinsätze hätten in dicht bevölkerten Vierteln stattgefunden. Laut dem Bericht von HRW haben von März 2025 bis Januar 2026 staatliche und private Sicherheitskräfte 141 Angriffe mit Drohnen ausgeführt, die mit Sprengstoff bestückt waren. Besonders seit November 2025 hätten die Angriffe in der Hauptstadt Port-au-Prince zugenommen.

Seit Jahren üben bewaffnete Banden in Haiti Gewalt gegen die Bevölkerung aus. Die Regierung und die mit ihr verbündeten Söldnergruppen waren bisher nicht in der Lage, die Situation zu kontrollieren. Zugleich werden ihnen wiederholt Angriffe auf die Zivilbevölkerung zugeschrieben. Laut den Vereinten Nationen ist eine an die Regierung angebundene “Task Force” für die Einsätze der Drohnen verantwortlich. Unterstützt wird diese Einheit nach Angaben von Human Rights Watch von der US-Söldnerfirma Vectus Global.

Human Rights Watch vermutet außergerichtliche Hinrichtungen

Laut HRW waren mindestens
43 unter den getöteten Erwachsenen keine Mitglieder von kriminellen Banden. Die NGO äußerte unter Berufung auf Videoaufnahmen die Vermutung, dass es bei vielen Drohneneinsätzen
weniger um Strafverfolgung denn um gezielte und rechtswidrige
außergerichtliche Tötungen gegangen sei. Menschen und Fahrzeuge seien
angegriffen worden, die nicht in kämpferische Handlungen involviert gewesen seien. Viele der über 700 Verletzten seien ebenfalls normale Bürgerinnen und Bürger gewesen.

HRW rief die haitianischen Behörden auf, bewaffnete Drohnen sehr zurückhaltend und nur im Rahmen der Menschenrechte einzusetzen. Der rechtswidrige Einsatz von Waffen solle zudem untersucht und die Verantwortlichen sollten juristisch belangt werden.

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