Geheimnisvolles Berlin – Skurrile Geschichten, versteckte Orte und ungelöste Rätsel der Hauptstadt | ABC-Z

Berlin ist eine Stadt voller Mythen, kurioser Anekdoten und geheimnisvoller Orte. Hinter prachtvollen Boulevards, historischen Monumenten und alltäglichen Straßennamen verbergen sich Geschichten, die selbst viele Berliner nicht kennen. Warum fehlen auf dem Kurfürstendamm die Hausnummern 1–10? Und wo genau befindet sich der geheime Raum im Brandenburger Tor?
Warum der Kurfürstendamm keine Hausnummern 1–10 besitzt
Wer auf dem Ku’damm nach den Hausnummern 1–10 sucht, wird scheitern. Sie existieren schlicht nicht – weder links noch rechts. Für Postboten ein Albtraum, für Historiker ein spannendes Kapitel Berliner Stadtentwicklung. Hier ist die Ku’damm Nummer 11
Der Grund: Ein Präsident, eine Umbenennung und ein diplomatisches Problem
1925 starb Reichspräsident Friedrich Ebert an einem Blinddarmdurchbruch. Zu seinen Ehren sollte eine Straße in Berlin seinen Namen tragen. Die Wahl fiel auf die damalige Budapester Straße, die direkt am Brandenburger Tor entlangführte – dort, wo heute die Ebertstraße verläuft.
Doch damit entstand ein Problem: Die Budapester Straße musste „umziehen“ und der Ku’damm verliert seine ersten Hausnummern.
Mit politischem Fingerspitzengefühl wurde der nordöstliche Abschnitt des Kurfürstendamms kurzerhand in Budapester Straße umbenannt. Genau dieser Abschnitt trug die Hausnummern 1–10. Darum beginnt der Ku’damm erst bei Nummer 11.
Ein kurioses Detail, das bis heute für Verwirrung sorgt.

Der geheime Raum im Brandenburger Tor – Die verborgene Soldatenkammer
Das Brandenburger Tor ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Europas. Doch kaum jemand weiß, dass sich im Inneren ein großer, fensterloser Raum verbirgt: die sogenannte Soldatenkammer.
Wo sich der Eingang versteckt
Man muss lange suchen, um den Eingang zum geheimen Raum im Brandenburger Tor zu finden. Wer vom Pariser Platz auf die Quadriga blickt, erkennt rechts an der Seite eine schmale Treppe. Sie führt zu einem unscheinbaren Eingang, der in den geheimen Raum führt. Der Hohlraum erstreckt sich über die gesamte Länge des Tores, umfasst rund 250 Quadratmeter und besitzt keine Fenster – ein abgeschotteter Ort voller Geschichte.

Zwei von vielen Rätseln, die zeigen, wie überraschend Berlin sein kann.
Wie Napoleon, die Wehrmacht und die Stasi den Raum nutzten
Der verborgene Raum wurde über die Jahrhunderte immer wieder zweckentfremdet – oft im Schatten der Geschichte.
Napoleon: Gefangene im Triumphbogen
Nach seinem Einzug in Berlin 1806 soll Napoleon hier Gefangene festgehalten und verhört haben. Belegt ist zumindest, dass französische Truppen das Tor militärisch nutzten.

Zweiter Weltkrieg: Letzter Rückzugsort
Gegen Ende des Krieges verschanzten sich hier die letzten Wehrmachtssoldaten – daher der Name Soldatenkammer.
DDR-Zeit: Abhörzentrale im Herzen der Stadt
Während der deutschen Teilung installierte die Stasi im Inneren des Tores Abhörtechnik, um Bewegungen am Grenzübergang zu überwachen.
Ein symbolträchtiger Ort wurde so zum Werkzeug der Überwachung.
Nach der Wende: Verwüstung, Renovierung – und bis heute verschlossen
Als die Mauer fiel, entdeckten Berliner den geheimen Raum und hinterließen ein Chaos. Erst später wurde er renoviert: weiße Wände – neuer Holzfußboden – technische Sicherungen.
Doch trotz der Sanierung bleibt die Soldatenkammer für die Öffentlichkeit geschlossen. Ein Ort, der weiterhin Rätsel aufgibt und die Fantasie beflügelt.

Noch mehr Geheimnisse gefällig?
Hier werden in lockerer Folge weitere, kaum bekannte Geschichten vorgestellt, die den Mythos der Hauptstadt so faszinierend machen.
Text und Fotos: Klaus Tolkmitt
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