Epstein-„Walk of Shame“ taucht über Nacht in Washington auf – Rätsel um skurrile Aktion | ABC-Z

In Washington tauchten am Dienstag seltsame Sticker auf dem Bürgersteig auf. Passanten liefen unweit vom Weißen Haus über den „Epstein – Walk of Shame“, auf dem Namen wie Ex-Präsident Bill Clinton, Microsoft-Gründer Bill Gates oder Ex-Prinz Andrew ihr eigenes Sternchen hatten. Das berichten CNN und die „Washington Post“. Angelehnt an den berühmten Walk of Fame in Hollywood prangert die Aktion wohl die in den Epstein-Akten genannten Freunde des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in aller Öffentlichkeit an. Doch wer genau dafür verantwortlich ist, ist bisher ein Geheimnis.
Der „Walk of Shame“, der „Gang der Schande“, tauchte rund um den Farragat Square auf, einem öffentlichen Platz, der nur 500 Meter von Donald Trumps Weißem Haus entfernt liegt. Trumps Name befand sich wohl bisher nicht unter den Sternen.
Neben Jeffrey Epsteins Konterfei war auf jedem Stern auch ein QR-Code abgebildet, den Neugierige scannen konnten und der sie direkt zu den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten führte. Keiner der Personen konnte allerdings bisher ein kriminelles Verhalten nachgewiesen werden.
Epstein-„Walk of Shame“: Trumps Handelsminister muss bald vor Ausschuss aussagen
Andere Sterne verdienten sich Personen wie die Epstein-Gehilfin Ghislaine Maxwell, der ehemalige Harvard-Präsident Larry Summers, der Milliardär Les Wexner sowie Howard Lutnick, Handelsminister im Kabinett von Donald Trump. Während gegen Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor inzwischen in Großbritannien ermittelt wird, gab es in den USA keine Anklagen seit der Veröffentlichung von Millionen Dokumenten zu den Epstein-Verbrechen. Nur ein Kongressausschuss hat bisher zu dem Thema Untersuchungen angestellt.
So hat sich US-Handelsminister Howard Lutnick erst am Dienstag zu einer Aussage vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses zu dem Skandal um Epstein bereit erklärt. Anfang Februar hatte Lutnick einen Besuch auf Epsteins Privatinsel eingeräumt, auf der zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht worden sein sollen.
In seiner Befragung vor dem US-Kongress hat Ex-Präsident Bill Clinton eine Unterhaltung mit dem heutigen Präsidenten Donald Trump über den Sexualstraftäter und Financier Jeffrey Epstein geschildert. Trump habe ihm demnach Anfang der 2000er Jahre auf einem seiner Golfplätze gesagt, er habe sich mit Epstein zerstritten – „alles wegen eines Immobilien-Deals“. Clinton sagte zudem, Trump habe ihm „nie etwas“ gesagt, das ihn glauben lasse, dieser sei im Zusammenhang mit Epstein in „irgendetwas Unangemessenes“ verwickelt gewesen. „Das ist die Wahrheit“, heißt es in der veröffentlichten Aussage weiter. Er habe „keine Informationen“, wonach Trump etwas Falsches getan habe.
Darum geht es im Epstein-Skandal
Epstein soll nach Erkenntnissen des FBI und des US-Justizministeriums mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er die Opfer an Prominente vermittelt haben. Der Multimillionär Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er nur knapp 13 Monate Haft ab.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
mit afp/dpa





















