Krankenstand: Gesamtmetall-Chef will im Krankheitsfall nicht sofort zahlen | ABC-Z

In der Debatte über den hohen Krankenstand in Deutschland hat der Präsident des
Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Udo Dinglreiter, die Abschaffung der
telefonischen Krankschreibung sowie Karenztage ohne Lohn gefordert. “Krankenstände
von 20 Prozent kann sich das Land nicht leisten”, sagte Dinglreiter der Rheinischen
Post.
Der Arbeitgeberverbandschef
hält es für sinnvoll, wenn Unternehmen Krankheitstage nicht sofort bezahlen
müssten. Dies solle verhindern, dass Beschäftigte sich schon bei Kleinigkeiten
krankmelden oder blaumachen. “Karenztage können eine Lösung sein”, sagte
Dinglreiter. “Andere Länder machen es vor: Hier zahlt der Arbeitgeber erst nach
ein bis drei Tagen. Wenn es hilft, den Krankenstand zu senken, sollten wir uns
das anschauen.”
Zudem forderte Dinglreiter,
die telefonische Krankschreibung abzuschaffen – “denn es hilft auch
Arbeitnehmern, wenn sie einen Arzt sehen”. Kassenärzte hatten zuvor dafür plädiert, die von Arbeitgebern eingeforderte Pflicht zur Krankschreibung in den ersten drei Tagen ganz aufzuheben.
Auch sollten Kassenpatienten höhere
Zuzahlungen an Krankenhäuser leisten, um das Gesundheitswesen effizienter zu
machen. Die Zuzahlung sei seit ihrer Einführung im Jahr 2004 nicht erhöht
worden. “Eine Anpassung an die Inflation auf 15 Euro pro Tag wäre sinnvoll”,
sagte Dinglreiter. Zuvor hatte bereits die Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände (BDA) vorgeschlagen, die Zuzahlung bei Krankenhäusern von
zehn auf 15 Euro pro Tag zu erhöhen.
Im Schnitt 20 Tage pro Jahr krank
Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) hatte im Januar eine neue Debatte über den hohen
Krankenstand von Beschäftigten in Deutschland angestoßen. Vor zehn Jahren
meldeten sich die Menschen im Schnitt 18,1 Tage krank, 2024 waren es bereits
22,3 Tage, wie aus Daten der
BKK-Krankenkasse
hervorgeht.
Im Jahr 2024 zahlten Arbeitgeber laut Berechnungen des
arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 82 Milliarden
Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Laut einer
Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
verursachten Fehltage im Jahr 2024 Produktionsausfälle von insgesamt 134
Milliarden Euro. Demnach war im Jahr 2024 jeder Beschäftigte im Durchschnitt
20,8 Tage krank.





















