News

Zweifel in den USA an Begründung für Iran-Angriff | ABC-Z

Stand: 05.03.2026 • 09:04 Uhr

Immer noch tut sich das Weiße Haus schwer, den Angriff auf den Iran schlüssig zu begründen und darzulegen, was die Ziele sind. Dafür hieß es nun, US-Präsident Trumps “Gefühl” habe eine große Rolle gespielt. Die meisten Amerikaner sind nicht überzeugt.

Warum führt US-Präsident Donald Trump Krieg gegen Iran? Die Antwort darauf, spottet das Magazin The Atlantic, hänge vom Wochentag ab. So oder so: Mit dem Verlauf des Militäreinsatzes ist Trump sehr zufrieden: Auf einer Skala von eins bis zehn, so der Präsident, stehen die Dinge an der Kriegsfront bei 15. Und auch Trumps Sprecherin Karoline Leavitt äußert sich bei ihrem Pressebriefing sehr positiv: Operation “Epic Fury”, also “Epischer Zorn”, wie der Militäreinsatz heißt, sei bis jetzt ein überwältigender Erfolg.

Und dies wolle man in Iran erreichen, so Leavitt: “Beseitigung der Bedrohung durch iranische ballistische Raketen, Zerstörung der iranischen Seestreitkräfte, Zerstörung der Produktionsinfrastruktur für Raketen und Drohnen, Unterbrechung und Beendigung des iranischen Weges zu Atomwaffen.”

Machtwechsel als Ziel scheint vom Tisch

Von einem Machtwechsel im Iran ist jetzt nicht mehr die Rede. Dafür berichtet Leavitt: Unmittelbarer Anlass für den Krieg war schlicht “ein Gefühl”, das Trump hatte: “Die Entscheidung, diese Operation zu starten, fußte auf einer kumulativen Wirkung verschiedener direkter Bedrohungen, die Iran für die Vereinigten Staaten von Amerika darstellte, sowie auf dem auf Fakten basierenden Gefühl des Präsidenten, dass Iran eine unmittelbare und direkte Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Amerika darstellt.”

Die demokratische Senatorin Tammy Duckworth hat an einem vertraulichen Regierungsbriefing teilgenommen. Bei CNN wird sie gefragt, ob sie nun ein klares Bild vom Ziel des Militäreinsatzes habe: “Nein, habe ich nicht. Und ich bin zutiefst besorgt, weil die Trump-Administration das offenbar auch nicht hat. In dem Briefing konnten sie die Anwesenden noch nicht mal davon überzeugen, dass es eine unmittelbare Gefahr gab, die es gerechtfertigt hätte, einen Krieg zu beginnen, ohne Zustimmung oder Kontrolle durch den Kongress”, sagt sie.

Zweifel – selbst bei treuen Anhängern

Selbst bei Fox News – sonst verlässlich pro-Trump – tut sich Moderator Will Cain schwer. Ob dieser Krieg vielleicht nicht gut durchdacht sei, will er einen pensionierten General fragen, traut sich aber nicht so richtig. Er wolle ja nicht sagen, dass er den Krieg nicht zu 100 Prozent unterstütze, aber er habe ein paar kritische Fragen, windet sich der Moderator.

Megyn Kelly hingegen, rechtsgerichtete Podcasterin, windet sich überhaupt nicht: “Ich habe ernsthafte Zweifel an dem, was wir tun. Ich unterstütze den Präsidenten und habe ihn gewählt. Aber konservativ zu sein oder Trump zu unterstützen oder Teil von MAGA zu sein, bedeutet nicht, dass man einen weiteren Krieg im Nahen Osten ohne Fragen akzeptieren muss.”

Andere Medienfiguren aus dem MAGA-Spektrum hingegen halten in Treue fest zum Präsidenten. Genauso wie ein großer Teil der traditionellen republikanischen Wählerschaft. Meinungsumfragen zum Krieg ähneln denen zu Trumps Amtsführung: Wer diesen Präsidenten nicht mag, mag auch diesen Krieg nicht – und umgekehrt.

Back to top button