Coventry drückt sich vor Olympia-Sorgen | ABC-Z

Inspirierende Athleten und Reichweitenrekorde bei TV-Zuschauern und digitalen Endkunden des Multimilliarden-Unternehmens nutzt das Internationale Olympische Komitee gern, um die weit betrüblicheren Zukunftsaussichten der Olympiawelt beiseite zu schieben. Da macht Kirsty Coventry keine Ausnahme. Dabei hat die Weltpolitik um Donald Trump und Wladimir Putin auch diese Winterspiele in ihren Klauen, weshalb nach dem Finale in Verona viele empfindliche Themen vor der 42-Jährigen liegen. Seit knapp einem Jahr steht Coventry dem Ringe-Orden vor, die Herausforderungen werden immer mehr: „Das ist ein Job“, sagt sie und schmunzelt, „den nur eine Frau erledigen kann.“
Olympia 2026: Im Kreml knallen die Krimsektkorken, Russland wird bald zurückkehren
Die Schwimm-Olympiasiegerin erscheint in ihrem Posten durchaus menschlicher als Thomas Bach. Doch wie ihr deutscher Vorgänger und Ziehvater will sie partout nicht aus den Fesseln der Olympischen Charta ausbrechen. Regeln und Moral werden so zurechtgelegt, wie es passt. Wladyslaw Heraskewytschs Disqualifikation wird die prunkvolle Schlussfeier in der Stadt von Romeo und Julia überdauern, womöglich vor einem ordentlichen Gericht enden. Der Imagegewinn für das IOC wäre unermesslich gewesen, hätte Coventry gesagt: Es ist heikel, aber ich bin die Chefin, du kannst mit dem Helm starten. Stattdessen knallen bei den Kriegstreibern im Kreml die Krimsektkorken. Es wird nicht mehr lange dauern, dann treten Russlands Athleten wieder voller Nationalstolz auf der Weltbühne des Sports auf. Bei den Paralympics geben einige von ihnen ab dem 6. März ihr Comeback mit Fahne und Hymne. Trotz fortlaufenden Angriffskriegs. Anderes Komitee zwar, gleiche Buckelei.
Einige Turbulenzen betreffen hauptsächlich die Spiele. Sponsoreneinnahmen gehen zurück, das Wettkampfprogramm ist teils antiquiert. Auf die Nordischen Kombinierer werden noch mehr Probleme zukommen, als sie es jetzt wahrhaben wollen. Womöglich werden die Spiele künftig auf Eis, Schnee und Matsch ausgetragen, Stichwort Cyclocross. Der Klimawandel reduziert die Zahl potenzieller Ausrichter für schneesichere Wettbewerbe. Die Winterspiele 2030 in Nizza und den französischen Alpen werden räumlich noch weiter gedehnt als nun in Italien. Die Glitzerfassade des IOC droht einzustürzen, wenn Kirsty Coventry nun den USA vermehrt Aufmerksamkeit widmet. In Mailand und Cortina vermittelten erfüllte Medaillenträume und packender Sport weiter den Eindruck, als seien Olympische Spiele das am wenigsten Schreckliche in einer furchterregenden Welt. Dass nicht mal Donald Trump sie mit Hass und Hetze ruinieren kann. Nach LA 2028 wird man vieles besser wissen.





















