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Iran – Was über den Angriff von Israel und den USA bekannt ist – Politik | ABC-Z

Am Morgen des 28. Februar haben Israel und die USA Iran militärisch angegriffen, Gegenschläge folgten bald in der ganzen Region. Ein Überblick zu wichtigen Ereignissen und Reaktionen:

Wie lief der Angriff ab?

Nachdem zunächst israelische Luftschläge gegen Ziele in Iran gemeldet worden waren, wurde bald darauf auch die Beteiligung der US-Armee bekannt. Seither wurden Attacken auf Ziele in Teheran und vielen weiteren Orten des Landes bestätigt.

Anders als beim zwölf Tage langen Krieg im vergangenen Juni begannen die Angriffe am Morgen und nicht in der Nacht. Getroffen wurden Berichten zufolge Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele in der Nähe von Regierungsgebäuden.

Israel versuchte nach Militärangaben, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen. In Teheran seien gleichzeitig mehrere Orte attackiert worden. Dort hätten sich „hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans versammelt“.

Die Bevölkerung Teherans wurde mittlerweile offiziell dazu aufgerufen, falls möglich ruhig die Hauptstadt zu verlassen. Auf den Straßen bildeten sich viele Staus, vor Tankstellen lange Schlangen. Geschäfte waren vielerorts geschlossen. Ärzte und Personal im Gesundheitswesen wurden aufgefordert, sich bereitzuhalten.

Wie begründen die USA und Israel ihre Angriffe?

Israels Ministerpräsident Netanjahu rechtfertigt die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint ist damit Irans Atom- und Raketenprogramm. Es dürfe „nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen“, sagte Netanjahu weiter.

US-Präsident Donald Trump nannte in einer Videoansprache in gewohnt drastischen Worten gleich mehrere Gründe für die „Operation Epic Fury“ (Operation Gewaltige Wut), darunter: Iran stelle seit vielen Jahren eine Gefahr für die USA dar, Verhandlungen über das Atomprogramm seien fruchtlos verlaufen und das Regime habe unzählige Verbrechen begangen. Die US-Angriffe zielten darauf ab, Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern und die militärische Schlagkraft des Landes zu vernichten.

Das iranische Volk rief Trump dazu auf, die Chance zum Umsturz zu nutzen, sobald die Intervention ihnen dafür den Boden bereitet habe: „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung.“

Wie reagiert das Regime in Iran?

Die iranischen Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben als Reaktion vier US-Militärstützpunkte in der Region. Darunter waren die Stützpunkte Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete. Auch in vielen Teilen Israels und des Westjordanlands gab es den Tag über immer wieder Luftalarm wegen anfliegender Raketen und Geschosse, auf Entwarnung folgte teils innerhalb kürzester Zeit ein neuer Alarm, sodass Normalität kaum möglich war. Luftalarm gab es Berichten zufolge auch im Irak.

Inwiefern ist das Regime in Teheran geschwächt?

„Wir haben vielleicht ein paar Kommandeure verloren, aber das ist kein so großes Problem“, so der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Samstagnachmittag. Über den möglichen Tod hochrangiger Regime-Mitglieder bis hin zum obersten Führer Ayatollah Chamenei wurde zunächst spekuliert. Sein Palast in Teheran soll zerstört sein, das Staatsoberhaupt selbst sei zu dieser Zeit wohl aber bereits an einem anderen Ort gewesen. Araghtschi sagte dem Sender NBC News, Chamenei sei am Leben, soweit er wisse. Verlässliche Berichte über seinen Aufenthaltsort gibt es derzeit nicht.

Was ist zu Opfern der Militärschläge bekannt?

Zu zivilen Opfern hieß es aus Iran, es sei gezielt eine Mädchenschule angegriffen worden, die Todeszahl wurde mehrfach nach oben korrigiert und zuletzt mit mindestens 85 angegeben. Mehr als weitere 90 Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Aus Israel gab es Berichte über einige Verletzte.

Wie reagiert die internationale Gemeinschaft?

Der UN-Sicherheitsrat will zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen soll sich am Samstag um 22 Uhr MEZ treffen. Frankreich und Bahrain hätten die Sitzung angefragt, teilte die israelische Botschaft bei den Vereinten Nationen mit. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Eskalation scharf und forderte alle Parteien auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) telefonierte nach Angaben seines Sprechers mit Netanjahu. Über die Inhalte wurde nichts bekannt. Merz habe auch „mit anderen Partnern in der Region“ gesprochen und sich mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer abgestimmt. Außerdem stehe „die Bundesregierung in engem Austausch mit dem amerikanischen Partner“.

Merz, Macron und Starmer veröffentlichten nach ihren Gesprächen eine gemeinsame Erklärung, in der sie eine Wiederaufnahme der Verhandlungen fordern und deutlich machen, dass sie an den Angriffen auf Iran nicht beteiligt waren. Merz verurteilte das Verhalten der iranischen Führung in der Region und im eigenen Land. „Die Bundesregierung ruft Iran nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen.“

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