Haus für Kinder- und Jugendgesundheit in München eröffnet – München | ABC-Z

Orange, blau, gelb: Im neuen Haus für Kinder- und Jugendgesundheit in der Münchner Altstadt wechseln sich in einem der Wartezimmer die Farben der Stühle ab. In der Mitte stehen niedrigere Tische mit Kinderhockern, in einer Ecke ein Bücherregal voller Bilderbücher. Vom 9. März an wird sich der Wartebereich füllen, dann nimmt die Einrichtung an der Hackenstraße 12 ihren Betrieb auf. Die Gesundheitsuntersuchung zur Einschulung und auch die schulärztliche Sprechstunde der Stadt finden dann dort und nicht mehr wie bisher an der Bayerstraße statt. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und die stellvertretende Gesundheitsreferentin Susanne Herrmann haben am Dienstag die neuen Räumlichkeiten vorgestellt.
„Eltern stehen oft vor einem Dschungel an Angeboten“, sagt Dietl. Jedes Jahr würden zum Einschuljahr 15 000 Kinder zur Untersuchung eingeladen. „Das ist eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu kommen.“ Das sogenannte Screening steht nach Angaben des Gesundheitsreferats an, wenn Kinder im vorletzten Kindergartenjahr sind. Bei der Untersuchung werden unter anderem ein Hör- und Sehtest gemacht und die sprachliche Entwicklung des Kindes beurteilt.
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Für das Screening sind die Räume in den ersten beiden Etagen vorgesehen. Fertig eingerichtet sind die meisten der Behandlungsräume noch nicht. Zwei Zimmer geben an diesem Vormittag Einblicke, wie es in wenigen Tagen aussehen könnte. Der inklusive Behandlungsraum ist großzügig geschnitten, auf dem Boden liegt eine Matte, an der Wand lehnt eine Holzplatte mit Geschicklichkeitsspielen. Es gibt einen Kindertisch mit weiterem Spielzeug, auf der Behandlungsliege liegt ein Spielstethoskop aus Holz. „Hier können wir sehr individuell auf die Bedürfnisse eingehen“, sagt die Ärztin Kathrin Martignoni. An den meisten Tagen sollen der Ärztin zufolge auf zwei Etagen zehn Screenings parallel laufen, bis zu 14 seien möglich.
Der Raum für die schulärztliche Besprechung ähnelt dem für die Untersuchung vor Schulbeginn. Eine bunte Liege, darauf eine Tafel für Sehtests und ein echtes Stethoskop. Auch hier sind die Wände noch kahl, auf einem Regal steht ein Wimmelbild mit Schweinchen, die einen Berg besteigen. „Gerade mit jüngeren Kindern kommt man über Wimmelbilder gut ins Gespräch“, sagt die Ärztin Anna Franz. Und: „Der Raum ist jetzt in einem Zustand, in dem Untersuchungen stattfinden können.“ Noch fahren aber mehrmals am Tag Laster vor – und auch Bilder werden noch aus der Bayerstraße angeliefert.

Die schulärztliche Sprechstunde bietet nach Angaben des Gesundheitsreferats etwa Unterstützung, wenn Kinder längere Zeit nicht zur Schule gehen oder unter chronischen Krankheiten leiden. „Wir können nicht alles beheben“, sagt Franz, „aber wir können eine Lotsenfunktion übernehmen und an Fachärzte und Psychologen weitervermitteln.“ Dietl wünscht sich, dass das neue Haus für Kinder- und Jugendgesundheit auch dazu beiträgt, den Bekanntheitsgrad des Angebots zu steigern. „Mein Wunsch ist, dass Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen.“
Ein Blick durchs Treppenhaus zeigt: Bis zum 9. März ist noch einiges zu tun. Im Flur hängen Baulampen, in einem Wartezimmer in einem anderen Stockwerk stehen Türme aus Kinderstühlen, davor hat ein Handwerker seine Leiter positioniert. Für Herrmann und das Gesundheitsreferat an der Bayerstraße wird es von Montag an ruhiger werden. „Ich werde die Kinder vermissen, wie sie nach ihrem Termin oft fröhlich und mit einem Bild in der Hand durchs Gebäude laufen.“





















