Rezension zweite Staffel Oderbruch: Achtsam saugen – Medien | ABC-Z

Es ist nicht leicht, ein Vampir zu sein. Emotional noch komplizierter: langsam zu merken, dass man einer ist. Diese Erkenntnis, nicht nur von Blutsaugern umgeben zu sein, sondern selber dazu zugehören, erwischte in Staffel eins Maggie Kring (Karoline Schuch) mit einer düsteren Zwangsläufigkeit, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Man überlegt jetzt kurz. Ob das dann Vampir-Eis wäre? Und ist mit dieser Frivolität ziemlich exakt beim Unterschied zwischen Staffel eins und zwei. Diese Serie war einmal buchstäblich todernst. Es ging um Vorfahren, Schicksalsschuld, Geschwister, die sich gegenseitig nicht retten können, um den Moment, in dem sich mitten im Oderbruch eine Horrorrealität zeigt. In Staffel zwei geht es um das alles – auch. Und trotzdem liegt in den neuen Folgen eine gewisse Leichtigkeit und Uneigentlichkeit, die dazu reizt, Witze zu machen, sich zu amüsieren, wenn sich Vampire nett sagen „du musst viel trinken“. Und weil die neuen Folgen – die damit anfangen, dass die Kring-Geschwister andere Vampire jagen – größtenteils in Spanien spielen, wo es heller ist als im Oderbruch, sieht man auch alles viel besser. Etwa, wenn einer mit Blut im Kristallglas zuprostet und einer mit Rotwein. Wie Lucas Gregorowicz als polnischer Ex-Ermittler Zajak im strahlend weißen Hemd formvollendet durch die Serie pflügt und auch mal dekorativ ein Zicklein zum Ausschlürfen für zwischendurch auf den Schultern trägt. Oder dass die als „Großer Jäger“ klassifizierten Vampire weltweit ihr Revier praktischerweise mit schön sichtbaren Zeichen auf Ortsschildern und Kilometersteinen markieren, vielleicht sind sogar Jagd- und Schonzeiten geregelt.





















