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Dorfen: Der Sport soll im Moos mehr Platz bekommen – Erding | ABC-Z

Der TSV Dorfen ist mit rund 1800 Mitgliedern der größte Sportverein in Dorfen. Es könnten längst weit mehr sein, aber allein die Fußballabteilung muss seit Jahren interessierte Kinder abweisen, weil die Trainingskapazitäten fehlen. Beim Tennisklub, ebenfalls nahe am Stadtzentrum gelegen, läuft bald der Pachtvertrag aus, eine Verlängerung ist ungewiss. Und auch das Freibad liegt inmitten der Stadt. In den 1960er-Jahren erbaut, ist es mittlerweile zu klein für die Einwohnerzahl, die sich seither knapp verdreifacht hat. Innerstädtisch gelegen ist auch noch das Eisstadion des ESC Dorfen, der in der Vergangenheit ebenfalls erwogen hat, sich einem Umzug anzuschließen, sollte irgendwann am Stadtrand ein neues, gemeinsames Sportzentrum entstehen.

Der Kreisausschuss Erding hat aktuell eine Planung durchgewunken, die eine Verlagerung und Ausweitung der TSV-Sportplätze am südwestlichen Stadtrand in Rutzmoos vorsieht, zudem zehn Tennisplätze, 188 Parkplätze und ein neues Freibad. Die Eishalle soll entgegen früheren Plänen doch nicht verlagert werden, es gab Bedenken, dass diese ein zu wuchtiges Gebäude wäre, das sich dort in die Landschaft nicht einfügen würde.

Der Kreisausschuss hat dabei entschieden, dass die Fläche im Rutzmoos aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen wird, damit dort das neue Sportzentrum entstehen kann. Das Gebiet wurde in den 1980er-Jahren unter Schutz gestellt, um die Trasse der geplanten Autobahn A94 zu verhindern. Das ist gescheitert, aber die Stadt hat sich damit selbst auch in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Aber abgesehen vom Schutzstatus ist das Rutzmoos kein Bebauungsgebiet erster Wahl: Man muss auf ökologische Belange Rücksicht nehmen, weil dort Kiebitze, Feldlerchen, Bekassinen und Brachvögel brüten. Zudem führt die Isen oft Hochwasser und es kommt im Talgrund zu Überschwemmungen. Und nicht zuletzt ist der Untergrund schwammig: Das Grundwasser steht sehr hoch, darüber befindet sich eine Torfschicht, die sich ebenfalls mit Wasser vollsaugt.

Dennoch hat die Stadt Dorfen bereits 2016 die Herausnahme des Rutzmooses aus dem Landschaftsschutzgebiet „Isental und südliche Quellbäche“ beantragt, mit dem Ziel, dort ein neues Sportzentrum zu errichten. 2017 hat der Kreistag mit großer Mehrheit dem Antrag erstmals zugestimmt. Doch die Umsetzung hat sich seither verzögert. Denn rechtlich ist die Herausnahme eines Teilbereichs aus einem Landschaftsschutzgebiet keine Bagatelle: Weil sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit einem vergleichbaren Fall beschäftigt hat, mussten auch die Dorfener Planungen bis zu dessen Entscheidung ruhen.

Umzug umstritten: Ob das Freibad im Rutzmoos neu gebaut werden soll, darüber gibt es unter Dorfener Stadträten bislang keine Einigkeit. (Foto: Renate Schmidt)

Seither hat die Stadt nach Alternativen gesucht, die aber kleinräumiger ausgefallen wären und keinen gemeinsamen Sportpark mehr ergeben hätten. Dennoch wurde auch an den Plänen für Rutzmoos weiter getüftelt. Die ursprüngliche Fläche von 25,7 Hektar wurde auf 12,8 Hektar halbiert und auch die Eishalle wurde aus den Planungen gestrichen. Dieser Fassung hat der Kreisausschuss nun erneut zugestimmt. Das abschließende Votum des Kreistags gilt als sicher, weil bereits der alte Beschluss für die große Lösung mit 53 gegen drei Stimmen eindeutig war.

Der Dorfener Bürgermeister Heinz Grundner (CSU), der die Sitzung als Zuschauer verfolgt hatte, war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Das ist ein guter Tag für Dorfen“, sagte er. Für die Stadt würden sich durch einen gemeinsamen Sportpark große Synergieeffekte ergeben. Nun könne der Stadtrat über die weitere Entwicklung entscheiden.

Allerdings herrscht dort nur Konsens, was die Verlagerung des TSV und des Tennisklubs betrifft, nicht aber beim Freibad. Insbesondere die SPD möchte das Bad im Zentrum behalten. Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Simone Jell-Huber engagiert sich seit Jahren dafür. Für die Schulen sei das Bad dadurch besser erreichbar, und zudem könnten die Kosten eines Neubaus „absurd teuer“ werden, weil der Untergrund nicht stabil genug für so ein schweres Becken sei. Die SPD plädiert für eine Sanierung des alten Bades.

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