Auswärtiges Amt rät „händeringend“ von Reisen nach Israel ab – Trump „nicht glücklich“ über Iran – Politik | ABC-Z

Angesichts wachsender Spannungen zwischen den USA und Iran rät die Bundesregierung „dringend“ von Reisen nach Israel ab. Das Auswärtige Amt (AA) passte seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land an. „Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten“, heißt es auf der Homepage des AA. Israel befinde sich weiterhin „formell im Kriegszustand“. Das Vereinigte Königreich, die USA und China zogen Botschaftspersonal aus dem Mittleren Osten ab.
Hintergrund ist der Konflikt zwischen den USA und Iran. Beide Länder verhandeln derzeit über das umstrittene iranische Atomprogramm. US-Präsident Donald Trump hat Iran mit einem militärischen Angriff gedroht, sollten Verhandlungen scheitern. In den vergangenen Wochen hat Washington seine Militärpräsenz in der Region massiv verstärkt. In der Nacht zum Samstag war der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford bereits in israelischen Gewässern angekommen. Zudem fingen mehrere Container-Reedereien an, Schiffe um Afrika statt um den Suez-Kanal umzurouten, wegen „unvorhergesehener Einschränkungen bei der Sicherheitsunterstützung im Roten Meer.“
:Die USA bereiten die Eskalation vor
Obwohl die Trump-Regierung und das iranische Regime noch immer verhandeln, wird ein bewaffneter Konflikt immer wahrscheinlicher. Das US-Militär zieht massiv Kräfte im Nahen Osten zusammen. Ein Überblick.
Zwischen Iran und Israel gilt derzeit nach den amerikanischen und israelischen Angriffen im Sommer 2025 eine Waffenruhe. Sollten die USA allerdings Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele in Israel mit Raketen attackiert.
„Die Sicherheitslage in der Region ist angespannt und zunehmend volatil“, heißt es auf der Homepage des AA. „Bei einer Eskalation könnte es auch in Israel und den Palästinensischen Gebieten ohne Vorwarnung zu sicherheitsrelevanten Vorfällen kommen.“ Zudem müsse jederzeit mit Einschränkungen des Flugverkehrs gerechnet werden: Flüge könnten storniert werden, und auch längerfristige Sperrungen des Luftraums seien möglich.
Trump zeigte sich unzufrieden mit den bisherigen Gesprächen über Irans Atomprogramm. „Ich bin nicht glücklich darüber, wie sie sich verhalten“, sagte Trump in Washington über die Iraner. „Sie sollten ein Abkommen abschließen, das wäre klug von ihnen.“ Iran habe bislang nicht eingewilligt, auf den Besitz und den Erwerb von Atomwaffen zu verzichten. „Wir wollen, dass Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht“.
Stunden später kritisierte er bei einem Besuch im US-Bundesstaat Texas zudem, dass Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Das Land wolle „ein bisschen anreichern“, auch wenn es dafür keine Notwendigkeit gebe. „Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent“, was der Iran für zivile Zwecke wolle. Er sei damit nicht zufrieden.
Aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen
Donald Trump über einen möglichen Militäreinsatz gegen Iran
Vor seinem Abflug nach Texas hatte Trump sich in Washington zudem mit Blick auf ein mögliches militärisches Vorgehen geäußert: Es wäre netter, wenn ein Militäreinsatz nicht nötig sei – „aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen“. Trump betonte, dass er das „stärkste Militär der Welt“ gerne nicht einsetzen wolle. Er verwies zudem darauf, dass er durchaus ein Risiko für einen länger währenden Konflikt im Nahen Osten infolge eines US-Angriffs sehe. „Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative.“ Eine abschließende Entscheidung zum weiteren Kurs habe er bislang nicht gefällt.
Mitte des Monats hatte Trump noch eine Frist für einen Deal genannt. Vor Journalisten sagte er auf einem Flug mit der Air Force One, dass 10 bis 15 Tage ausreichend seien. Das sei „so ziemlich das Maximum“.
Zuletzt hatten die USA und Iran am Donnerstag miteinander verhandelt. Am Montag wollen sie erneut zusammenkommen. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi sind „technische Gespräche“ in Wien geplant. Dort befindet sich die Zentrale der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
Der Außenminister des Vermittlers Oman, Badr al-Bussaidi, schürte am Freitagabend Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und Iran. „Der Frieden ist zum Greifen nah“, schrieb er nach einem Treffen mit US-Vizepräsident J. D. Vance auf X. Er freue sich auf „weitere und entscheidende“ Fortschritte in den kommenden Tagen. Er habe Vance über Details der Verhandlungen informiert.



















