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In Herzen Münchens: Grüne wollen autofreie Reichenbachstraße | ABC-Z

Ein warmer Sommertag in der Stadt: Menschen schlendern plaudernd über die Straße, Kinder flitzen lachend zwischen ihnen hindurch, vor den Cafés sitzen Gäste im Freien. Keine Autos sind zu sehen, stattdessen gehört der Raum den Fußgängerinnen und Fußgängern. So stellen sich die Grünen/Rosa Liste/Volt die Zukunft einer bekannten Münchner Straße vor.

Die Reichenbachstraße im Herzen Münchens, nahe der Isar, hat aus Sicht der Stadtratsfraktion großes Potenzial für mehr Aufenthaltsqualität. In den Sommermonaten könnte der kurze Abschnitt zwischen Gärtner- und Reichenbachplatz an Nachmittagen und Wochenenden zeitweise für Autos gesperrt werden, schlagen die Parteien vor.

Stadtratsfraktion fordert verkehrsberuhigte Bereiche und eine temporär autofreie Zone

Im Stadtrat stößt der Vorschlag auf Kritik. Manuel Pretzl von der CSU verweist auf das Projekt “Sommerstraße”. Seit 2020 hatte die Stadt einige Straßen den Sommer über zur Fußgängerzone erklärt, Stühle und Pflanzenkübel aufgestellt. In diesem Jahr wird es das nicht geben. Die sinkende Nachfrage, Personalressourcen und die Haushaltslage seien der Grund, teilte das Mobilitätsreferat im Januar mit (AZ berichtete).

Manuel Pretzl sagt, man habe die “Sommerstraßen” wegen “Misserfolg weitestgehend eingestampft”. Tatsächlich sprach das Mobilitätsreferat Anfang des Jahres von einem “Pausieren”. Man wolle Änderungsbedarfe eruieren und dann mit einem angepassten Konzept – “wenn es die Haushaltslage wieder zulässt” – auf die Bezirksausschüsse zugehen.

In Geschäftsbereichen soll Tempo 20 gelten

Die Idee ist also noch nicht ganz vom Tisch und Paul Bickelbacher, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt, sagt: “Viele einst temporäre Sommerstraßen sind nun dauerhaft erfolgreich verkehrsberuhigt, wie das Kosttor, der Holzplatz oder die Westenrieder Straße.”

Trotzdem hat die Fraktion noch einen anderen Vorschlag, um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern: verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche mit Tempo 20.

Zum Beispiel in der Umgebung der Universität. Konkret geht es um die Amalien-, Schelling-, Adalbert- und Teile der Türkenstraße. Außerdem sehe man dafür Potenzial in der Hohenzollern- und Volkartstraße zwischen Nymphenburger Straße und Frundsbergstraße.

Schrittgeschwindigkeit im Haderner Dorfkern: So könnte die Heiglhofstraße laut der Fraktion aussehen.
© Die Grünen/Rosa Liste/Volt/Anfang, bearbeitet mithilfe generativer KI
Schrittgeschwindigkeit im Haderner Dorfkern: So könnte die Heiglhofstraße laut der Fraktion aussehen.

von Die Grünen/Rosa Liste/Volt/Anfang, bearbeitet mithilfe generativer KI

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Darüber hinaus gebe es außerhalb des Mittleren Rings “historisch gewachsene Stadtviertelkerne, die gestärkt werden sollten”. Als Beispiel nennen die Parteien den Haderner Dorfkern. Hier könne “einfach und kostengünstig sofort ein verkehrsberuhigter Bereich mit Schrittgeschwindigkeit beschildert werden”.

Als Vorbild nennen die Parteien die Altstadt von Memmingen, wo das Modell seit Jahren erprobt sei. Die Idee: Fußgänger können stressfrei flanieren und die Geschäfte bleiben trotzdem erreichbar.

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