Paralympics 2026: “Respektvolles Zeichen”: DBS begründet Fernbleiben von Eröffnungsfeier | ABC-Z

Der Deutsche Behindertensportbund wird der Eröffnungsfeier der Paralympics fernbleiben. Als Begründung nennt der Verband organisatorische Gründung – und Solidarität mit der Ukraine.
Der Deutsche Behindertensportbund (DBS) hat am Mittwoch (04.03.2026) erklärt, warum das deutsche Team nicht vor Ort an der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2026 am Freitag teilnehmen wird.
“Wir haben uns nach intensiven team- und verbandsinternen Überlegungen dazu entschieden, nicht am Einmarsch in Verona teilzunehmen”, sagte DBS-Sportdirektor Marc Möllmann im ARD-Mittagsmagazin. “Das hat zum einen organisatorische, sportfachliche Gründe, weil am Folgetag direkt die Wettkämpfe beginnen”, so Möllmann.
Gleichzeitig habe man aber auch “ein respektvolles Zeichen der Wertschätzung und der Solidarität mit der ukrainischen Delegation” setzen wollen.
Deutschland in vorproduzierten Videos dabei
Team Deutschland wird bei einer digitalen Vorstellung mit vorproduzierten Videos dabei sein, aber keine Vertreter ins Amphitheater von Verona schicken. Zuvor hatten bereits einige andere Länder aus Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge bei den Paralympics einen Boykott bei der Eröffnungsfeier angekündigt.
Der DBS hatte ein Fernbleiben zunächst abgelehnt, am Dienstag jedoch mitgeteilt, er werde sich am Einmarsch der Nationen nicht beteiligen und weder Sportler noch Offizielle entsenden.
Ministerin sagt Teilnahme ebenfalls ab
Auch Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein sagte ihr Teilnahme an der Eröffnungsfeier ab. Sie teile die Kritik an der Entscheidung, russische und belarussische Sportler unter ihrer Landesflagge an den Spielen teilnehmen zu lassen, erklärte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Sie respektiere die Autonomie des Sports, verwies aber auf die erheblichen internationalen Vorbehalte gegen das Vorgehen.
Kritik an Organisation der Feier
Ohnehin hätten nur maximal zwei deutsche Sportler in Verona einlaufen dürfen. Wie der Sportinformationsdienst berichtet, hielt sich innerhalb des deutschen Teams das Interesse an diesen beiden Plätzen in Grenzen, zum einen wegen der enormen Entfernungen aus den verschiedenen Austragungsorten der Spiele und zum anderen genau wegen dieser Teilnahmebeschränkung.
Eskau befürchtet Eklat
Die mehrfache Paralympics-Siegerin Andrea Eskau befürchtet durch die Wiederzulassung russischer und belarussischer Sportler unter ihrer Landesflagge einen Eklat bei den diesjährigen Spielen. In Eskaus Disziplin Langlauf ist es durchaus realistisch, dass es eine russische Sportlerin gemeinsam mit einer ukrainischen Sportlerin aufs Podium schafft – und dann womöglich die russische Hymne erklingt.
“Es sind zwei sehr junge russische Sportler zugelassen worden. Denen will ich nichts Böses und ich wünsche ihnen tolle Spiele”, sagte Eskau im Interview mit WDR2. “Man hat ihnen keinen Gefallen getan, sie als Russen starten zu lassen. Als neutrale Athleten hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich auch als solche zu positionieren und zu zeigen, dass sie keinen Krieg wollen.”
Die Langläuferin glaubt nicht, dass sich bei einer Siegerehrung ein ukrainischer Sportler neben einen russischen Athleten stellen wird. Wenn Eskau recht hat und es zu einem solchen Fall kommt, wären Schlagzeilen wohl vorprogrammiert.





















