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Wieder Manchester City? Bodø/Glimt nimmt es mit den Großen auf | ABC-Z

Stand: 25.02.2026 • 12:20 Uhr

Bodø/Glimt hat seine Serie an Überraschungen fortgesetzt. Der norwegische Fußball befindet sich generell im Aufwind – der Erfolg kann aber auch zu einem süßen Gift werden.

Der FK Bodø/Glimt im Achtelfinale der Champions League – für Trainer Kjetil Knutsen ein Anlass, große Worte zu wählen. “So viele Menschen arbeiten an einem Strang”, sagte er “und das ist einer der Gründe, warum wir uns für das Achtelfinale qualifiziert und Vereinsgeschichte geschrieben haben – und vielleicht sogar norwegische Geschichte.”

Im November fast schon ausgeschieden

Die Geschichte des Klubs aus der 43.500-Einwohner-Stadt am nördlichen Polarkreis ist eine der selten gewordenen Überraschungen in der Champions League. Ende November sprach viel für ein schnelles Aus, am 5. Spieltag nach dem 2:3 bei Juventus rutschte das Team auf Platz 32 ab.

Es folgte eine Serie von Erfolgen gegen namhafte Gegner: ein 2:2 bei Borussia Dortmund, ein 3:1-Heimsieg gegen Manchester City und ein 2:1-Auswärtssieg bei Atletico Madrid. So reichte es doch noch für Platz 23 und die Zwischenrunde.

Große Bühne: Bodø/Glimt in SanSiro

Spieler Fredrik Sjövold sagte damals über seinen bereits gebuchten Urlaub: “Ich muss alles stornieren.” Statt Urlaub gab es die Zwischenrunde der Champions League, in der Bodø/Glimt nun zweimal gegen Inter Mailand gewann (3:1/2:1). Noch weniger Freizeit steht dem Team damit bevor: Bei der Auslosung am Freitag (12 Uhr) wird klar, ob Sporting Lissabon oder Manchester City der Gegner im Achtelfinale sein wird.

Der Turnierbaum der Champions League 2025/26

Norwegens Fußball – Aufstieg in Europa, WM-Quali geglückt

Norwegens Fußball erlebt derzeit generell eine Blütezeit. Die Klubs arbeiteten sich in der UEFA-Fünf-Jahreswertung auf Platz 14. Damit durfte Bodø/Glimt als Meister 2024 in den Playoffs der Quali starten und musste mit Sturm Granz nur einen Gegner ausschalten. Zuvor war Norwegens Meister Teil der 2. Qualifikationsrunde.

Stars wie Erling Haaland von Manchester City und Martin Ødegaard von Arsenal sind ein Ausdruck der neuen Stärke – Norwegen ist aber auch erstmals seit 1998 für eine WM qualifiziert. In den USA, Mexiko und Kanada spielt das Team von Trainer Stale Solbakken in einer Gruppe mit Senegal, Frankreich sowie dem Sieger des Playoff-Turniers mit Surinam, Bolivien und Irak. Die Vergrößerung des Turniers auf 48 Teams taugt hier nicht als Erklärung: Norwegen gab in seiner Qualifikationsgruppe keinen einzigen Punkt ab und besiegte dabei Italien zweimal.

Norwegens Stürmer Erling Haaland jubelt mit seinen Teamkollegen

Finanziell kann der Erfolg Fluch und Segen zugleich sein

Bodø/Glimt nahm rund 25 Millionen Euro in der Europa League 2024/25 ein, als der Klub erst im Halbfinale an Tottenham Hotspur scheiterte und zuvor Lazio Rom besiegte. In der aktuellen Saison der Champions League sind ihm schon mehr als 50 Millionen sicher.

Geschäftsführer Frode Thomassen sagte in der vergangenen Saison, dass die Gesamteinnahmen des Klubs 2024 schon auf 60 Millionen Euro gestiegen seien – 2017 waren es noch 4,2 Millionen. “Der Verein hat sich in den letzten sieben bis acht Jahren von einem kleinen Zweitligisten in Norwegen zu einem Verein mit der wahrscheinlich solidesten finanziellen Grundlage des Landes entwickelt”, sagte er.

Das Stadion von Bodö/Glimt

Das Geld könnte aber mittelfristig in der norwegischen Eliteserien Folgen haben. Noch ist die Liga einigermaßen spannend, aber Bodø/Glimt hat vier der vergangenen sechs Meistertitel gewonnen, aktuell ist zumindest Viking Stavanger Titelträger. Aber die Schere könnte sich durch die europäischen Einnahmen weiter öffnen: Denn die 16 Klubs der Eliteserien nahmen laut UEFA 2023 im Schnitt je 12 Millionen Euro ein.

Der Spielplan: Erst Sarpsborg, dann Man City?

Aktueller Tabellenführer ist in Norwegen niemand – die Saison richtet sich nach dem Kalenderjahr. Am 15. März muss Bodø/Glimt zum Auftakt bei Sarpsborg FF antreten. Zwei oder drei Tage später geht es möglicherweise zu Manchester City.

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