Wolfratshausen: Sanierung des Loisach-Isar-Kanals wird zum Politikum – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Seit das Unternehmen Uniper mit Sanierungsarbeiten am Loisach-Isar-Kanal (LIK) begonnen hat, gibt es große Befürchtungen, dass Wolfratshausen ein stadtnahes Erholungsgebiet verlieren könnte. „Hände weg vom Kanal zwischen Farchet und Waldram“ fordert nun die Wolfratshauser Liste kurz vor der Kommunalwahl in einer Petition an den bayerischen Landtag. Diese begründet die Gruppierung um Bürgermeisterkandidat Manfred Fleischer damit, dass schon im ersten Sanierungsabschnitt bei Gelting die gesamte Vegetation zerstört worden sei. Das dürfe sich im Rote-Arten-Biotop zwischen den Ortsteilen Farchet und Waldram nicht wiederholen.
Für Hans Schmidt (Grüne), den Umwelt- und Klimareferenten im Stadtrat, ist die Vorgehensweise der Wolfratshauser Liste „pure Demagogie“. Fakt sei dagegen, sagt Schmidt: „Uniper hat mehrmals intern und öffentlich verlautet, dass die gesamte Ufervegetation des LIK zwischen Farchet und Waldram nicht angegriffen, sondern dass nur die Kanalsohle in diesem Bereich mittels Bentonitpulver abgedichtet wird.“
Die Wolfratshauser Liste ruft dagegen in ihrer Unterschriftenliste für die Petition zum „Schutz und Erhalt des ausgezeichneten und ökologisch wertvollen Lebens- und Erholungsraumes am Loisach-Isar-Kanal (LIK) zwischen Farchet und Waldram“ auf. Laut den Unterzeichnern sollen der Landtag, die Naturschutzfach- sowie die Genehmigungsbehörden im Freistaat mittels geeigneter Auflagen und Vorgaben an das Unternehmen Uniper sicherstellen, dass bei der geplanten weiteren Sanierung der ökologisch wertvolle Baum- und Strauchbestand erhalten bleibt.
Im Frühjahr 2025 begann Uniper den Kanal im Bereich der Geltinger Kurve zu sanieren, nachdem es dort Überschwemmungen gegeben hatte. Weil dafür viele Bäume gefällt wurden, protestierten Anwohner. Erneut kochte die Stimmung in einer Stadtratssitzung im November 2025 hoch. Damals berichteten Projektverantwortliche von den anstehenden Sanierungsarbeiten im zweiten Bauabschnitt von der Geltinger Kurve bis zur Querung der Bundesstraße 11.

Bei den Sanierungsmaßnahmen ging es um die Anbringung geotextiler Tondichtungsbahnen, Fällungen von Gebüsch und Bäumen, Magerwiesenaussaaten und die Anpflanzung von Hainbuchen-Heistern. Für den Abschnitt zwischen Farchet und Waldram aber schloss Roman Töpler von der Sparte Wasserkraft Engineering bei Uniper solche umfangreichen Sanierungsarbeiten ausdrücklich aus. Dort werde nur Bentonitpulver eingebracht, um den hundert Jahre alten Kanal abdichten zu können.
Von einer „Heimsuchung“ für Natur und Landschaft hatte der Stadtrat, ehemalige Umweltreferent und aktuelle Bürgermeisterkandidat der Wolfratshauser Liste, Fleischer, schon damals gesprochen. Umweltreferent Schmidt hält dagegen, dass die Gruppierung bewusst Falschmeldungen verbreite und die Menschen aufrufe, sich gegen eine Zerstörung des Erholungsraumes zu wehren, die so nie geplant gewesen sei. „Es sollte demokratisches Selbstverständnis sein, unsere Stadtgesellschaft nicht mit falschen Behauptungen aufzuhetzen“, sagt Schmidt.
Von diffusen Erklärungen des Unternehmens Uniper spricht dagegen Manfred Fleischer. „Auf die Petition gibt es eine große Resonanz“, berichtet der Kandidat der Wolfratshauser Liste. Seine Gruppierung habe die Flyer für die Petition an Infoständen oder direkt in die Briefkästen verteilt. Es seien auch welche beim Farcheter Lokal „Der Grieche“ ausgelegen. „Mehr als 260 Unterschriften haben wir schon“, so Fleischer.
Ein Enddatum für die Petition gibt es nach seinen Angaben nicht. Die Unterschriftensammlung laufe noch einige Zeit weiter.





















