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Immer noch süßlich, deutlich teurer: Das ist die Mogelpackung des Monats | ABC-Z

Immer noch süß, deutlich teurerDas ist die Mogelpackung des Monats

02.03.2026, 10:43 Uhr

Das Produkt enthält nur noch 170 statt 220 Gramm, bei meist unverändertem Preis von 4,99 Euro.

Der Inhalt reduziert sich, der Preis bleibt gleich. Unterm Strich müssen Verbraucher deutlich mehr Geld für ein Produkt bezahlen, ohne dies ohne Weiteres erkennen zu können. Naschkatzen müssen mal wieder tapfer sein, wie die Verbraucherzentrale Hamburg aufdeckt.

In diesem Monat bekommt die Marabou Mjölkchoklad von Mondelez den Titel “Mogelpackung des Monats” von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) verliehen.

Das Produkt enthält nur noch 170 statt 220 Gramm, bei meist unverändertem Preis von 4,99 Euro. Dadurch ergibt sich eine versteckte Preiserhöhung von rund 30 Prozent für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die aktuelle Mengenreduzierung ist nicht der erste Fall von Shrinkflation bei dieser Marke. Bereits 2024 hatte Mondelez die Füllmenge der großen Marabou-Tafeln verringert. Bis etwa zum April 2024 wog die Tafel Schokolade noch 250 Gramm und lag im Supermarkt zu einem Preis von 3,99 Euro im Regal. Dann stieg der Verkaufspreis auf 4,99 Euro. Nun schrumpft außerdem die Füllmenge um 50 Gramm. Unterm Strich ist der Preis beispielsweise für die Marabou Mjölkchoklad seit April 2024 um 84 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Preis für Kakao ist im selben Zeitraum um rund 80 Prozent gefallen.

Die VZHH geht davon aus, dass neben der Mjölkchoklad weitere Sorten leichter geworden sind. Mondelez hat unsere Anfrage dazu jedoch nicht beantwortet. In seiner Stellungnahme teilt der Konzern nur mit, ” das Gewicht einiger Marabou Tafeln von 220 g auf 170 g anzupassen”. Das dürfte auf die Sorten Nötchoklad (Nuss), Apfelsine Krokant, Mintkrokant, Salz-Mandel, Black Salzlakritz, Oreo und Daim zutreffen, die alle bisher in 220 Gramm Tafeln angeboten wurden.

Aussagen des Konzerns nur schwer nachzuvollziehen

Hersteller Mondelez verweist auf hohe Kosten für Kakao sowie für Energie, Verpackung und Transport. “Das bedeutet, dass die Herstellung unserer Produkte viel teurer ist ( … ).”

Die Aussagen des Konzerns sind aus Sicht der Verbraucherschützer aber nur schwer nachzuvollziehen. Der Preis für Kakao befindet sich seit einem Jahr auf Talfahrt. Zwar wirken sich Börsenpreise verzögert im Handel aus, dennoch ist die erneute massive Verteuerung im Hause Mondelez verwunderlich. Die Preise einiger Schokoladen von Handelsmarken wurden aufgrund der deutlich gefallenen Kakaopreise zuletzt sogar wieder gesenkt.

Verbraucher müssen sich häufig über versteckte Preiserhöhungen ärgern. Vorausgesetzt, sie entdecken diese auch. Die VZHH bietet die Möglichkeit, auf Produkte, mit denen Kunden derart (weniger Inhalt bei gleichem Preis) getäuscht werden, aufmerksam zu machen. Sie macht diese Produkte dann öffentlich und kürt sie zur Mogelpackung des Monats und des Jahres.

Quelle: ntv.de, awi

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