Israel und USA im Krieg mit Iran: Iran bestätigt Tod von Chamenei | ABC-Z

7.41 Uhr: Israel: „Gerechtigkeit ist geschehen“
afp | Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, als Akt der „Gerechtigkeit“ begrüßt. Chamenei sei „zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung“ eliminiert worden, erklärte Katz am Sonntag in Onlinediensten.
„Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten“, betonte der Verteidigungsminister.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von Luftangriffen gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Bei einer Attacke in Teheran wurde Chamenei getötet. Als Reaktion führte der Iran Gegenangriffe auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.
7.05 Uhr: Trump warnt den Iran vor Vergeltungsschlägen
dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Iran nach den amerikanisch-israelischen Luftangriffen vor Vergeltungsschlägen gewarnt. „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner in Großbuchstaben auf der Plattform Truth Social. Sollte das passieren, werde man „mit einer noch nie zuvor gesehenen Stärke“ zurückschlagen.
Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen hatten die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen. „In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen“, hieß es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.
7.02 Uhr: Erneute Explosionen in Golfstaaten
dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei durch amerikanisch-israelische Angriffe sind in den arabischen Golfstaaten erneut Explosionen zu hören. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.
Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran gestern mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Die arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen.
7.01 Uhr: Israels Armee gibt erstmal Entwarnung
dpa | Israels Armee hat nach gemeldeten Raketenangriffen des Irans wieder Entwarnung gegeben. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe aufhalten, teilte die Armee am Morgen mit. Zuvor waren Luftabwehrsysteme im Einsatz gewesen, um die Angriffe abzuwehren. Zum bereits 20. Mal hätten Millionen Menschen in Israel innerhalb von 24 Stunden wegen Angriffen des Irans in die Schutzräume rennen müssen, erklärte das Militär. Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht auch ihre Angriffe gegen Raketenstützpunkte und Luftabwehrsysteme im Iran fortgesetzt.
7.00 Uhr: Mützenich: Trumps Ziele sind schleierhaft
dpa | SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich blickt kritisch auf die schweren Angriffe im Iran und fordert von den USA und Israel Transparenz zu den Beweggründen ihres Handelns. „Die israelische Regierung hat den militärischen Eingriff als präventive Reaktion gerechtfertigt. Solange sie jedoch ihre Erkenntnisse nicht öffentlich darlegt, werden Zweifel bleiben“, sagte der frühere Fraktionsvorsitzende dem „Tagesspiegel“.
Genauso schleierhaft seien die Ziele von US-Präsident Donald Trump und welche Konsequenzen sich daraus ergäben. „Die amerikanische Regierung muss erklären, warum weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aussichtslos waren.“ Zugleich forderte Mützenich eine Feuerpause, damit Zivilisten sich in Sicherheit bringen könnten.
Mützenich betonte im „Tagesspiegel“ die Brutalität und Gefahr der Machthaber im Iran und sprach von einer diktatorischen Gewaltherrschaft. „Sowohl die überwiegende Mehrheit der iranischen Bürger als auch viele Länder wären glücklich, wenn die Machthaber durch eine legitime Regierung und ein verantwortungsbewusstes Parlament abgelöst würden.“ Die Erfahrung bestätige aber, dass derartige Veränderungen nicht von außen initiiert werden könnten – „schon gar nicht in einer Region, die durch zahllose Interventionen und Putsche geprägt ist“.
6.56 Uhr: Erneut Explosionen in Golfregion
afp | Einen Tag nach Beginn der iranischen Vergeltungsangriffe sind mehrere Städte in der Golfregion am Sonntagmorgen erneut von Explosionen erschüttert worden. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai und in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören. In Israel war am Samstag eine Frau getötet worden. Die Behörden in den Emiraten meldeten zwei Todesopfer in Abu Dhabi. In Dubai wurde das Luxushotel Burdsch Al Arab durch Trümmer einer abgeschossenen iranischen Drohne beschädigt. Bei einer Explosion unbekannter Ursache auf der künstlich angelegten Insel The Palm in Dubai waren zuvor vier Menschen verletzt worden.
6.33 Uhr: „Werden auf Vergeltung mit Gewalt reagieren“
rtr | US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor beispielloser Gewalt gewarnt, sollte das Land Vergeltung üben. Die Vereinigten Staaten würden den Iran mit einer noch nie dagewesenen Macht treffen, erklärt Trump auf Truth Social. „Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als njemals zuvor.“
6.31 Uhr: Was bedeutet Chameneis Tod für den Iran?
dpa | Chameneis Tod markiert eine Zäsur für den Iran – eine epochale Veränderung, deren Konsequenzen noch nicht absehbar sind. Die Situation ist im Fluss, nicht zuletzt angesichts der amerikanischen und israelischen Angriffe, die gerade erst begonnen haben. Das Herrschaftssystem der Islamischen Republik ist erschüttert. Aber wankt es oder bricht es gar mittelfristig in sich zusammen? Zumindest letzteres scheint Experten zufolge kurzfristig unwahrscheinlich: Das Herrschaftssystem hat sich in den fast 50 Jahren seit der Revolution massiv gefestigt und kontrolliert über seinen vielschichtigen Sicherheitsapparat das öffentliche Leben mit harter Hand.
Die Islamische Republik könne „den Verlust mehrerer Schlüsselfiguren verkraften“, genauso wie mehrtägige Luftangriffe, schrieb etwa Thomas Juneau, Professor an der kanadischen Universität Ottawa, auf der Plattform X. Zudem soll Chamenei nach den israelischen und amerikanischen Angriffen im vergangenen Jahr die Erstellung mehrschichtiger Nachfolgepläne für einen erneuten Kriegsfall angeordnet haben, um ein Machtvakuum zu vermeiden. Solange sich die Nachfolger auf Polizei, Militär, Revolutionsgarden und die Basidsch-Milizen stützen können, um mögliche Proteste zu unterdrücken und es keine Palastrevolte innerhalb der Führungszirkel gibt, dürfte das System Bestand haben.
6.30 Uhr: Iran will Kurs von Chamenei fortsetzen
rtr | Der Iran wird laut Parlamentssprecher Baker Kalibaf den Weg von Ajatollah Chamenei fortsetzen. Sich an US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wendend, sagt Kalibaf im Staatsfernsehen, sie hätten eine rote Linie überschritten. Dafür würden sie bezahlen.
6.24 Uhr: Tausende Iraner trauern in Teheran um Chamenei
afp | Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, haben sich am Sonntag tausende Menschen zu seinen Ehren in Teheran versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Enghelab-Platz skandierten „Tod den Vereinigten Staaten“ und „Tod Israel“, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.
6.20 Uhr: Revolutionsgarden melden Vergeltungsschläge
dpa | Die iranischen Revolutionsgarden haben in Reaktion auf die Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei nach eigenen Angaben massive Vergeltungsschläge gegen Dutzende Stellungen der USA und des Erzfeindes Israel durchgeführt. Es seien 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels Armeehauptquartier und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier genommen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr von Irans Elitestreitmacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In Israel gab es in den frühen Morgenstunden wiederholt Raketenalarm. Die Luftwaffe ist nach Armeeangaben im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.
6.03 Uhr: Ein Trio soll Iran vorübergehend führen
dpa | Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.
Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber. Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.
5.37 Uhr: Pahlavis Sohn bringt sich als Interimsführer ins Spiel
dpa | Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, brachte sich erneut als Übergangsführer des Irans ins Spiel. „Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er in der „Washington Post“. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Darauf sollten freie Wahlen folgen.
5.26 Uhr: Erneut Explosionen in Dubai
rtr | In der Region Dubai sind Augenzeugen zufolge erneut laute Explosionen zu hören. Der Iran hatte nach Angriffen der USA und Israels Vergeltungsschläge gegen die benachbarten Golfstaaten gestartet. Der Iran hat erklärt, er werde US-Stützpunkte in der Region angreifen.
4.35 Uhr: Iran bestätigt Tötung des Chefs der Revolutionsgarden
afp | Der Iran hat den Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, bestätigt. Er sei ebenso wie der Vorsitzende des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, am Samstag bei den US-israelischen Luftangriffen auf Teheran umgekommen, teilte die iranische Justiz am Sonntag auf ihrer Website „Misan Online“ mit.
4.31 Uhr: Afghanistan feuert auf pakistanische Jets über Kabul
rtr | Afghanistan feuert nach eigenen Angaben auf pakistanische Jets über der Hauptstadt Kabul. Zuvor erschüttern Explosionen und Schüsse die Stadt. Die Geräusche seien das Ergebnis des Beschusses pakistanischer Flugzeuge, sagt ein Sprecher der Taliban-Regierung. Eine pakistanische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
4.16 Uhr: EU-Außenminister beraten am Sonntag über Lage im Iran
afp | Angesichts der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran und zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans kommen die Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten am Sonntag zu einer außerordentliche Sitzung zusammen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei über „über den Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten“ beraten werden. „Die wahllosen Angriffe des iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen größeren Krieg zu ziehen, und wir verurteilen dies“, sagte Kallas am Samstag.
3.37 Uhr: Israel greift weitere Ziele im Iran an
dpa | Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele bombardiert. Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Irans abgeschlossen. Ziele seien unter anderem Raketenabschussanlagen, Einrichtungen der Staatsführung und militärische Kommandozentren gewesen. Die Armee werde ihre Angriffe zur Schwächung der Militärkapazitäten des Irans fortsetzen.
3.13 Uhr: G7-Außenminister beraten über Lage im Iran
dpa | Die Außenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien haben sich nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe gegen Ziele im Iran auf eine enge Abstimmung verständigt. Die USA hätten einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen und ihre weiteren Aussichten gegeben, teilte das japanische Außenministerium nach einem Telefonat der Minister mit. Japan werde in Bezug auf den Iran mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der G7-Gruppe weiter „alle notwendigen diplomatischen Anstrengungen“ unternehmen, sagte Außenminister Toshimitsu Motegi. Zu den G7-Ländern gehören neben Japan und den USA auch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada.
3.08 Uhr: Demonstrationen in den USA
dpa | Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran haben sich in den Vereinigten Staaten in mehreren Städten Menschen auf den Straßen versammelt. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New York und Los Angeles statt. Teils kritisierten die Demonstrierenden das Vorgehen der USA und forderten Frieden für die Region. Andere feierten dagegen den Schlag gegen die iranische Führung.
In der Hauptstadt Washington war bei den Protesten auch eine überlebensgroße Figur von US-Präsident Donald Trump zu sehen, die in Häftlingskleidung durch die Straßen ging – über ihr ein großer Schriftzug, der eine Amtsenthebung Trumps fordert.
Andere feierten den Tod des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. „Ich möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte tanzen. Ich möchte lachen – aber vor allem möchte ich einfach nur feiern“, zitierte die „New York Post“ einen Demonstranten aus Los Angeles. Dem Bericht zufolge gingen in der Stadt Hunderte Menschen auf die Straße, um die Angriffe auf den Iran zu feiern. Die Stadt ist ein Zentrum der iranischen Diaspora in den USA.
3.08 Uhr: Iran bestätigt Tod von Chamenei
afp | Das iranische Staatsfernsehen hat den Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bestätigt. Ein Moderator verkündete die Nachricht am Sonntag um 05.00 Uhr Ortszeit (02.30 Uhr MEZ) mit brüchiger Stimme. Das Staatsfernsehen machte keine Angaben zu den Umständen von Chameneis Tod und erwähnte auch die Luftangriffe der USA und Israels auf dessen Residenz am Samstag in Teheran nicht.
Der Sender zeigte Archivaufnahmen Chameneis, die als Zeichen der Trauer mit einem schwarzen Band versehen waren. Nach Angaben des Moderators wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen. Als geistliches Oberhaupt des Iran lenkte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Geschicke der Islamischen Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer Ayatollah Ruhollah Khomeini übernommen.
2.49 Uhr: Tochter und Enkel Chameneis getötet
dpa | Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen auf den Iran auch mehrere Angehörige des obersten Führers Ali Chamenei getötet worden. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Chameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen. Dem Sender Al-Jazeera zufolge berief sich Fars dabei auf Chamenei nahestehende Quellen. Aus dem Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Chamenei selbst wurde nach US-Angaben bei Angriffen am Samstag ebenfalls getötet.
2.11 Uhr: Explosionen in Teheran
afp | Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut von lauten Explosionen erschüttert worden. Mindestens drei Detonationen seien zu hören gewesen, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich waren dröhnende Geräusche zu hören, die denen von Flugzeugen ähnelten. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den Luftangriffen der USA und Israels mindestens 201 Menschen getötet und mehr als 740 weitere verletzt. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
1.00 Uhr: Iran schließt Straße von Hormus
rtr | Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran und der darauf folgenden Sperrung der Straße von Hormus durch Teheran haben mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser ihre Fahrten durch die Meerenge eingestellt. Dies betrifft Rohöl, Treibstoff und Flüssigerdgas (LNG), wie Händler am Samstag sagten. „Unsere Schiffe werden für einige Tage stillliegen“, sagte ein führender Manager eines großen Handelshauses. Satellitenbilder zeigten, dass sich Schiffe vor großen Häfen wie Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten stauten und die Straße von Hormus nicht passierten.
Mehrere Schiffe in der Region haben nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides eine Funkdurchsage von den iranischen Revolutionsgarden erhalten, wonach „kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf“. Die Tankervereinigung Intertanko teilte mit, die US-Marine habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt – dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, dem Nordarabischen Meer und der Straße von Hormus – da sie die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren könne. Auch das griechische Schifffahrtsministerium riet Schiffen, die Region zu meiden. Die britische Marine erklärte hingegen, die Anweisungen des Irans seien nicht rechtsverbindlich, und riet den Schiffen, die Meerenge mit Vorsicht zu passieren.
Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von den Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran, werden durch die Meerenge transportiert. Hinzu kommen große Mengen an Flüssigerdgas aus Katar. Bei 14 LNG-Tankern war bereits zu beobachten, dass sie langsamer fuhren, wendeten oder stoppten. Die deutsche Container-Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, sie setze alle Durchfahrten durch die Straße von Hormus bis auf Weiteres aus.
0.52 Uhr: Syrien verurteilt iranische Angriffe
ap | Syrien hat die iranischen Angriffe auf Golfmonarchien scharf verurteilt. Das Außenministerium in Damaskus teilte mit, es verurteile Irans Attacken auf die Souveränität und Sicherheit der betroffenen Staaten aufs Schärfste. In der Erklärung blieben die Angriffe Israels und der USA auf den Iran, die am Samstagmorgen begannen, indes unerwähnt. Dies spiegelte aus Sicht von Beobachtern das Bemühen der syrischen Übergangsführung wider, die Beziehungen zu einflussreichen Volkswirtschaften in der Region und zu den USA zu stärken. Unter dem Ende 2024 gestürzten Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien zu den engsten Verbündeten Irans in der Region gehört.
0.34 Uhr: Auch Russland fordert Sondersitzung der IAEA
dpa | Nach Teheran fordert auch Moskau wegen der israelisch- amerikanischen Angriffe im Iran eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Diese solle vor einer ohnehin geplanten regulären Frühjahrssitzung des IAEA-Gouverneursrates am Montag stattfinden, schrieb der russische Botschafter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, auf der Plattform X. Zuvor hatte auch der Iran unter Verweis auf eine „Bedrohung“ der nuklearen Einrichtungen im Land eine Sondersitzung gefordert.
0.30 Uhr: Verletzte auf Flughafen von Dubai
ap | Bei einem mutmaßlichen iranischen Raketenangriff sind auf dem internationalen Flughafen von Dubai vier Menschen verletzt worden. Die Emirate sprachen am Samstag in einer Mitteilung von einer „schweren Attacke mit iranischen ballistischen Raketen“. Angriffe wurden auch an anderen Verkehrsflughäfen in der Region gemeldet, etwa am Internationalen Flughafen Kuwait. Mehrere Airports wurden geschlossen und Flüge gestrichen.
0.13 Uhr: IAEA beruft Dringlichkeitssitzung ein
rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält am Montag eine Dringlichkeitssitzung wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran ab. Das von Russland beantragte Treffen beginne um 09.00 Uhr (MEZ), teilt die UN-Behörde mit. Diplomaten zufolge gibt es keine Anzeichen dafür, dass bei den Angriffen am Samstag iranische Atomanlagen getroffen wurden.
0.00 Uhr: Rubio sagt Reise nach Israel ab
dpa | US-Außenminister Marco Rubio wird seine Reise nach Israel nicht wie geplant antreten. Aufgrund der aktuellen Umstände werde Rubio am Montag nicht nach Israel reisen, teilte ein Vertreter des Ministeriums auf der Plattform X mit. Er machte keine Angaben dazu, ob die Reise zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll.





















