Wirtschaft

Statistisches Bundesamt: Aufträge in Industrie im Januar deutlich eingebrochen | ABC-Z

Die deutsche Industrie hat zu Beginn des Jahres einen
deutlichen Einbruch bei Aufträgen verzeichnet. Dem Statistischen Bundesamt
zufolge brachen sie im Januar so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Gleichzeitig wurde die Produktion den zweiten Monat in Folge gedrosselt.

Das Neugeschäft schrumpfte um 11,1 Prozent im Vergleich zum
Vormonat, wie ⁠das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit endete
eine Serie ​von vier
Anstiegen in Folge, zu denen staatliche Großaufträge für Rüstung und
Infrastruktur beitrugen. Ökonomen hatten zuvor noch einen weniger starken Rückgang
erwartet.

Industrie, Bau und Energieerzeuger stellen im Januar
außerdem 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Bereits im Dezember hatte es
ein Minus von 1,0 Prozent gegeben. Ökonomen hatten ein Wachstum ​von 1,0 Prozent vorausgesagt.

Ölpreis steigt weiter

Das Bundeswirtschaftsministerium befürchtet infolge des
Irankriegs weitere Rückschläge für die Wirtschaft. Wegen der auf den
Weltmärkten gestiegenen Gas- und Ölpreise sei “das Risiko für einen
Rückschlag bei der erwarteten Erholung der Industriekonjunktur deutlich
gestiegen”, teilte das Ministerium mit. Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn
über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen.

Während die Nachfrage aus ‌dem Inland im Januar um 16,2
Prozent zum Vormonat einbrach, sank die ​aus
dem Ausland um 7,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus der Eurozone um 7,3
Prozent, die aus dem Rest der Welt um 7,1 Prozent.

Energieerzeugung nahm zu

Die Industrie ‌allein stellte im Januar 2,5 Prozent weniger
her als im Vormonat. Die Hersteller von ​Metallerzeugnissen
fuhren ihre Produktion mit minus 12,4 Prozent besonders stark herunter.
Deutliche Rückgänge gab es auch in ⁠der Pharmaindustrie mit minus
11,2 und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und
optischen Erzeugnissen mit minus 6,8 Prozent.

Dagegen ‌nahm die Energieerzeugung mit 10,3 Prozent deutlich
zu. “Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die
außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar 2026 zurückzuführen
sein”, teilten ‌die Statistiker mit. Die vielen Eis- und Frosttage wirkten
sich auch auf den Tiefbau aus, etwa den Bau von Straßen, ​Bahnverkehrsstrecken, Brücken
und Tunneln: Die Produktion im Tiefbau brach um 7,5 Prozent zum Vormonat ein.
Dennoch wuchs die Bauproduktion insgesamt um 2,9 Prozent.

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