1250 Jahre Herrsching: Zwei Wochen Jubiläum mit Riesenrad und Möwen-Maskottchen – Starnberg | ABC-Z

Dass Herrsching in diesem Jahr 1250 Jahre alt wird, soll mit zwei Jubiläumswochen im Juni groß gefeiert werden. Und für die war der Vorstand des Vereins 1250 Jahre Herrsching an diesem Tag wieder einmal voll im Einsatz. Zuerst holten sich die Mitglieder bei der Münchner Berufsfeuerwehr Tipps für das Sicherheitskonzept, dann trafen sie die Herrschinger Gastronomen, die das Catering im Festzelt übernehmen sollen. Zum Abschluss präsentierten sie dem Gemeinderat ihr Konzept.
„Dass das so viel Arbeit macht, hätte ich nie gedacht“, sagt der Vereinsvorsitzende Ludwig Darchinger, wirkt dabei aber keineswegs unglücklich. Von 7. bis 21. Juni finden die Festwochen am Sportplatz in Herrsching statt. Für die Organisatoren ist das gar nicht mehr so lange hin. „Endspurt“, sagt Darchinger. „Wir treffen uns im Vorstand jetzt einmal die Woche.“
Als der Gemeinderat vor eineinhalb Jahren bei einer Klausurtagung überlegte, wer das Ortsjubiläum organisieren könnte, richteten sich alle Blicke auf den Ratskollegen Darchinger. Kein Wunder: Seit 35 Jahren organisiert er das jährliche Schlossgartenfest, hilft beim Maibaumaufstellen und packt auch sonst mit an, wenn Hilfe nötig ist. Für sein Engagement erhielt er vor acht Jahren die Goldene Bürgermedaille der Gemeinde.
Für Darchinger, dessen Familie seit vier Generationen in Herrsching lebt, ist Helfen eine Herzensangelegenheit. „Mir macht Organisieren Spaß. Ich muss immer etwas tun“, sagt der 60-jährige Maler- und Lackierermeister. Das Jubiläum liegt ihm auch aus einem anderen Grund am Herzen: „Als zehnjähriger Bub bin ich bereits bei der 1200-Jahr-Feier in einem Rupfengewand beim Umzug neben dem Wagerl hergegangen“, erinnert er sich. 50 Jahre später verantwortet er mit seinem Team zwei ganze Festwochen.
„Es wird ein Fest von Herrschingern für Herrschinger“, erklärt der zweite Vereinsvorsitzende Alexander Tropschug bei der Präsentation im Rathaus. Der IT-Interims-Manager, auch bekannt als Hallensprecher bei den WWK Volleys, stellte dem Gemeinderat das 30-seitige Konzept vor. „Wir als Verein sind Veranstalter“, betont er. Geplant sind zehn Großveranstaltungen in 16 Tagen, darunter Auftritte von den Brettlspitzn, Wolfgang Krebs und Django 3000, der Jahresempfang der Gemeinde, sowie weitere Veranstaltungen, um das Festzelt auszulasten.
Diese reichen vom Gottesdienst über einen Bandcontest, Senioren- und Kindernachmittage bis zur Modenschau des Gewerbevereins „Wir“. Auch Fahrgeschäfte wird es geben, darunter ein 38 Meter hohes Riesenrad. Die Idee kam von Kassenwart Jörg Ellinger bei einem Brainstorming. „Zuerst haben wir alle gelacht“, erinnert sich Sandra Bauer, Schriftführerin im Verein. Doch Ellinger fand nach unzähligen Anrufen tatsächlich einen Schausteller, der Zeit hatte. „Ein richtiges Highlight. Ich freue mich schon auf den Ausblick über den Ammersee“, so Bauer.
Im Festzelt, das Platz für rund 1200 Menschen bieten wird, übernehmen der Verein und die Herrschinger Gastronomen die Bewirtung selbst. „So können wir die Preise bestimmen“, erklärt Darchinger. Alles soll erschwinglich bleiben – auch die Eintrittspreise für die Veranstaltungen.
Eine weitere Idee war ein Maskottchen. Bis die Plüschmöwe „Herrschi“ realisiert wurde, mussten einige Hürden genommen werden. „Wir brauchten sieben verschiedene Prüfzeugnisse“, erinnert sich Darchinger. Das Stofftier darf beispielsweise nicht abfärben, wenn Babys es in den Mund nehmen. „Herrschi“ wird es auch als lebensgroßes Kostüm geben. In dieses soll ein Helfer schlüpfen und den Festumzug am 16. Juni anführen, erklärt Tropschug.
Den Festumzug am 16. Juni soll „Herrschi“ anführen, ein Helfer im Möwenkostüm
Die To-do-Listen für Vorstand und weitere 18 Leute im Team sind lang. Helfer müssen geschult, Zuständigkeiten und Kommunikationswege festgelegt, Notfallpläne für Brand, Terror oder Unwetter ausgearbeitet und eingeübt werden. Auch Fragen zu Abwasser, Müll und Parken sind Thema. „Wir klären gerade Parkflächen im Gewerbegebiet“, sagt Tropschug. Und der Verein hat sich gegen mögliche Ausfälle, etwa durch Hochwasser, abgesichert. „Jeder hat seine Hausaufgaben“, lacht Sandra Bauer. Sie nennt sich „Mädchen für alles“. Ob Künstlerverträge, Sonderwünsche, Übernachtungen oder Toilettenwägen, wenn die Kollegen sagen: „ruf mal an“, dann legt sie los.
Warum sie das alles in ihrer Freizeit neben Arbeit und Alltag machen? „Ein bisserl verrückt muss man schon sein“, sagt Bauer, und Ellinger ergänzt: „Ehrenamt macht Spaß.“ Jetzt will das Team die Werbung intensivieren, Plakate aufhängen, Social-Media-Beiträge posten und weitere Helfer akquirieren. Neben den etwa 20 Personen im Orgateam gibt es 100 Freiwillige, die sich für Aufgaben vom Parkplatzeinweiser über Abräumer und Ordner bis zur Nachtwache gemeldet haben. Darchinger jedenfalls ist ganz gelassen. „Des werd scho“, sagt er.
Alle Informationen und Tickets gibt es unter www. 1250jahreherrsching.de.





















