Gender-Pay-Gap: Ataman wirft Bundesregierung Versäumnisse bei Gleichstellung vor | ABC-Z

Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, fordert mit Blick auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen einen Kulturwandel. “Frauen für gleiche Arbeit schlechter zu bezahlen, ist falsch”, sagte sie der Rheinischen Post. Frauen leisteten zudem täglich unbezahlte Care-Arbeit. “Wir brauchen eine Regierung, die statt Debatten über Krankheitstage zu führen, lieber erst einmal hinschaut, wie viele Mütter wegen fehlender Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen.”
Die Lohnlücke in Deutschland zwischen Männern und Frauen liege im Durchschnitt bei 16 Prozent, sagte Ataman. Manche Männer verdienten besser als ihre Kolleginnen. Und Frauen arbeiteten öfter in Jobs, die schlecht bezahlt werden. Ziel müsse es sein, dass jeder Tag ein “Equal Pay Day” sei, und alle Menschen nach Verantwortung und Kompetenz bezahlt würden, statt nach Verhandlungsgeschick und Geschlecht.
Frist zur Umsetzung von EU-Richtlinie läuft ab
Die Regierung habe beim Thema Frauenrechte “noch nicht geliefert”, sagte Ataman. Sie verwies darauf, dass die Frist zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Entgeltgleichheit im Juni abläuft. Wenn die Regierung europäische Richtlinien nicht rechtzeitig umsetze, könne das den Steuerzahler Monat für Monat Millionen Euro kosten. “Im Sinne der Steuerzahler kann sich die Regierung nicht leisten, die Arbeit zu verweigern.”
In diesem Jahr ist der sogenannte Equal Pay Day, der auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam macht, am 27. Februar. Die Antidiskriminierungsbeauftragte forderte mehr Tempo bei der Gleichstellung. “Wir haben ein Antidiskriminierungsrecht, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das 20 Jahre alt und europaweit eines der schwächsten ist”, sagte Ataman. “Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, wird eher der Mensch den Mars besiedeln, als dass Frauen Gleichberechtigung erreichen.”





















