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Schmalblättrige Ölweide pflanzen: Mediterranes Flair im Garten | ABC-Z

AUDIO: Schmalblättrige Ölweide: Südländischer Hingucker im Garten (2 Min)

Stand: 07.03.2026 04:00 Uhr

Die Schmalblättrige Ölweide ist ein robustes und vielseitiges Gehölz. Sie ist winterhart und anspruchslos in der Pflege. Mit langen Trockenphasen kommt sie gut zurecht.

Die silbrig-grünen, lanzettenfömigen Blätter und ovalen Früchte der Schmalblättrigen Ölweide (Elaeagnus angustifolia) erinnern an Olivenbäume. Daher wird sie häufig auch als Russische Olive oder Böhmischer Ölbaum bezeichnet. Das sommergrüne, dornige Gehölz gehört zur Familie der Ölweidengewächse, zu der unter anderem auch der Sanddorn zählt. Die innen auffallend gelben Blüten sind nektarreich und locken zwischen Mai und Juli mit ihrem süßlichen Duft zahlreiche Insekten an.

Geeigneter Standort: Sonnig und trocken

Besondere Ansprüche an den Boden stellt die Ölweide nicht. Sie wächst gut auf nährstoffarmen, sehr trockenen, sandigen oder steinigen Böden. Auch saurer oder kalkreicher Untergrund macht ihr nichts aus. Auf Staunässe reagiert sie jedoch empfindlich. Im Garten bevorzugt sie einen vollsonnigen Platz. Da die Pflanze ihren Wuchs nach der Sonne ausrichtet, ist Halbschatten nur zu empfehlen, wenn sie im Kübel steht. Durch Drehen des Kübels kann ein schiefer Wuchs verhindert werden.

Pflanzung: Ölweide braucht viel Platz

Eine schmalblättrigen Ölweide steht auf einer Wiese.

Ohne Rückschnitt entwickelt sich die Schmalblättrige Ölweide zu einem ausladenden Strauch oder Baum.

Die Schmalblättrige Ölweide kann einzeln oder im Verbund gepflanzt werden. Soll sie als Hecke oder Sichtschutz dienen, ist auf ausreichend Platz – auch zu anderen Gehölzen oder hohen Sträuchern – zu achten. Ohne Schnitt wächst sie zwischen zwei und sechs Meter in die Breite. Mit sechs bis acht Metern ist auch ihre Höhe nicht zu unterschätzen. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Pflanzzeit ist Frühjahr oder Herbst. Da sich die Pflanze über ihre Wurzeln stark ausbreiten kann, wird empfohlen, bereits bei der Pflanzung eine Wurzelsperre (Rhizomsperre) zu setzen. Zwar ist die Schmalblättrige Ölweide selbstbefruchtend, um die Befruchtung zu verbessern, ist die Pflanzung von mindestens einer zweiten Ölweide aber förderlich.

Pflege: Genügsam und robust

Viel Arbeit macht die Schmalblättrige Ölweide nicht. Sie ist winterhart, wind- und hitzebeständig und übersteht problemlos auch lange Trockenphasen. Schädlingsbefall und Krankheiten sind selten. Ist sie von der durch den Rotpustelpilz (Nectria cinnabarina) ausgelösten Rotpustelnkrankheit betroffen, führt dies zum Absterben von Ästen. Dann ist ein radikaler Rückschnitt ins gesunde Holz nötig. Die abgeschnitten Zweige und Äste sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden, da sich der Pilz sonst weiterverbreiten könnte.

Braucht die Schmalblättrige Ölweide Dünger?

Die Schmalblättrige Ölweide ist in der Lage, über ihre Wurzeln Stickstoff aus der Luft zu binden und umzuwandeln und ihn so als Dünger zu nutzen. Das kommt auch benachbarten Pflanzen zugute. Lediglich bei jungen Pflanzen unterstützt eine gezielte Düngung das Wachstum sowie die Bildung von Früchten. Hier empfiehlt sich während der Wachstumsphase im Frühjahr eine sparsame Gabe von Dünger mit hohem Stickstoffgehalt wie Hornspäne.

Ölweide richtig schneiden

Das zeitige Frühjahr – vor dem Austrieb – ist ideal, um totes Holz zu entfernen oder einen Formschnitt durchzuführen. Vor allem bei Hecken sorgt das für einen dichten Wuchs. Alle zwei bis drei Jahre kann das Gehölz um ein Drittel gekürzt werden. Die Schmalblättrige Ölweide lässt sich durch Stecklinge vermehren. Dazu die abgeschnitten Triebe verwenden.

Person schneidet einen Obstbaum

Zur richtigen Pflege von Bäumen und Sträuchern gehört der fachgerechte Schnitt. Fehler können zu Krankheiten führen.

Früchte sind ungiftig und essbar

Rote, reife Früchte der schmalblättrigen Ölweide an einem Zweig

Die Früchte der Schmalblättrigen Ölweide ähneln Oliven.

Ab August sind die Früchte der Schmalblättrigen Ölweide reif. Sie sind gelb-bräunlich oder rotbraun. Ihr Geschmack variiert zwischen süß-säuerlich und nussig. Die Steinfrüchte sind reich an Eiweiß, Vitamin C und den Nährstoffen Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Sie lassen sich gut zu Marmelade, Gelee, Kompott oder Saft verarbeiten.

Ökologische Bereicherung oder schädlicher Verdränger?

Der Nektar ihrer Blüten dient Schmetterlingen, Bienen und weiteren Insekten als Nahrungsquelle. Bei Vögeln sind die reifen Früchte im Spätherbst und Winter beliebt. Dennoch: Als ursprünglich in Asien beheimatete Pflanze zählt die Schmalblättrige Ölweide hierzulande zu den potenziell invasiven Arten. Sie vermehrt sich über Ausläufer ihrer Wurzeln und ihre durch Vögel verbreiteten Samen schnell, was möglicherweise zur Verdrängung von heimischen Arten führt. Als Alternativen eignen sich beispielsweise Liguster, Silber- und Rosmarinweide oder die Weidenblättrige Birne.

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