Gewinn bei VW 2025 um fast die Hälfte eingebrochen | ABC-Z

Volkswagen hat 2025 einen heftigen Gewinneinbruch verzeichnet, das Ergebnis ist das niedrigste seit der Dieselskandal-Krise. Der Konzern will nun weiter sparen: Bis 2030 sollen rund 50.000 Jobs in Deutschland wegfallen.
2025 war kein gutes Jahr für den deutschen Autobauer Volkswagen: Der Gewinn des Konzerns ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer mit. Die Dividende soll mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.
Auch der Betriebsgewinn halbierte sich in etwa auf 8,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro. Finanzchef Arno Antlitz sagte, das Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Die Restrukturierung bei dem Unternehmen zeige zwar Fortschritte und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. “Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.”
Stellenabbau und weniger Gehalt für Manager
VW werde nun “weiter konsequent Kosten senken”, erklärte Antlitz. In Deutschland werden deshalb weitere Stellen gestrichen: “Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden”, erklärte Konzernvorstand Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Ende 2024 hatte VW mit den Gewerkschaften bereits einen Stellenabbau um 35.000 bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW.
Die Sparmaßnahmen gehen auch am Konzernchef selbst nicht spurlos vorüber: Blumes Gesamtvergütung einschließlich der Versorgungsaufwendungen ging im vergangenen Jahr auf 7,42 Millionen Euro zurück, wie aus dem Vergütungsbericht hervorgeht. Im Vorjahr waren es 10,35 Millionen Euro.
Alle Vorstandsmitglieder hatten im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Sparprogramm auf Gehalt verzichtet. Bei Blume macht das fast eine halbe Million Euro aus. Ein wichtiger Grund für das niedrigere Gehalt ist, dass die Bonuszahlungen geringer ausfielen als noch vor einem Jahr.
Probleme in den USA und China belasten
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.
Für den wichtigen US-Markt ist vor allem die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump eine Belastung. Hinzu kommen schwierigere Bedingungen für Elektroautos: Trump hat unter anderem Abgasregeln geändert und Subventionen für Elektroautos gestrichen, die US-Autoriesen mussten daraufhin zweistellige Milliardenbeträge abschreiben. Darum steht auch das geplante neue Werk für Elektro-Pickups der Konzernmarke Scout vor Problemen.
Krisenjahr für Porsche
Besonders belastet wird der Konzern auch von den Entwicklungen bei Porsche: Das Debakel im China-Geschäft und milliardenschwere Belastungen durch den Strategieschwenk haben beim Sportwagenbauer für einen massiven Gewinneinbruch im vergangenen Jahr gesorgt. Wie der Mutterkonzern Volkswagen mitteilte, belief sich das operative Ergebnis von Porsche 2025 auf 90 Millionen Euro nach knapp 5,3 Milliarden Euro im Jahr davor.
Inklusive Finanzdienstleistungen erzielte die Sportwagenschmiede 413 Millionen Euro, 2024 hatte der Gewinn noch bei 5,6 Milliarden Euro gelegen. Analysten von Visible Alpha hatten mit knapp einer halben Milliarde Euro Betriebsgewinn einschließlich Finanzdienstleistungen gerechnet.
Porsche leidet unter einem Absatzeinbruch in China, gestiegenen US-Zöllen und einer Fehleinschätzung zum Tempo des Umstiegs auf Elektroautos. Da die Sportwagenfans am Verbrennungsmotor hängen, verlegt sich Porsche wieder stärker auf Modelle mit konventionellen, klimaschädlichen Antrieben. Für 2026 erwartet der Autobauer nach Aussagen auf einer Analystenkonferenz Ende Januar einen weiteren Absatzrückgang, die Rendite soll sich aber erholen auf mehr als fünf Prozent.
2026 soll profitabler werden
Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr strebt der Konzern für 2026 wieder mehr Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern dürfte sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, hieß es. Vergangenes Jahr war sie deutlicher als gedacht um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht, weil die Geschäfte in China weiter schwach blieben und die US-Zölle ins Kontor schlugen.
Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa sieht insbesondere im zuletzt darbenden Chinageschäft Chancen für VW. Dort mit der “in China für China”-Strategie sozusagen “ein zweites Wolfsburg” aufzubauen, sei der einzige Erfolg versprechende Weg, schrieb er in einer Analyse Anfang Februar. Über lokale Zulieferketten könne VW kritischen Vorsprung bei den Kostenstrukturen gegenüber westlichen Konkurrenten gewinnen. Investoren messen Rokossa zufolge VWs Chinageschäften derzeit keinen oder sogar einen negativen Wert bei – demzufolge könnte ein Erfolg der Strategie dem Aktienkurs Auftrieb geben.





















