Abstiegsplätze jetzt ganz nah: Pleite gegen BVB – für Köln wird es immer enger | ABC-Z

Die Krise des 1. FC Köln geht weiter – und die Abstiegsangst wächst dadurch zunehmend. Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Borussia Dortmund durch die Tore von Serhou Guirassy (16. Minute) und Maximilian Beier (60.) ist das Polster in der Fußball-Bundesliga allmählich aufgebraucht. Das Tor von Jakub Kaminski (87.) kam zu spät.
Beim BVB ist seit dem vergangenen Wochenende der große Druck raus, nach dem 2:3 gegen den FC Bayern München sind die Chancen auf die Meisterschaft gegen Null gesunken. Dagegen brauchte der 1. FC Köln unbedingt die drei Punkte. Die Abstiegsangst beim Aufsteiger wächst wöchentlich nach nur einem Punkt aus den vergangenen vier Partien und zwei Siegen in den 15 Spielen vor dem Dortmund-Duell.
Köln macht das Spiel, BVB das Tor
Und die Mannschaft von Lukas Kwasniok spielte sofort auf Sieg. Isak Johannesson vergab in der zweiten Minute eine Doppelchance, als er zunächst mit seinem schwachen Fuß vergab und Ramy Bensebaini auch den Nachschuss blocken konnte. Kurz darauf hatte FC-Talent Youssoupha Niang in seinem ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga eine weitere Chance, Gregor Kobel konnte seinen Kopfballaufsetzer aber parieren (5.).
Köln machte Druck und der BVB verteidigte – nicht unbedingt gut, aber immerhin stand die Null. Nach 15 Minuten sprach das Eckenverhältnis Bände, in dieser Statistik führten die Gastgeber mit 6:0, auch in diesen Situationen fehlte jedoch die Effizienz. Anders als bei den Dortmundern, die in der 16. Minute ihre erste Ecke hatten und im Nachgang an diese trafen, als Guirassy mit dem langen Bein und der Sohle zum 1:0 verwandelte.
Blackout von Köln-Verteidiger Simpson-Pusey
Im Anschluss machte das Team von Trainer Niko Kovac weiter sehr wenig für die Offensive, allerdings verpufften die Angriffe der Kölner deutlich früher. Nur Said El Mala hatte noch eine gute Gelegenheit, als er aus kurzer Distanz das Außennetz traf (34.). Stattdessen hatte Guirassy nach einer verunglückten Kopfballabwehr das 2:0 auf dem Fuß, Marvin Schwäbe konnte seinen Volleyschuss jedoch abwehren (40.).
Köln war zu dieser Zeit noch voll im Spiel, schwächte sich aber kurz vor der Pause völlig unnötig selbst. Tief in der gegnerischen Hälfte attackierte Jahmei Simpson-Pusey von hinten Beier und trat ihm dabei mit den Stollen in den Fersenbereich. Daniel Siebert wurde zum Monitor geschickt und sagte nach dem VAR-Check: “Es liegt ein grobes Foulspiel vor, offene Sohle von hinten in die Hacke.” Die logische Folge: Rote Karte für Simpson-Pusey, der sich mit einer entschuldigenden Geste in die Kabine verabschiedete.
Schiedsrichter Daniel Siebert (v.) schaut sich auf dem Bildschirm ein Foul des Kölner Jahmai Simpson-Pusey an
“Mit einem Quäntchen Glück gehen wir sogar mit 1:0 in Führung”, sagte Kölns Eric Martel nach der Partie. “Dortmund geht dann mit dem ersten oder zweiten Standard in Führung. Und klar: Die Rote Karte hat uns etwas den Stecker gezogen”.
Kobel rettet, Beier trifft, Guirassy schimpft
Weil die Dortmunder Stärke unter Kovac aber nicht unbedingt das Spiel mit dem Ball ist, war die Überzahl nicht unbedingt die Garantie für einen deutlichen Verlauf der zweiten Halbzeit. Stattdessen musste Gregor Kobel sein Team vor dem Ausgleich bewahren, als Kaminski aus zwölf Metern zum Abschluss kam und den Schweizer Nationaltorhüter zu einer Glanzparade zwang (56.).
Und auch, wenn es als Mannschaft fußballerisch nicht immer so gut läuft, die individuelle Qualität ist dem BVB nicht abzusprechen – und das zeigte sich auch beim 2:0. Beier spielte einen herausragenden Doppelpass mit Julian Brandt und vollendete (60.), der Dortmunder Außenstürmer hatte bereits den ersten Treffer vorbereitet, nun traf er selbst. Kurz danach gab es dennoch mal Unmut beim BVB, Kovac wechselte zweimal und nahm unter anderem Guirassy runter – und der war damit offensichtlich gar nicht einverstanden.
Hoffnung durch Kaminski, Köln-Ärger nach Couto-Handspiel
Unmittelbar danach gab es nach einem vermeintlichen Foul an Guirassy-Ersatz Fabio Silva Elfmeter, Siebert nahm seine Entscheidung aber zurück, weil Cenk Özkacar den Ball gespielt hatte (66.). In der Folge plätscherte die Partie lange vor sich hin, es passierte erst wieder in der 88. Minute etwas – und zwar etwas, das Köln Mut machte. Kaminski traf mit einem abgefälschten Schuss zum Anschluss.
“Kurz vor Schluss kassieren wir mit dem gefühlt ersten odern zweiten Torschuss der Kölner das 2:1”, sagte Maximilian Beier, Dortmund Torschütze zum 2:0. “Dann kommt das Stadion dazu, es wird laut und dann wird’s hier in Köln etwas ekliger.”
Und dann wollte Köln auch die große Chance zum Ausgleich und war umso bedienter, als es die nicht bekam. Nach einem hohen Ball sprang Yan Couto im Dortmunder Strafraum an den ausgestreckten Arm, es gab aber keinen Elfmeter und Siebert checkte diesmal die Situation auch nicht. Ganz anders Kwasniok, der nach Ansicht der Bilder auf dem klubeigenen Tablet an der Seitenlinie völlig außer sich war. So blieb es beim nächsten Rückschlag.
So wird es im Abstiegskampf immer enger für das Köln, dessen Vorsprung auf Platz 16 am Sonntag sogar Geschichte sein könnte. Aktuell hat der FC zwei Punkte mehr als Werder Bremen (16.) und einen Zähler mehr als der FC St. Pauli (15.) auf dem Konto, beide sind zum Abschluss des 25. Spieltags aber noch bei Union Berlin und gegen Eintracht Frankfurt im Einsatz.
Es wird also höchste Zeit, selbst wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt, nächsten Samstag geht es beim Hamburger SV weiter (18.30 Uhr). Einige Stunden zuvor kann der BVB mit einem weiteren Erfolg gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr) Platz zwei weiter festigen, der Vorsprung auf die TSG Hoffenheim auf Rang drei beträgt nach wie vor sechs Punkte.
Unsere Quellen:
- Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund am 07.03.2026 (Live-Übertragung bei Sky)
Sendung: WDR.de, “BVB mit schmucklosem Sieg in Köln”, 07.03.2026, 20.47 Uhr





















