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Stauden teilen und schneiden: Worauf es bei der Pflege ankommt | ABC-Z

Stand: 25.02.2026 20:00 Uhr

Stauden lassen sich durch Teilung leicht vermehren. Für sommer- und herbstblühende Exemplare ist der Frühling kurz vor dem Austrieb der richtige Zeitpunkt. Tipps zur Pflege und zum Rückschnitt.

Das Besondere an Stauden ist ihre Langlebigkeit. Im Winter ziehen sich die meisten Arten in den Boden zurück, um ihm Frühjahr erneut auszutreiben. Bei guter Pflege haben Gartenbesitzer jahrelang Freude an den Pflanzen. Damit auch ältere Stauden kräftig wachsen und blühen, sollten sie in regelmäßigen Abständen geteilt werden. Je nach Stauden-Art etwa alle zwei bis vier Jahre. Durch das Teilen wird die Pflanze verjüngt, treibt kräftiger aus und es entstehen gleichzeitig viele neue Pflanzen, über die sich oft auch Nachbarn oder Freunde freuen.

Der richtige Zeitpunkt: Stauden im Frühjahr oder Herbst teilen?

Frauenmantel sollte im Frühling geteilt werden.

Im Frühjahr blühende Stauden wie Bart-Iris, Grasnelke oder manche Storchschnabel-Arten benötigen ihre ganze Kraft für die Blüte und sollten deshalb nach der Blütezeit, am besten im Herbst, geteilt werden. Sommer- und herbstblühende Stauden wie beispielsweise Astern, Fette Henne, Sonnenhut und Sonnenbraut werden am besten im Frühjahr vor oder bei beginnendem Austrieb geteilt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie bereits Nährstoffe gespeichert, die sie für die kommende Wachstumsperiode benötigen. Taglilien können sowohl im Herbst nach der Blüte als auch im Frühjahr geteilt werden. Wintergrüne Stauden wie Elfenblume, Bergenie und Purpurglöckchen am besten im Frühling teilen.

Hilfreich ist es, ausgewählte Stauden bereits im Herbst zu markieren, zum Beispiel mit Etiketten oder Schildern. So erkennt man im Frühjahr besser, welche Stauden für eine Teilung vorgesehen sind. Aber: Nicht jede Stauden-Art ist für eine Teilung geeignet. So reagieren Küchenschelle, Akelei, Pfingstrose und Tränendes Herz negativ aufs Teilen und Umpflanzen.

Beim Teilen Wurzelballen möglichst nicht verletzen

Das Teilen der Stauden ist ganz einfach: Dafür die Pflanze vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde holen. Dabei darauf achten, den Wurzelballen möglichst nicht zu verletzen. Um die Wurzeln besser beurteilen zu können, den Wurzelstock kurz abschütteln oder mit einem Wasserstrahl abspritzen, um ihn von Erde zu befreien.

Fetthenne wird geteilt

Der Wurzelballen mancher Stauden lässt sich zum Teilen ganz einfach auseinanderziehen.

Als Werkzeug zum Teilen eignet sich – je nach Beschaffenheit des Wurzelstocks – zum Beispiel ein Spaten mit scharfem Blatt. Bei manchen Pflanzen genügt auch ein scharfes Messer, andere können ganz einfach mit den Händen auseinandergezogen werden. Je nach Größe des Wurzelstocks diesen in zwei oder mehrere etwa faustgroße Teilstücke mit mehreren Blättern oder Triebknospen zerteilen.

Richtig verarzten und einpflanzen

Unsaubere Trennstellen mit einem Messer nachschneiden und angerissene oder verletzte Pflanzen- und Wurzelteile entfernen. So wird verhindert, dass sich Angriffsflächen für Krankheiten bilden können. Kranke oder stark verholzte Wurzelteile auf dem Kompost entsorgen. Nach dem Teilen die Staude am besten gleich an der gewünschten neuen Stelle im Beet oder in einen Topf pflanzen. In das Pflanzloch am besten organischen Dünger wie Hornspäne und Mutterboden geben. Die Erde gut andrücken und die Pflanze kräftig wässern.

Stauden schneiden

Neben der Teilung gehört ein regelmäßiger Rückschnitt zur Staudenpflege. Der beste Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr. Die vertrockneten Pflanzenteile sind im Winter ein guter Frostschutz und bieten Insekten eine Möglichkeit zum Überwintern. Viele Pflanzen wirken zudem auch im Winter attraktiv, wenn sie mit Raureif oder Schnee überzogen sind.

Katzenminze im Beet.

Stauden wie Katzenminze blühen nach einem Rückschnitt im Sommer ein zweites Mal.

Ein Rückschnitt im Sommer kann die Blüte anregen: Manche Stauden sind remontierend, das bedeutet, dass sie nach einem kräftigen bodennahen Rückschnitt im selben Gartenjahr ein zweites Mal blühen. Dazu zählen etwa Gold- und Schafgarbe, Spornblume, Frauenmantel, Katzenminze und manche Storchschnabel-Sorten. Bei wuchernden Stauden oder Arten, die sich stark über Samen vermehren wie Akeleien, kann es hilfreich sein, die Samenstände abzuschneiden, bevor sie ausreifen. So verhindert man, dass die Pflanze ihre gesamte Kraft in die Samenbildung steckt und sich im Garten ausbreitet. Bei Pfingstrosen werden dagegen nur die verblühten Köpfe abgeschnitten.

Stauden vor dem Auseinanderfallen schützen

Wenn Stauden unkontrolliert wachsen, kann es passieren, dass sie sich schnell im Beet ausbreiten. Wer Ordnung bevorzugt, kann sie durch Hochbinden im Zaum halten. Ein mit Kunststoff ummantelter Draht oder eine sogenannte Staudenstütze gibt den Pflanzen Halt und verhindert, dass sie auseinanderfallen oder von innen heraus verkahlen. Weiterer Vorteil: Der Rückschnitt fällt leichter, wenn die Pflanze kompakter ist.

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