Bundeswehr und Rettungsdienste proben Transport verletzter Soldaten | ABC-Z

Claus hat ein Tablet in der Hand und scrollt eine Liste herunter. In gelb und rot sind Patientennamen farblich gekennzeichnet – Triage. Das sogenannte “Ineva” System, mit dem die Rettungsdienste in Berlin und Brandenburg arbeiten und in dem sie sehen können, welches Krankenhaus ein freies Bett für ihren Notfallpatienten hat, kommt auch hier zum Einsatz. Es hat eine Software-Erweiterung für Katastrophenfälle oder große Unfälle, damit können viele Patienten gleichzeitig neu ins System aufgenommen und verteilt werden. Manchmal seien die Wartezeiten noch etwas langsamer als sonst, aber insgesamt laufe der Test gut, findet Claus.
Patienten, die schnell ins Krankenhaus müssen, verbringen nur wenige Minuten in der Messehalle am BER, draußen stehen sogar Hubschrauber bereit für den Weitertransport. Am Test nehmen viele Kliniken in der Region teil, unter anderem die Charite, Vivantes und das Unfallkrankenhaus Berlin, außerdem sieben Brandenburger Krankenhäuser, wie der Gesundheits-Campus Frankfurt (Oder), das Potsdamer Ernst von Bergmann Klinikum und die Medizinische Universitätsklinik Lausitz in Cottbus.
Einige Patienten werden auch etwas länger von Sanitätern in gegenüberliegenden Zelten zwischenversorgt, aber immernoch unter einer halben Stunde. Für den Rettungsdienst ist an dieser Übung besonders, dass die Patienten bereits erstversorgt sind – und zwar teilweise schon vor Tagen, an der Front in Litauen, von Bundeswehrsoldaten und Ärzten. In Berlin wird ihr Zustand zwar noch einmal bewertet, durch den Transport könnte sich etwas verändert haben, ansonsten geht es aber um die Aufnahme ins zivile Gesundheitssystem und die Betreuung bis zum Weitertransport. “Aufgrund der derzeitigen Lage in Deutschland ist es schon eine besondere Übung für mich”, sagt Katja vom Deutschen Roten Kreuz in einem der Zelte.





















