Nach Blizzards in den USA: Washington taut auf – schade eigentlich – Panorama | ABC-Z

Mitten in … Chevy Chase
Washington und Umgebung sind jetzt wieder mehrspurig, schade eigentlich. Drei Wochen lang waren auf den Straßen der Hauptstadt der Weltmacht und ihrer Peripherie etliche Spuren mit Eisschnee zubetoniert. Autos fanden sich auf Parkplätzen im Packeis wieder, wie Shackletons Endurance einst in der Antarktis. Unsere Kinder wurden steinreich, indem sie Fahrzeuge freischaufelten, die Schulen waren geschlossen. Die Schneeräumer kamen nicht hinterher – nach Ansicht des Präsidenten waren sicher die Demokraten schuld, er hätte bestimmt die weltgrößten Schneeräumer ever geschickt. Dafür konnte man Iglus bauen, auf Gehwegen eine Gletscherwanderung machen und außer auf dem Potomac auch im Garten Schlittschuh laufen. Ganz lustig eigentlich, doch irgendwann schmilzt halt selbst der Betonschnee dahin. Peter Burghardt
Mitten in … Getxo
In einem neuen Land braucht man neue Freude, und weil die nicht vom Himmel fallen, ist man froh über die Initiative einer Yogalehrerin, im Baskenland ein internationales Frauen-Treffen zu organisieren. In einem Café an der Küste unterhalten sich also zwei Niederländerinnen, zwei Amerikanerinnen, eine Irin und eine Münchnerin über Yoga, Meditation und – Themenwechsel: was für eine Herausforderung das hohe Sprechtempo im Spanischen sei. Eine Frau mit Pferdeschwanz legt den Löffel auf die Untertasse ihres Café con leche. Ein Blick in die Runde: „Sagt mal, habt ihr eigentlich auch eine innere Stimme?“ Eine andere nickt: Auch sie werde von einem weisen Ich mit Ratschlägen versorgt. Dann wieder die Pferdeschwanzträgerin: Ihre innere Stimme sei ganz besonders. Sie lasse sich auf Spanisch umstellen. Mache sie jetzt regelmäßig. „Als Extraübung!“ Franziska Gerlach

Mitten in … Passau
Reines Glück, dass die Dönerbude menschenleer ist, denn kaum hat man sein Essen in der Hand: Rushhour und die Leute stehen bis raus auf den Gehweg. Herein drängt auch eine Traube gut gekleideter Frauen und Männer. Einer von ihnen in Hemd und Sakko stellt sich den Wartenden als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl vor. Ihr Infostand in der Innenstadt laufe schleppend, berichtet er. Doch die Dönerbude, Heimspiel! Da werden gleich Kontakte zu Erstwählern geknüpft („Auf die Sozial-FOS gehst du? Da war ich auch!“), Selfies mit Kebab geschossen und Stimmungsbilder eingeholt: „Was moanst, brauch ma mia a neue Brückn?“ Immerhin können die Wähler in der Schlange nicht einfach weglaufen. Und wenigstens eine politische Botschaft lässt sich hier gefahrlos platzieren: „Ich liebe Döner!“ Wenn das Markus Söder wüsste. Christoph von Eichhorn
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