Angespannte Stimmung mit Israel: Hisbollah will sich bei US-Angriff auf Iran heraushalten – bis zu einem Punkt | ABC-Z

Angespannte Stimmung mit IsraelHisbollah will sich bei US-Angriff auf Iran heraushalten – bis zu einem Punkt
25.02.2026, 20:22 Uhr
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Sollte es zu einer Eskalation zwischen dem Iran und der USA kommen, signalisiert die Terrororganisation Hisbollah ihre Zurückhaltung, sollte es bei einem begrenzten Konflikt bleiben. Allerdings zieht die Terrormiliz aus dem Libanon selbst dann eine “rote Linie”.
Die Terror-Miliz Hisbollah im Libanon hat angekündigt, dass sie sich bei lediglich “begrenzten” US-Militärangriffen im Iran aus dem Konflikt heraushalten wolle. “Im Fall von begrenzten US-Angriffen im Iran wird es die Position der Hisbollah sein, nicht militärisch zu intervenieren”, erklärte ein Vertreter der Miliz, der anonym bleiben wollte. Einen möglichen US-Angriff auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnete der Hisbollah-Repräsentant hingegen als “rote Linie”. Wenn Washington das Ziel verfolge, “den Sturz der iranischen Regierung auszulösen oder den geistlichen Führer ins Visier zu nehmen, wird die Hisbollah eingreifen”, warnte er.
US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm kommen. Für Donnerstag ist eine neue Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Genf geplant, bei diesen Gesprächen wirkt der Oman als Vermittler. Die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon ist mit dem Iran verbündet. Während des zwölftägigen israelischen Krieges gegen den Iran im vergangenen Juni, an dem sich auch die USA beteiligt hatten, hatte sich die Miliz aber nicht in den Konflikt eingeschaltet.
Die libanesische Regierung sorgt sich jedoch, dass sich ein neuer US-Militäreinsatz gegen den Iran zu einem regionalen Krieg ausweiten könnte, in den auch der Libanon hineingezogen würde. “Was die Libanesen befürchten, ist eine Kettenreaktion: ein amerikanischer Angriff gegen den Iran, ein Vergeltungsangriff der Hisbollah gegen Israel, gefolgt von einer massiven israelischen Antwort”, sagte ein libanesischer Regierungsvertreter, der ebenfalls anonym bleiben wollte.
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah
Die Lage zwischen Israel und der Hisbollah ist derzeit wieder besonders angespannt. Am vergangenen Freitag hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben bei Angriffen im Libanon acht Hisbollah-Mitglieder getötet. Das Hisbollah-Führungsmitglied Mahmud Kamati sprach von einem “Massaker” und rief zum “Widerstand” auf.
Der anonym bleibende Hisbollah-Vertreter erklärte, dass die Miliz bislang nicht militärisch auf die israelischen Angriffe antworte, diese Zurückhaltung aber “Grenzen” habe: “Die israelischen Angriffe könnten nicht unbegrenzt weitergehen, ohne dass es eine Antwort gibt.”
Offiziell herrscht seit November 2024 zwischen Israel und der Hisbollah zwar eine Waffenruhe. Israel wirft der Miliz jedoch vor, sich wiederzubewaffnen, und führt immer wieder Luftangriffe gegen sie aus. Die libanesische Regierung hat zugesagt, die Hisbollah vollständig zu entwaffnen. Israel macht die komplette Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für ein komplettes Ende seiner Angriffe auf Stützpunkte der Miliz im Süden des Libanon.
Die Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und der Hisbollah vom November 2024 war geschlossen worden, nachdem die Miliz sich in den Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas eingeschaltet hatte. Nach dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Beginn des Gaza-Kriegs hatte die Hisbollah mit Luftangriffen eine zweite Front gegen Israel eröffnet.





















