Video bringt Hagel in Bedrängnis – „Warum redet man so über Mädchen?“ | ABC-Z

Wenn es nach Manuel Hagel geht, dann geht seine Partei bei den Landtagswahlen am 8. März in Baden-Württemberg als Sieger hervor – und der CDU-Spitzenkandidat wird der neue Ministerpräsident. Zuletzt hatten die Wahlumfragen die CDU auch deutlich vor den regierenden Grünen gesehen. Doch rund zwei Wochen vor der Wahl ist ein Video aufgetaucht, das Hagel und seine Partei in Bedrängnis bringt: Der Clip aus dem Jahr 2018 zeigt Hagel im Interview, in dem er fragwürdige Dinge über Mädchen sagt.
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Zoe Mayer, die grüne Bundestagsabgeordnete für Karlsruhe, hat das Interview auf ihren Instagram-, Tiktok- und X-Kanälen am Montag thematisiert, nachdem sie sich bereits in der vergangenen Woche über Sexismus in der Politik geäußert hatte – und auch vor ihrer eigenen Partei keinen Halt machte. „Warum redet man so über Mädchen?“, fragt sie in dem Video.

CDU-Spitzenkandidat nach fragwürdigen Aussagen in Erklärungsnot – altes Video aufgetaucht
Das Interview, um das es geht, ist acht Jahre alt. Es zeigt Hagel im Format „Auf ein Bier mit“ des Lokalsenders Regio TV Schwaben. Hagel ist damals 29 Jahre alt, zu diesem Zeitpunkt bekleidet er das Amt des Generalsekretärs der CDU in Baden-Württemberg. Das Format ist als Stammtischgespräch in einer Ulmer Gaststätte angelegt. Hagel erzählt darin von einem Termin, den er kurz vorher in einer Realschule in seinem Wahlkreis wahrgenommen hatte. Rund 80 Prozent der Klasse habe aus Mädchen bestanden, sagt er lächelnd. Und ergänzt: „Da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Dann lacht Hagel.
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Er beschreibt außerdem eine der Schülerinnen näher. Sie habe an dem Tag die erste Frage gestellt. „Ich werd’s nie vergessen, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Eva habe eigentlich an dem Tag gar keine Lust gehabt, zur Schule zu gehen. Ihr sei dann aber eingefallen, dass ein Politiker zu Gast sei. Am Ende der Stunde, so erzählt Hagel, habe sie ihn gelobt. So schlecht sei er nicht gewesen.
CDU-Politiker in Baden-Württemberg: „Sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen“
Hagel schien in dem Interview damit glänzen zu wollen, wie man die Politikverdrossenheit junger Menschen durch Nahbarkeit und eine klare Sprache umkehren kann. Doch heute, im Jahr 2026, erhebt Grünen-Politikerin Meyer den Vorwurf des Sexismus – und zwar über ein minderjähriges Kind.
„Was meint ein erwachsener Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?“, sagt Zoe Mayer. Und kritisiert, warum der Politiker überhaupt das Aussehen der Minderjährigen kommentieren musste. Auch zahlreiche Menschen teilen Mayers Kritik in den Kommentaren unter dem Video. „Fragwürdig“ nennt es eine Userin, „Ganz schlimm!“ findet ihn eine andere Person.
Der betreffende Politiker hat sich nun gegenüber der Deutschen Presseagentur zu dem Clip geäußert. „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist“, sagte Hagel. „Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen. Frau Dr. Mayer kommt damit jetzt 12 Tage vor der Landtagswahl acht Jahre zu spät.“





















