Ratgeber

Scholle, Lachs, Bonito: Welcher Fisch darf noch auf den Teller? | ABC-Z

Stand: 21.02.2026 16:30 Uhr

Beim Einkauf ist oft kaum zu erkennen, ob Fisch aus nachhaltigem Fang stammt. Die Verbraucherzentrale aktualisiert daher regelmäßig ihre Liste “Guter Fisch”. Darin empfiehlt sie 14 Arten – fünf mehr als vor einem Jahr.

Weltweit schrumpfen die Fischbestände. Damit sie sich erholen können, sollten Verbraucher möglichst zu Fisch aus nachhaltigem Fang greifen. Orientierung bietet dabei die Liste “Guter Fisch” der Verbraucherzentralen. Sie führt nur Arten auf, die als “empfehlenswert” oder zumindest “bedingt empfehlenswert” eingestuft werden.

Die Liste wird jedes Jahr aktualisiert. Erfreulich: Die Zahl der empfehlenswerten Arten hat sich mit Stand Dezember 2025 von neun auf jetzt 14 Fischarten erhöht.

Rotlachs und Sardelle wieder “empfehlenswert”

Zwei Lachsfilets mit Haut auf schwarzem Untergrund

Ketalachs und Rotlachs zählen dieses Jahr wieder zu den empfehlenswerten Arten.

Empfehlenswert sind laut Liste weiterhin regionale Plattfische wie Scholle, Kliesche und Flunder aus der Ostsee, außerdem Miesmuscheln. Ebenfalls empfehlenswert sind Seelachs aus der Barentsee, Schellfisch, Bonito sowie Weißer Thunfisch (außer aus Fanggebieten im Mittelmeer und im Indischen Ozean). Neu oder wieder auf der Liste stehen folgende Arten: Iberischer Stöcker, Ketalachs, Rotlachs, Pazifische Makrele (Schildmakrele) sowie die Sardelle.

Nordsee-Hering und Kabeljau nicht zu empfehlen

Allerdings werden viele beliebte Speisefische weiterhin überfischt. Dazu zählen Kabeljau und Hering aus der Nordsee. Sie sollten möglichst überhaupt nicht mehr verzehrt werden. Als lediglich bedingt empfehlenswert werden Ostsee-Heringe aus dem Golf von Riga sowie Alaska-Seelachs eingestuft.

Fischbestände in deutschen Gewässern in schlechtem Zustand

Auch der Zustand der Fischbestände in deutschen Gewässern sei schlecht, warnen Wissenschaftler. “Der Bestand des Dorschs ist endgültig zusammengebrochen, der des Nordsee-Herings schrumpft und für den westlichen Ostsee-Hering sollte eigentlich ein Fangverbot gelten. Auch die Ostsee-Sprotte gilt nun ebenfalls offiziell als überfischt”, fasst der Fischereiwissenschaftler Rainer Froese vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel zusammen.

Auf Fangmethode achten

Neben der Herkunft ist die Fangmethode ein entscheidendes Kriterium für Nachhaltigkeit. Denn je nach Methode und Gerät sind die Auswirkungen auf die Fischbestände, aber auch auf Meeresboden und Ökosystem unterschiedlich. Besonders schädlich sind Grundschleppnetze, da sie viel Beifang verursachen und den Meeresboden zerstören. Trotzdem werden sie vielerorts noch eingesetzt, sogar in Meeresschutzgebieten. Zu den eher nachhaltigen Fangmethoden zählen pelagische Schleppnetze, also Netze, die durch das freie Wasser gezogen werden, sowie Hand- und Kurzleinen.

Fangmethode und Fanggebiet immer gekennzeichnet

Die Angaben zu Fangmethode und Fanggebiet sind für unverarbeiteten Fisch und Tiefkühlprodukte verpflichtend. Bei abgepackter Ware findet man sie auf der Verpackung, frische Ware muss der Händler kennzeichnen. Nicht kennzeichnungspflichtig sind dagegen verarbeitete Fischprodukte wie panierte Ware (Fischstäbchen) oder Fischsalate.

Liste “Guter Fisch” wird jährlich aktualisiert

Die Liste “Guter Fisch” wird in Zusammenarbeit mit Experten der Deutschen Umwelthilfe, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel sowie der Naturschutzorganisationen NABU und WWF geführt und jedes Jahr im Dezember neu aktualisiert.

Umweltsiegel geben erste Orientierung bei Fischkauf

Eine erste Orientierung, ob ein Fisch aus nachhaltiger Fischwirtschaft stammt, bieten beim Kauf auch Umweltsiegel. Bekanntestes Siegel für Wildfisch ist das Siegel des Marine Stewardship Council, kurz MSC. Allerdings ist es seit Längerem wegen deutlicher Mängel in der Kritik.

Siegel für Fische aus Aquakultur

Eine Aquakulturanlage für Zuchtfische.

Bei Fisch aus Aquakultur sollte man auf Bio-Produkte zurückgreifen.

Für Fische und Meeresfrüchte aus Aquakultur gibt es ebenfalls Siegel. Dem MSC-Siegel bei Wildfisch entspricht das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) für Zuchtfisch. Es setzt bestimmte Mindeststandards. Allerdings sind diese relativ niedrig. So gibt es keine Restriktionen in Bezug auf genetisch verändertes Futter, zudem dürfen Medikamente – auch Antibiotika – unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden.

Verbraucherschützer raten, bei Fisch aus Aquakultur bevorzugt auf Produkte mit Bio-Siegel zurückzugreifen, zum Beispiel von Bioland oder Naturland. Bei diesen Produkten sind die Vorgaben strenger – etwa zur Besatzdichte, also der Menge an Fisch im Wasser, und zum Fischfutter, das keine Hormone oder Medikamente enthalten darf.

Quecksilber: Ist Fisch belastet?

Fisch gilt als gesund, er ist reich an Eiweiß und wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Doch einige Fischarten können erhöhte Mengen an Quecksilber sowie verschiedene Industriechemikalien enthalten. Quecksilber wirkt toxisch auf das Nervensystem und kann in höheren Dosen Leber und Nieren schädigen. Raubfische sind in der Regel höher mit Quecksilber belastet als Friedfische, ältere Fische stärker als junge. Zwar gelten hierzulande für Quecksilber und andere Schadstoffe gesetzliche Höchstwerte, dennoch hat das Bundesumweltministerium Verzehrempfehlungen herausgegeben, die insbesondere für Schwangere und Stillende relevant sind.

Lachsfilet in einer Styropor-Kunststoffschale mit Plastikfolie.

Laut einem Bericht der Organisation verursacht die Lachszucht in Norwegen große Umweltschäden und Tierleid.

Auf einem Stück Pergamentpapier liegen eine Forelle, zwei Lachssteaks und eine halbierte Zitrone.

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Gebratener Fisch mit Gemüse auf einer Platte.

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