Bundesligarückschau: Der talentierte Mr. Fallrückzieher | ABC-Z

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?
Union Berlin gegen Bayer Leverkusen. Zugegeben, für Ästheten waren diese 97 Minuten Fußball phasenweise eine Zumutung, der Kollege von rbb24 fragte sich währenddessen gar, ob der Rasen in der Alten Försterei so schlecht sei, “weil sich die Grashalme gegen den Fußball wehren”. Leverkusens Nationalspieler Robert Andrich (und vor allem Ex-Unioner) hatte schon vor dem Anstoß so eine Ahnung gehabt, als er sagte: “Spiele in der Alten Försterei sind generell nie schön.” Passenderweise war es dann auch der sonst so souveräne Andrich, der sich nach 28 Minuten von Union-Kapitän Rani Khedira übertölpeln ließ und so das einzige Tor des Tages mitverschuldete. Khediras feiner Lupfer zum 1:0 war der Auftakt zu einem Berliner Verteidigungsmarathon, der vielleicht nicht immer hübsch anzusehen war, dafür aber nicht nur die Herzen der Union-Fans erwärmte, sondern auch all jener, die es mit den Underdogs halten. Inklusive aller dafür nötiger Zutaten: ein überragender Union-Torwart Rønnow, eine aufopferungsvoll kämpfende Klublegende (der 38-jährige Christopher Trimmel im Duell gegen das 20-jährige Supertalent Ibrahim Maza) und zwei hauchzart vergebene Chancen in den Schlussminuten (zweimal Schick mit dem Kopf). Was für ein würdiger Verlauf für das 1.000. Unioner Pflichtspiel an der Alten Försterei.
Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?
FC St. Pauli gegen Werder Bremen – vor allem, wenn Sie Ihr Herz an den SV Werder verloren haben. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen die Bremer mit aufregendem Offensivfußball die Liga betörten. Genauer gesagt: seit der Saison 2009/10. Damals erreichte Werder das Pokalfinale und qualifizierte sich für die Champions League, besser als auf Rang acht haben die Bremer seitdem keine Bundesligasaison mehr beendet. In dieser Spielzeit droht gar der freie Fall in die zweite Liga, die 1:2-Pleite am Sonntagabend gegen den Tabellennachbarn vom FC St. Pauli war die sechste Niederlage in den vergangenen zehn Spielen. Der letzte Sieg stammt vom 7. November 2025, einem 2:1 gegen Wolfsburg. Der Trainerwechsel von Steffen zu Thioune hat bislang noch keine Wirkung gezeigt, mit 19 Punkten werden die Bremer diese Woche auf Abstiegsplatz 17 verbringen. Was macht eigentlich Thomas Schaaf?
Wer stand im Blickpunkt?
Der 36-jährige Benjamin Brand vom FC Schallfeld aus Unterfranken. Der entschied sich beim Spiel Leipzig gegen Dortmund in der 89. Minute gegen einen Elfmeter für den BVB – RB-Mann Lukeba hatte Borussias Adeyemi im Strafraum zu Fall gebracht. Zwar gelang den Dortmundern in der fünften Minuten der Nachspielzeit trotzdem noch der 2:2-Ausgleich, doch nach dem Spiel kochten die Emotionen bei den Gästen über. “So eine Pussy! Der soll sich erklären! Wo ist er? Kommt der gleich zum Interview?”, soll BVB-Außenverteidiger Julian Ryerson im Innenraum gepoltert haben, sein Trainer Niko Kovač verwies in der Pressekonferenz auf seine früheren Erfahrungen als Judoka, um den Unparteiischen die Situation im Strafraum zu erklären (siehe unten). Half natürlich alles nichts. Durch das Unentschieden trennen den BVB und Spitzenreiter Bayern München nun schon acht Punkte.





















