Wirtschaft

Adidas: Ägyptischer Milliardär Nassef Sawiris wird Adidas-Aufsichtsratschef | ABC-Z

Der ägyptische
Unternehmer ​Nassef Sawiris soll im Mai neuer Aufsichtsratschef
von Adidas werden. Der 65-Jährige wurde laut einer Mitteilung des fränkischen Sportartikelherstellers als Nachfolger
des scheidenden Bertelsmann-Chefs Thomas Rabe
nominiert, der ​sein Amt zur Hauptversammlung ⁠am 7. Mai aufgibt. Sawiris sitzt seit 2016 ‌im
Aufsichtsrat von Adidas ​und ist seit dem
vergangenen Jahr offiziell Rabes Stellvertreter. Über seine
Familienholding NNS ​hält Sawiris nach LSEG-Daten 3,13 Prozent an
Adidas.

Rabe hatte seinen Rückzug als Vorstandschef schon
für 2025 angekündigt, dann aber noch einmal um ein Jahr
verlängert. Nach Rabe soll ‌mit Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ein weiterer Medienmanager in den
Adidas-Aufsichtsrat ​einziehen.

Der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris ist unter anderem Eigentümer des englischen Premier-League-Fußballvereins Aston Villa. © Daniela Porcelli/​Getty Images

Der Vorstandsvorsitzende des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers soll bis 2030 der Norweger Bjørn Gulden bleiben. Der Vertrag des ehemaligen Fußballprofis sei verlängert worden, teilte Adidas mit.

Schwächeres Wachstum in Europa

Wie aus der Adidas-Mitteilung weiter hervorgeht, strebt Adidas in den kommenden drei Jahren eine deutliche Renditesteigerung an. Bis 2028 soll die
operative Umsatzrendite demnach auf ein Niveau von mehr als zehn Prozent
steigen. Eine Rendite von mehr als zehn ​Prozent
hatte Vorstandschef Gulden für die Branche lange als nicht
machbar ‌bezeichnet. ⁠Im vergangenen Jahr ​hatte sie sich bereits auf
8,3 (2024: 5,6) Prozent verbessert.

In diesem und den beiden ​folgenden Jahren soll der Umsatz währungsbereinigt um jeweils einen
hohen einstelligen Prozentsatz steigen – gebremst von Europa, wo
Adidas 2026 nur noch ein Wachstum von etwa fünf Prozent
erwartet. Im Jahr 2023 hatte die Kooperation des Herstellers mit Kanye West für die “Yeezy”-Sneaker zu starken Umsatzeinbußen geführt, nachdem der Rapper mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen war. Im vergangenen Jahr erholte sich das Unternehmen finanziell, da vor allem das Geschäft mit Retro-Schuhen wie Samba und Gazelle gut lief. Schon Ende Januar hatte Adidas für 2025 einen
Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro gemeldet, eine Steigerung um 13
Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahr.

Für das laufende ​Jahr strebt Adidas ein weiteres Umsatzplus von zwei Milliarden Euro
an. Das Betriebsergebnis soll sich auf 2,3 (2025: 2,06)
Milliarden ​Euro verbessern und damit prozentual stärker wachsen als der
Umsatz. Belastungen durch Zölle und Wechselkurse von 400
Millionen Euro will Adidas ‌dabei akzeptieren.

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