Rot für Schäfer: Werder Bremen gewinnt deutlich bei Union Berlin | ABC-Z

Bremen verlässt nach einem hohen Auswärtssieg den Relegationsplatz und zieht Union Berlin mitten rein in den Bundesliga-Abstiegskampf.
Für Union Berlin hätte es ein großer Tag in der Fußball-Bundesliga werden können: Ein Heimsieg gegen Werder Bremen und der Vorsprung auf den Relegations-Abstiegsplatz wäre auf neun Punkte gewachsen – ein beruhigendes Polster nach 25 Spieltagen. Doch es kam anders. Union verlor 1:4 (1:2) und liegt nur noch vier Punkte vor Relegationsplatz 16.
“Das ist eine Situation, die wir erwarten müssen”, sagte Unions Trainer Steffen Baumgart. “Wir sind ein Verein, der immer um den Klassenerhalt arbeiten muss.”
Derrick Köhn (18.) hatte Union per Foulelfmeter noch in Führung gebracht, nach Rot gegen Andras Schäfer (19., grobes Foulspiel) änderten sich aber die Kräfteverhältnisse. Bremens Olivier Deman (31.) und Jens Stage (35.) drehten die Partie am Sonntag noch vor der Pause, Marco Grüll (66.) und Patrice Covic (90.+4) erhöhten.
Bremen klettert auf Platz 13
Die Bremer kletterten nach dem zweiten Sieg in Folge im eng besetzten Tabellenkeller um drei Plätze auf Platz 13 und liegen nur noch drei Punkte hinter den Berlinern (Rang elf). Erstmals in dieser Saison gewann Werder zweimal in Folge.
“In allen Bereichen, ob physisch, technisch, taktisch oder von der Einstellung her war es eine Top-Leistung meiner Mannschaft”, sagte Bremens Trainer Daniel Thioune der Sportschau.
Stark verursacht Elfmeter
Die erste Hälfte hatte viel Unterhaltung geboten. Es begann damit, dass Niklas Stark Ilyas Ansah umklammerte, um ihn auf dem Weg Richtung Tor zu stoppen. Er begann damit deutlich vor dem Strafraum, hatte aber auch noch im 16er, wo Ansah letztlich zu Boden ging, seine Hand am Trikot.
Schiedsrichter Timo Gerach entschied auf Elfmeter, was hart war, aber vertretbar. Der ehemalige Bremer Köhn nahm sich der Sache an und traf souverän ins rechte Eck – es war sein erstes Elfmetertor überhaupt.
Schäfer trifft Stage und sieht Rot
Der Optimismus an der Alten Försterei hielt aber nur gut eine Minute, da verschätzte sich Schäfer im Zweikampf und traf Gegenspieler Stage seitlich am Schienbein und anschließend am Fuß. Gerach hatte beste Sicht auf das Trefferbild und zog Rot.
Auch diese Entscheidung war begründbar, aus Sicht von Union-Trainer Baumgart aber zu hart. “Das ist für mich eine Gelbe Karte, aber keine Rote Karte”, sagte er. “Es ist nicht oberhalb des Knöchels oder ein Tritt in den Knöchel rein, sondern es ist in der Bewegung und er trifft ihn auf den Fuß.”
Werder bekam in Überzahl sofort Oberwasser und Union kam ins Grübeln. Leopold Querfeld verlor den Ball am eigenen 16er fahrlässig, sodass Stage freie Bahn hatte und Frederik Rönnow mit seinem Flachschuss zu einer starken Parade zwang. Kurz darauf kam Werders Yukinari Sugawara aus sieben Metern frei zum Schuss, verzog aber kläglich.
Zwei Ecken, zwei Tore
Der Ausgleich lag in der Luft und fiel dann nach einer guten halben Stunde. Ein Eckball landete über Umwege am 16er bei Deman. Der Außenverteidiger legte sich den Ball auf den linken Fuß und zirkelte ihn maßgeschneidert in den linken Winkel – eine Augenweide.
Auch dem 1:2 nur vier Minuten später ging ein Eckball voraus. Stage lief perfekt ein und köpfte aus acht Metern mustergültig ins rechte Eck. Es war Bremens allererstes Eckentor in dieser Saison.
Daniel Thioune stellt um
Zur zweiten Halbzeit stellten nicht etwa die dezimierten Berliner um, sondern die Bremer. Thioune brachte Leonardo Bittencourt und Julian Malatini für Stark und Keke Topp und ließ sein Team fortan mit einer Dreierkette agieren.
“Die Umstellung hat uns gutgetan, weil wir ein gewisse Konterabsicherung brauchten. Wir haben das Zentrum überladen ausschließlich mit Mittelfeldspielern”, sagte Thioune.
In der neuen Formation hatte sein Team die Lage im zweiten Durchgang jederzeit im Griff. Stage war in der 50. Minute nach schöner Direktablage von Deman nah dran am dritten Treffer, traf den Pfosten.
Covic mit Permierentreffer
Eine gute Viertelstunde später profitierte Werder von einer missglückten Berliner Abwehraktion. Nach einer Flanke von rechts köpfte Danilho Doekhi den Ball an den Rücken von Woo-yeong Jeong. Den Abpraller spielte Schmid direkt vor das Tor, wo Grüll per Grätsche aus kurzer Distanz vollendete.
Kurz vor dem Schlusspfiff kam dann noch der große Moment von Patrice Covic, 18 Jahre alter Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Ante Covic. In seinem 11. Bundesligaspiel erzielte der bei Hertha BSC ausgebildete Berliner vor den Augen seines Vaters sein erstes Tor nach schöner Vorbereitung von Stage und Bittencourt.
Union in Freiburg, Bremen gegen Mainz
Union ist am Sonntagabend beim SC Freiburg zu Gast (17.30 Uhr). Bremen empfängt zuvor am Samstagnachmittag den 1. FSV Mainz (15.30 Uhr).





















