Zweites Deutsches Fernsehen-Chefredakteurin Schausten widersprüchlich zum KI-Skandal | ABC-Z

Bettina Schausten ist um ihren Job gerade nicht zu beneiden. Die Chefredakteurin des ZDF muss erklären, wie es dazu kam, dass die USA-Korrespondentin Nicola Albrecht in einem Beitrag über die Einwanderungspolizei ICE im „heute journal“ KI-generierte Bilder und eine Sequenz einfügte, die nichts mit dem Thema zu tun hatte.
Schausten: „Ich lasse sie nicht fallen“
Das ist nach mehr als einer Woche Desinformation in eigener Sache (zuerst wurden für den KI-Fake „technische“ Gründe angeführt), die das ZDF betrieben hat, nichts Neues. Interessanter ist, was man auf dem Portal Nius erfährt. Das nämlich hat Mitschnitte der Mitarbeiterversammlung online gestellt, zu der am Montag mehr als 1000 ZDF-Leute zugeschaltet waren.
Da ist von der Chefredakteurin zu erfahren, dass die Korrespondentin die KI-Bilder „wissentlich“ eingefügt habe. Im Interview mit der SZ heißt es, Albrecht sei „unprofessionell mit Bildmaterial umgegangen“. Eine „Fälschungs- oder Manipulationsabsicht“ schließe sie aus. Also: keine böse Absicht, aber gegen die Regeln und „unprofessionell“. Doch was folgt aus dem „Wissentlich“?
Theveßen: „Das Geraune von Nius und anderen übernommen“
Beim Reinhören in die ZDF-Runde fällt auch auf, dass die Moderatorin Dunja Hayali nichts sagt und der Washington-Korrespondent Elmar Theveßen, der mit seinen Instant-Einsichten nach dem Mord an Charlie Kirk ebenso Schiffbruch erlitt wie Hayali, der Kollegin Albrecht mit dem Satz beispringt, dem Inhalt nach sei alles zutreffend: „Kein einziges Wort an den Beiträgen von Nicola war falsch.“
Er finde es „schade, wenn im Grunde das Geraune von Nius und anderen übernommen wird bei uns, wenn wir uns doch tatsächlich in unserer Berichterstattung in dieser Sache wirklich nichts vorzuwerfen haben, sondern die Realität abbilden“. Geraune? Nichts vorzuwerfen? Diese irre Exkulpation geht Schausten zu weit. Abgebildet werden müsse die (echte) Realität und „nicht die Realität, wie sie sein könnte, durch KI“.
Dass manche im ZDF kapiert haben, was die Stunde geschlagen hat, ist auch zu registrieren: Man müsse endlich runter vom hohen Ross, gerade die Redaktion des „heute journals“, heißt es da, Selbstbestätigungs-TV sei nicht mehr angesagt, das ZDF habe seinen „Relotius-Moment“ erreicht.
Die Frage ist, ob das der Fernsehrat, das Aufsichtsgremium dieses öffentlich-rechtlichen Senders, mitbekommen hat. Am 13. März will dort der ZDF-Intendant Norbert Himmler wiedergewählt werden.





















