Kultur

Tuttle darf Berlinale-Chefin bleiben – mit Vorgaben – Kultur | ABC-Z

Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale, muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein „beratendes Forum“ sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte. Es handele sich um „Empfehlungen“ zur Stärkung des Festivals, um es weiterzuentwickeln und die gesellschaftliche Akzeptanz sowie die wirtschaftliche Stabilität abzusichern.

Die gute Nachricht des heutigen Tages sei, dass man sich mit Frau Tuttle und mit dem zuständigen Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) einig geworden sei, sagte Weimer im Kulturausschuss des Bundestags.

Beim diesjährigen Festival hatte es mehrfach Debatten über den Umgang mit dem Nahostkonflikt gegeben. Bei der Abschlussgala hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, Partner „des Völkermords im Gazastreifen“ zu sein. Israel bestreitet den Völkermord-Vorwurf ebenso wie die Bundesregierung. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen des Regisseurs.

Tagelang wurde über eine Ablösung oder einen Rückzug Tuttles spekuliert, bis sich die US-Amerikanerin öffentlich festlegte: Sie wolle weitermachen. Sie hat einen Vertrag bis 2029. Tuttle pochte allerdings auch auf „Unabhängigkeit in der Programmgestaltung und der institutionellen Leitung“.

Auf die Frage nach den Grenzen der Meinungsfreiheit auf der Bühne sagte Tuttle: „Wir leben in einer Welt, die zutiefst polarisiert und emotional aufgeladen ist. Aber wir handeln strikt innerhalb des geltenden gesetzlichen Rahmens.“ Berichte über Tuttles mögliche Ablösung hatten wütende Reaktionen in der Kulturszene und eine Solidarisierung mit der Intendantin ausgelöst.

Back to top button