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Nockherberg 2026: So reagieren Politiker und Prominente auf die Fastenpredigt und das Singspiel – München | ABC-Z

Als Luise Kinseher den neuen Fastenprediger am Mittwochabend zu Beginn mit sich fast überschlagender Stimme ankündigt, wird noch einmal klar, dass dieser Auftritt nicht leicht werden könnte. Und am Ende gehen die Meinungen zum Debüt auch so weit auseinander wie selten.

Regisseur Franz Xaver Bogner, der zuletzt eine zweite Staffel „Himmel, Herrgott, Sakrament“ mit Zinner als Pfarrer in der Hauptrolle gedreht hat, sagt: „Ab München war es hervorragend.“ Ab dem Moment, als es um München und die Kommunalwahl ging. Davor sei es gut gewesen. Davor, das ist allerdings auch etwa bereits die halbe Rede. „Man merkt einfach, dass er in München daheim ist“, sagt Bogner noch, ehe er mit dem Regie-Kollegen und ehemaligen Singspiel-Regisseur Marcus H. Rosenmüller ins Gespräch kommt. Der wiederum hat gerade an einem der Tische voller Schauspieler sehr oft in ruhigere Momente laut hineingelacht. „Ich fand es durchgehend super“, sagt Rosenmüller. Er sei zunächst überrascht gewesen, „wie ernst die Rede war“. Aber genau deshalb habe er es so gut gefunden. „Die Ernsthaftigkeit hat mich zum Lachen gebracht. Er hat so oft ins Schwarze getroffen, da tut es aber eben auch immer mal weh.“

Konnten nach Ansicht mancher Zuschauer einfach weiterlächeln, während ihnen eigentlich die Leviten gelesen werden sollten: die derbleckten Politiker im Publikum. Robert Haas
Sah die Rede eher kritisch: Uli Hoeneß.
Sah die Rede eher kritisch: Uli Hoeneß. Robert Haas
Ernsthaft, mitunter versöhnlich: Fastenprediger Stephan Zinner.
Ernsthaft, mitunter versöhnlich: Fastenprediger Stephan Zinner. Robert Haas

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, muss erst ein paar Minuten nachdenken über die Rede. Dann sagt er: „Es war eine gute Rede, sie war okay.“ Das erste Mal sei eben immer schwierig. Da war Hoeneß in vielen Jahren auf dem Nockherberg schon deutlich positiver in seiner Einschätzung. Und dann kommt noch ein ganz harter Satz: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Luise weiterredet.“ Kinseher hat mit einem kurzen kabarettistischen Einstieg den Abend eröffnet, ehe Zinner dann ans Pult trat.

Zwei Reihen weiter hinten sitzt Maxi Schafroth, Zinners Vorgänger, der im vergangenen Jahr, als er von Paulaner abgelöst wurde, gesagt hat: „Ich hätte es gern noch einmal gemacht.“ Durfte er nicht. Und nun sagt er zu Zinners Predigt: „Ich fand es wunderbar, was er für eine Ruhe hat, so eine starke Präsenz. Und es hat mir gefallen, dass es auch an vielen Stellen ein Appell war.“

Schafroths Reden waren zu einem großen Teil Appelle. „Es muss einfach in der heutigen Zeit um das Thema Anstand gehen“, sagt Schafroth. Bei Zinner läuft die Rede in diesem Jahr auf die beiden Kern-Worte Augenmaß und Augenhöhe zu. „Und mir hat gefallen, dass es sehr pointiert war, es auch brechende Elemente gab und er seine eigene Note hat“, sagt Schafroth noch. „Am Ende musst du dich da einfach hinstellen und darfst dich nichts scheißen.“

Das tut auch Regisseur David Dietl nicht in seiner Analyse der Fastenpredigt. „Für mich steht die Rede unter dem Motto: Die Geister, die ich rief. Sie haben dem Ganzen den Zahn gezogen.“ Und mit sie meint er die Veranstalter, die Schafroth nicht noch einmal reden ließen, wegen „einer überzogenen Kritik am Maxi“, wie Dietl sagt. „Da kann der Stephan nichts dafür, aber es war heute kein Derblecken mehr.“

Statt sich die einzelnen Personen richtig vorzunehmen, während sie da sitzen, sei das jetzt eine Generalkritik gewesen, „bei der alle Angesprochenen immer wohlwollend weiterlächeln konnten“. Dabei gäbe es gerade so viele Themen, die man besprechen müsste. „Damit haben sie sich keinen Gefallen getan.“ Michaela May wiederum lächelt vergnügt und sagt: „Ich fand, er hat eine sehr versöhnliche Rede gehalten. Er hat nicht so wild angegriffen, wie Maxi das getan hat.“ Dafür habe er manches schauspielerisch aufgelöst, etwa durch kleine Einlagen.

Die große schauspielerische Einlage folgt. Und da ist das Stimmungsbild eindeutiger. Regisseur Bogner findet das Singspiel „lustig und schnell“, lobt die Art und Weise, wie Politik auf den Arm genommen wird. Und Schauspielerin Brigitte Hobmeier sagt: „Es ist immer wieder erstaunlich, was Theater kann.“ Das Stück habe sie noch mehr berührt als die Rede, „diese liebevolle Art, uns die Hosen runterzuziehen und den Hintern zu versohlen“.

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