Ernährung und Krebs: Vegetarier und Veganer weisen bei zwei Krebsarten deutlich höheres Risiko auf |ABC-Z

Viel Gemüse, kein Fleisch. Eine Studie belegt, dass Vegetarier bei fünf Krebsarten ein deutlich geringeres Risiko aufweisen. Die Forscher fanden aber auch heraus, dass Nicht-Fleischesser bei zwei Krebsformen deutlich häufiger erkranken.
Menschen, die sich vegetarisch ernähren, verzichten auf Fleisch und Fisch. Die Befürworter fleischfreier Ernährung argumentieren oft mit ethischen Bedenken. Doch nun dürfte ein weiteres Argument hinzukommen: Vegetarier haben ein deutlich geringeres Risiko für fünf Krebsarten, wie eine neue Studie nahelegt.
Die Ergebnisse der Auswertung wurden kürzlich im Fachmagazin „British Journal of Cancer“ veröffentlicht. Die Forscher nutzten Daten von rund 1,8 Millionen Menschen aus verschiedenen Ernährungs- und Gesundheitsstudien. Darunter waren 1,64 Millionen Fleischesser, 57.016 Geflügelesser (ohne rotes Fleisch), 42.910 Fischesser (Pescetarier), 63.147 Vegetarier und 8849 Veganer, die durchschnittlich 16 Jahre lang beobachtet wurden.
Vegetarier hatten im Vergleich zu Fleischessern ein um 21 Prozent geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, ein um zwölf Prozent geringeres Risiko für Prostatakrebs und ein um neun Prozent geringeres Risiko für Brustkrebs. Vegetarier außerdem ein um 28 Prozent geringeres Risiko für Nierenkrebs und ein um 31 Prozent geringeres Risiko für multiples Myelom.
Pescetarier – Menschen die sich vegetarisch und gelegentlich von Fisch und Meeresfrüchten ernähren – wiesen ein geringeres Risiko für Brust- und Nierenkrebs sowie ein geringeres Risiko für Darmkrebs auf. Bei Geflügelessern wurde ein geringeres Risiko für Prostatakrebs festgestellt.
Die Wissenschaftler stellten jedoch auch erhöhte Risiken für Vegetarier und Veganer fest. Die fleischlose Ernährung der Vegetarier ging laut Studienergebnissen mit einem fast doppelt so hohen Risiko einher, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Dies könnte an einem Mangel an Vitamin-B bei einer fleischlosen Ernährung liegen, vermuten die Forscher. Die noch strikteren Veganer hatten im Vergleich zu Fleischessern ein um 40 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs. Dies könnte auf die geringe durchschnittliche Kalziumzufuhr und die geringere Aufnahme anderer Nährstoffe zurückzuführen sein.
„Diese Studie ist eine wirklich gute Nachricht für diejenigen, die sich vegetarisch ernähren, da sie ein geringeres Risiko für fünf Krebsarten haben, von denen einige in der Bevölkerung sehr verbreitet sind“, wird Aurora Pérez-Cornago im britischen „Guardian“ zitiert. Sie ist Hauptautorin der Studie.
Tim Key hat ebenfalls an der Studie gearbeitet. Gegenüber dem „Guardian“ sagte er: „Ich habe das Gefühl, dass der Unterschied eher auf das Fleisch selbst zurückzuführen ist, aber das ist eine Meinung, die wir nicht direkt untersucht haben“. Key fügt hinzu: „Es könnte sein, dass die Ergebnisse anders ausgefallen wären, wenn wir mehr Menschen mit einem sehr hohen Fleischkonsum in der Gruppe der Fleischesser gehabt hätten.“
Die Teilnehmer wurden zwischen den 1990er- und 2000er-Jahren beobachtet. Die Forscher konnten so auch Krankheitsverläufe der Probanden dokumentieren. Jedoch sei laut der Wissenschaftler zu bedenken, dass sich die Ernährungsgewohnheiten in der Zwischenzeit verändert hätten. So werden beispielsweise hoch verarbeitete Lebensmittel häufiger konsumiert und vegane Produkte wie Hafermilch heutzutage oft mit Kalzium und anderen Nährstoffen angereichert.




















