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Fußball: St. Pauli zieht Werder immer tiefer in den Abstiegssog | ABC-Z

Stand: 22.02.2026 • 19:26 Uhr

Der FC St. Pauli hat den Abstiegskracher gegen Werder Bremen für sich entschieden und Werder Bremens Sorgen im Tabellenkeller damit enorm vergrößert. Die Hamburger setzten sich am Sonntagabend mit 2:1 (0:0) durch.

Die Hamburger benötigten allerdings die tatkräftigen Mithilfe von Werders Mio Backhaus, um auf die Siegerstraße zu biegen. Der Torwart ließ einen harmlosen Kopfball von Hauke Wahl zur Hamburger 1:0-Führung passieren. Jovan Milosevic (62.) glich zwar zum 1:1 für Werder aus, ehe Joel Chima Fujita (70.) für St. Pauli der Siegtreffer gelang.

St. Pauli ist damit auch im fünften Spiel nacheinander zu Hause ungeschlagen und zog in der Tabelle an den Bremern vorbei, die nun nach dem 13. Spiel ohne Sieg in Folge auf einem Abstiegsplatz angelangt sind. Werders neuer Trainer Daniel Thioune bleibt auch im dritten Spiel seit Amtsantritt ohne Punkt.

Werder-Fans Delay und Strate sehen viel Krampf

Es war in der ersten Häfte unterstes Bundesliga-Niveau, was beide Teams zeigten. Ungenaue Pässe, verstolperte Bälle und weitere Unzulänglichkeiten – zeitweise war es mehr Abstiegskrampf als – kampf und jeder im Stadion, darunter die beiden Musiker und glühenden Werder-Anhänger Jan Delay und Johannes Strate von der Band Revolverheld, konnte sehen, warum diese beiden Mannschaften um die Bundesliga bangen müssen.

Die erste Halbzeit hatte kaum Höhepunkte. Die Hamburger gingen nach ihren letzten beiden guten Vorstellungen am Millerntor gegen die Top-Teams aus Stuttgart (2:1) und Leipzig (1:1) diesmal anfangs zu verhalten zu Werke. Die Bremer hatten bessere Möglichkeiten, scheiterten beim Abschluss aber kläglich, so durch Jens Stage und auch durch Justin Njinmah.

So verwunderte es also nicht, dass es nach 45 schwerfälligen Minuten ohne Tore in die Kabine ging.

Starke Zeichen gegen Rassismus von den Fans

Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzten die Fans beider Teams starke Zeichen gegen Rassismus und erinnerten an die Anschläge von Hanau von vor sechs Jahren. Spruchbänder mit den Worten “19.02. Hanau – Say their names” (St. Pauli) und “Zusammen erinnern, gemeinsam kämpfen” (Werder) hielten die Anhänger in den Blöcken hoch.

Auf dem Platz ging es zunächst unspektakulär weiter – bis zur 55. Minute, als ein eigentlicher harmloser Kopfball-Aufsetzer von Paulis Verteidiger Hauke Wahl Werders Schlussmann Mio Backhaus durch die Handschuhe rutschte. Ein Riesengeschenk für die St. Paulianer.

Milosevic trifft für Werder aus dem Gewusel

Dem Spiel tat der Backhaus-Lapsus gut, denn plötzlich war mehr Feuer drin. Werder setzte nun alles dran, den Fehler ihres Keeper auszubügeln. Das gelang nur sieben Minuten nach dem Rückstand dem kurz zuvor eingewechselten Jovan Milosevic. Aus dem Getümmel heraus versenkte der Serbe, der von Partizan Belgrad an die Weser kam, den Ball im Hamburger Kasten.

Auch da sah der Torwart nicht gut aus. St. Pauli-Keeper Nikolai Vasilj rutschte leicht weg und konnte den Ball nicht klären.

Fujitas Bundesliga-Premiere sorgt für die Entscheidung

Aber der Treffer brachte keine Stabilität ins Bremer Spiel – ein Zeichen, in welch’ kritischer Phase die Mannschaft von Daniel Thioune sich befindet. Seine Mannschaft bekam einen Angriff der Hamburger nicht verteidigt. Letztlich war es Saliakas, der einen Ball zu Fujita brachte, der mit einem Flachschuss Backhaus keine Chance ließ. Für den Japaner Fujita war es das erste Bundesliga-Tor.

Nun war das Pendel wieder in Richtung FC St. Pauli ausgeschlagen, das den knappen Vorsprung in der spannenden Schlussphase über die Zeit rettete.

St. Pauli in Hoffenheim, Bremen gegen Heidenheim

St. Pauli ist am Samstagnachmittag bei der TSG Hoffenheim zu Gast (15.30 Uhr). Bremen empfängt am Samstagnachmittag im Weserstadion den 1. FC Heidenheim (15.30 Uhr) zum nächsten Abstiegsknüller.

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