Kommunalwahl: Der Landkreis Freising erwartet viele Stichwahlen – Freising | ABC-Z

Gut 139 000 Wählerinnen und Wähler sind diesen Sonntag, 8. März, im Landkreis Freising dazu aufgerufen, einen neuen Kreistag sowie ihren künftigen Landrat oder ihre Landrätin zu bestimmen. Bei der Wahl vor sechs Jahren war die CSU im Freisinger Kreistag zwar trotz Verlusten stärkste Kraft geblieben (21 Sitze), Grüne (16) und Freie Wähler (13) hatten aber deutlich zugelegt. Außerdem stehen am Sonntag in 22 von 24 Städten und Gemeinden im Landkreis Bürgermeisterwahlen an – nur in Fahrenzhausen und Hallbergmoos nicht, da wurde zuletzt außerhalb des üblichen Turnus gewählt. In den beiden größten Kommunen des Landkreises wird es sicher einen Amtswechsel in den Rathäusern geben: Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (FSM) in Freising und Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) in Neufahrn treten nicht mehr an.
In vielen Gemeinden sind schon wegen der Zahl der Bewerber Stichwahlen zu erwarten. Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsangehörigen und EU-Bürger, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Monaten im Landkreis Freising leben. Jeder Wähler erhält vier Stimmzettel: einen hellblauen für die Landratswahl, einen weißen für den Kreistag, einen gelben für den Bürgermeister und einen hellgrünen für den Gemeinderat.
Bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl gibt es jeweils nur eine Stimme pro Kandidat. Für den Freisinger Kreistag hat jeder Wähler dagegen 70 Stimmen – so viele, wie Sitze zu vergeben sind. Bei den Gemeinderatswahlen hängt die Stimmenzahl von der Einwohnerzahl ab, die wiederum die Zahl der Mitglieder in Stadt- und Gemeinderäten festlegt. Einzelne Kandidaten dürfen bis zu drei Stimmen bekommen (Kumulieren), auch über Partei- und Listengrenzen hinweg (Panaschieren). Alternativ kann man eine ganze Liste ankreuzen, dann bekommt jeder Kandidat eine Stimme. Einzelne Namen lassen sich dabei streichen.
Falls nur ein Wahlvorschlag vorliegt, was in Hörgertshausen, Hohenkammer, Kranzberg, Paunzhausen, Rudelzhausen, Wang, Wolfersdorf und Zolling der Fall ist, kann entweder die vorgedruckte Person angekreuzt oder eine andere wählbare Person in eindeutiger Weise auf dem Stimmzettel handschriftlich eingetragen werden. Wer vorher üben will, kann einen interaktiven Probestimmzettel zur Kreistagswahl nutzen, den das Landratsamt Freising auf seiner Homepage zur Verfügung stellt. Die Wahlbriefe der Briefwähler müssen bis spätestens 18 Uhr am Wahlsonntag beim Wahlamt eingegangen sein.
Viele Kandidaten machen Stichwahlen wahrscheinlich
Um den Chefsessel im Freisinger Landratsamt bewerben sich bei dieser Kommunalwahl acht Männer und eine Frau, darunter auch Amtsinhaber Helmut Petz (Freie Wähler). Der 2020 gewählte Jurist Petz tritt mit 68 Jahren für eine zweite Amtszeit an – möglich gemacht durch die 2023 beschlossene Abschaffung des Höchstalters für Kommunalwahlkandidaten.
Streitig machen wollen Petz das Amt die bisherige Langenbacher Bürgermeisterin Susanne Hoyer (CSU), Stephan Griebel (Grüne), Samuel Fosso (Freisinger Mitte), Jan Klose (SPD), Tobias Weiskopf (FDP), Richard Paukner (AfD) und Daniel Rüdel, der von ÖDP und Volt gemeinsam nominiert wurde. Erstmals schickt außerdem die neue Wählervereinigung „Freising für alle“ in Günther Pletschacher einen Kandidaten ins Rennen.
:„Ich will erleben, wie die Kinder aufwachsen“
Innenstadtumbau, neue Schulen, Freizeitbad: Die Bilanz des Freisinger Oberbürgermeisters Tobias Eschenbacher kann sich sehen lassen. Trotzdem tritt er nicht wieder an. Ein Gespräch über Macht, Verzicht und die Frage, was im Leben wirklich zählt.
Eine Stichwahl ist bei so vielen Bewerbern sehr wahrscheinlich, ebenso wie in der Stadt Freising, wo der 2012 und 2020 jeweils mit deutlicher Mehrheit gewählte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) im April 2025 angekündigt hatte, nach zwei Amtszeiten nicht mehr zu kandidieren. Um seine Nachfolge bewerben sich sieben Männer und zwei Frauen: Monika Schwind (Freisinger Mitte), Nico Heitz (Grüne), Peter Warlimont (SPD), Simon Schindlmayr (CSU), Jens Barschdorf (FDP), Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) und Felix Albrecht (ÖDP/Volt).
Außerdem gibt es in Freising gleich zwei neue Player. Der aus der Linken hervorgegangene Wählerverein „Freising für alle“ schickt Stadtrat Nicolas-Pano Graßy ins Rennen und Birgit Mooser-Niefanger, früher FSM, bewirbt sich mit einer Unterstützergruppe namens „Für Freising“.

Auch in Neufahrn steht ein Bürgermeisterwechsel bevor. Franz Heilmeier (Grüne), der amtierende Rathauschef, hat nach zwölf Jahren angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. Er war 2014 zum ersten Grünen-Bürgermeister im Landkreis Freising gewählt und 2020 mit 50,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Beerben wollen ihn nun für die Grünen Christian Meidinger, für die CSU Ozan Iyibas, für die Freien Wähler Wolfram Braun, Maximilian Heumann für die SPD und Felix Bergauer für die ÖDP. Mit einer eigenen Liste geht außerdem Marc Bosch ins Rennen.
In Moosburg will Amtsinhaber Josef Dollinger eine weitere Amtszeit anhängen. Dieses Mal tritt er als unabhängiger Kandidat an und musste deshalb 180 Unterstützer-Unterschriften sammeln. Die Freien Wähler, bei denen er bisher verankert war, haben in Reinhard Lauterbach (FW) einen eigenen Kandidaten nominiert. Sechs Mitbewerber wollen Dollinger den Chefsessel streitig machen, zwei von ihnen sind ebenfalls bereits 2020 angetreten: Michael Stanglmaier (Grüne) und Gunnar Marcus (SPD). Maximilian Mader (CSU), Alexander Strobl (Linke) und Moutasem-Daoud Ghadieh (AfD) bewerben sich dagegen erstmalig.
In Eching kandidiert auch der vorbestrafte Bürgermeister wieder
Interessant wird der Wahlausgang auch in der Gemeinde Eching, wo der umstrittene und wegen Untreue vorbestrafte Bürgermeister Sebastian Thaler mit einer eigens gegründeten Wählergruppe namens „Miteinander Eching gestalten“ (Mega) antritt. Gegen ihn kandidieren Christoph Gürtner (FW), Eric Jacob (Grüne), Michael Steigerwald (CSU) und Victor Weizenegger (SPD, ÖDP, Echinger Mitte). In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten die vier zuvor gewarnt, dass eine weitere Kandidatur Thalers „nicht im Interesse unserer Gemeinde liegt“.
Um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann beginnt die Auszählung. Die Ergebnisse der Bürgermeister- und Landratswahl stehen noch am Wahlabend fest. Auch kleinere Gemeinden haben ihre Gemeinderatsergebnisse oft schon am Sonntag. Die Kreistagswahl und die Ergebnisse größerer Gemeinden folgen in den darauffolgenden Tagen.





















