Für Coventry waren es „wahrhaft magische Spiele“ | ABC-Z

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat die Olympischen Winterspielen in Italien für beendet erklärt. Es seien „wahrhaft, wahrhaft magische“ Spiele gewesen, sagte die Chefin des Internationalen Olympischen Komitees bei der Zeremonie in der historischen Arena von Verona. Die Schwimm-Olympiasiegerin lobte die italienischen Gastgeber: „Ihr habt Winterspiele der neuen Art veranstaltet und einen neuen Standard für die Zukunft gesetzt.“ Coventry richtete ein Versprechen an die Sportlerinnen und Sportler: „Die Olympischen Spiele werden weiterhin ein Ort sein, an dem die Athleten die Welt durch den Sport inspirieren können: frei, sicher und stolz.“
Kleines Rest-Team D, großer Spaß: Die letzten deutschen Athletinnen und Athleten bei der Abschlussfeier in Verona.
© dpa | Kappeler
Für die 42 Jahre alte Funktionärin aus Simbabwe ging das erste Olympia als IOC-Chefin zu Ende. Besonders im Fokus stand sie in der Kontroverse um den Ausschluss von Wladislaw Heraskewytsch. Der Ukrainer durfte im Disput um seinen Helm mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen nicht am Skeleton-Wettbewerb teilnehmen. Coventry hatte in einem langen Gespräch vergeblich versucht, Heraskewytsch noch vom Tragen des Kopfschutzes während seiner Rennen abzuhalten, und zeigte sich anschließend sehr emotional. Die nächsten Winterspiele werden 2030 in den französischen Alpen stattfinden. 2028 ist Los Angeles Gastgeber der kommenden Sommerspiele.
Viel Applaus für Gastgeber Italien

Die Olympische Flagge und die der Italiener.
© AFP | Cruciatti
Erstmals ging die Schlussfeier an einem Ort über die Bühne, wo es überhaupt keine Wettbewerbe gegeben hatte: weder bei den offiziellen Gastgebern in Mailand und Cortina d‘Ampezzo noch in einem anderen der Austragungsorte, sondern in der Arena von Verona. Das fast 2000 Jahre alte Amphitheater ist durch große Opern-Aufführungen im Sommer bekannt. Entsprechend begann die Schlussfeier auch mit einer Ode an die italienische Oper. Ein Einspielfilm mit dem Titel „A Night at the Opera“ („Eine Nacht in der Oper“) zeigte berühmte Figuren aus Opern wie Giuseppe Verdis „Aida“ und „Rigoletto“, die dann plötzlich auf der Bühne standen. Die Show vor mehr als 8000 Zuschauern wurde in viele Länder live übertragen.
Obwohl die Wettbewerbe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie, gab es für Italien international viel Applaus. Auch die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, fand für den Gastgeber bereits kurz vor der Schlussfeier lobende Worte. „Ich glaube nicht, dass man diese Spiele verlassen kann, ohne von dem, was wir bei den Wettkämpfen gesehen haben, inspiriert zu sein“, sagte Coventry. „Ich habe die vergangenen Tage oben in den Bergen im Schnee verbracht und es hat sich wie echte Olympische Winterspiele angefühlt.“ Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, etwa 150.000 seien ungenutzt geblieben.

Letzte Medaillenzeremonie der Winterspiele 2026: Niemand geringerem als Rekord-Olympiasieger Johannes Hoesflot Klaebo (Mitte), der in Tesero sechs seiner insgesamt elf Goldmedaillen gewann, wurde sie zuteil.
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Nur noch kleines deutsches Team bei Schlussfeier
In Italien selbst ist die Zufriedenheit auch deshalb groß, weil das „Team Italia“ 30 Medaillen gewann, so viele wie bei Winterspielen noch nie – darunter zehnmal Gold. Für Deutschland gab es 26 Medaillen und damit eine weniger als noch vor vier Jahren in Peking. Golden waren acht davon. Ohne die Erfolge im Eiskanal (Rodel, Bob, Skeleton) hätte es schlecht ausgesehen.
So waren die beiden Rodler Arlt und Wendl bei der Schlussfeier in Verona auch besonders als Fahnenträger geeignet. Das Duo holte bei seinen letzten Olympischen Spielen Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel. Damit sind die beiden 38-Jährigen die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken. Insgesamt kommen sie auf sieben Gold- und eine Bronzemedaille. Neben dem Duo waren aus dem deutschen Team, das mit dem Rekordaufgebot von 188 Athletinnen und Athleten bei Olympia angetreten war, nur noch knapp 20 dabei, die allermeisten sind längst schon abgereist. Die verbliebenen Athleten zeigten aber vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel führte gar eine Hebefigur auf.
Neuer Schwung durch deutsche Olympia-Bewerbung?

Das Olympische Feuer im Kessel mitten im Mailänder Arco della Pace ist erloschen.
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Manche hoffen nun darauf, dass eine mögliche deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036 oder 2040 neuen Schwung bringt. Dabei könnte es passieren, dass Deutschland in Konkurrenz zum jetzt so zufriedenen Gastgeber Italien gerät: Dort wird intensiv erwogen, mit der Hauptstadt Rom ins Rennen zu gehen, die 1960 schon einmal Austragungsort war.
Mit dem Ende der Winterspiele erlischt dann auch die olympische Flamme. Für die Spiele hatte es nicht nur Applaus gegeben. Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Verona gegen die Spiele. Kritik richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder enorm ausgebaut wurden wie das Biathlon-Stadion in Antholz in Südtirol. Die Veranstalter hatten ursprünglich versprochen, für die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ zu sorgen. Ob dies gelang, wird man erst später wissen.

Die Flaggenträgerinnen und -träger der 92 teilnehmenden Länder marschieren in die Arena von Verona ein.
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Ihre ersten Olympischen Spiele als IOC-Präsidentin sind in den Büchern: Kirsty Coventry (links) neben Italiens Premierministerin Giorgia Meloni.
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In Verona würde die Schönheit Italiens gewürdigt. Da dürfen Gondeln nicht fehlen.
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