Kommunalwahl in München: OB-Triell der SZ – hier sehen Sie den Livestream – München | ABC-Z

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichert
Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.
- 12.35 Uhr: Die Diskussionsrunde ist vorbei, nun darf das Publikum schon einmal abstimmen, auch wenn die eigentliche Wahl erst am 8. März ist und die SZ-Umfrage nicht repräsentativ ist. Die Frage, die die Besucherinnen und Besucher mit einem QR-Code beantworten können, lautet: Wer hat Sie hier heute Vormittag am meisten überzeugt? Das Ergebnis: Krause gewinnt mit fast 400 Stimmen, gefolgt von Dieter Reiter mit etwa 120 Stimmen und Baumgärtner mit über 100 Stimmen. Schon beim Vorstellen der Kandidaten war zu bemerken, dass Krause eine Fangemeinde mitgebracht hat. Wie die Wahl wirklich ausgeht, entscheidet sich dann in zwei Wochen.
- 12.30 Uhr: Zum Abschluss gibt es noch eine Schnellfragerunde, in der die Kandidaten nicht ausschweifende Antworten geben dürfen, sondern nur Schilder hochhalten: Daumen hoch oder Daumen runter. Mehr Hochhäuser bauen? Alle drei sind dafür. Mehr Surfwellen bauen? Auch alle begeistert. Die IAA in der Stadt halten? Nun gibt es eine Gegenstimme – von Dominik Krause. Höhere Parkgebühren fürs Anwohnerparken? Alle dagegen, überraschenderweise auch Dominik Krause. Mehr Kameraüberwachung in der Stadt? Nur Clemens Baumgärtner ist dafür. Dem Oberbürgermeister die Macht verleihen, Referenten zu feuern? Da ist – nach der Diskussion um das Mobilitätsreferat wenig überraschend – Dieter Reiter als einziger dafür.
:Sagen Sie jetzt nichts, die Herren!
Die SZ hat die Münchner OB-Kandidaten der drei größten Parteien zum Interview ohne Worte gebeten: Welche zarte Seite Clemens Baumgärtner offenbart, warum Dominik Krause zum Bohrer greift und welche Sportart Dieter Reiter liebt (außer Fußball).
- 12.25 Uhr: Drei Kandidaten, drei Parteien. Einig sind die Politiker sich nicht oft. Der Ton ist mitunter forsch, aber es ist zu merken, dass Reiter, Krause und Baumgärtner sich gut kennen. Der Ton bleibt stets angemessen, oft foppen sie sich eher, als dass sie sich harsch kritisieren würden. Reiter betont, wie wichtig es in diesen Zeiten ist, anständig miteinander umzugehen. Er sei froh, dass ihnen das im Wahlkampf so gut gelinge. Baumgärtner betont, dass er darauf achte, in den Sozialen Medien immer Positionen zu vertreten, nicht aus dem Affekt heraus zu handeln. Krause berichtet, wie er zuletzt immer häufiger in der U-Bahn angesprochen werde, weil die Leute ihn von Instagram oder Tiktok kennen. Er findet es eine gute Möglichkeit, die Münchnerinnen und Münchner zu erreichen. Diese Erfahrung hat auch Reiter gemacht. Reiter folgen 60 000 auf Instagram, er kennt die Zahl auswendig. Krause hat um die 40 000 Follower, schätzt er. Baumgärtner sagt, bei ihm sind es 13 000.
- 12.16 Uhr: Der letzte Themenkomplex dreht sich um Finanzen: München hat noch immer viel Geld zur Verfügung, der städtische Haushalt umfasst etwa zwölf Milliarden Euro. Doch die Schulden steigen und es sind Ausgabenkürzungen nötig, schmerzhafte. Wie die Haushaltskrise abwenden? Clemens Baumgärtner fragt: „Muss es immer der Luxusstandard sein?“ Er fordert, zehn Prozent einzusparen. Dominik Krause sieht Einsparungsmöglichkeiten beispielsweise durch KI, aber er betont, dass es auch Bereiche gibt, in denen Investitionen nötig sind: bei Kitas, Schulen, beim sozialen Wohnungsbau oder Klimaschutz. Hier dürfe nicht einfach der Rotstift angesetzt werden. Dieter Reiter erläutert, wie stark die Kosten für Investitionen durch die Krisen der Welt gestiegen sind, zum Beispiel beim Schulbau. Natürlich müssten begonnene Projekte jetzt fertiggestellt werden. Erstmals wird von Reiter das Thema Migration angesprochen, das im Wahlkampf in der Großstadt München eine verhältnismäßig kleine Rolle spielt: „Wir wollen anständig mit Geflüchteten umgehen. Das ist eine politische Entscheidung.“ Reiter erhält dafür Applaus im Saal.

:Machen Sie den Test: Welche Partei passt zu Ihnen?
34 Fragen zum Durchklicken – und am Ende ein Ergebnis: Mit dem SZ-Wahlcheck finden Sie heraus, welche Partei bei der Kommunalwahl in München Ihrer Meinung am nächsten kommt.
- 12.06 Uhr: Eine Abschlussfrage zum Thema Verkehr: Die Kandidaten sollen ein Verkehrsprojekt in der Stadt nennen, das richtig gut gelaufen ist. Baumgärtner: „Die Königinstraße.“ Zuvor hatte der CSU-Politiker ausgeführt, dass er es war, der den Umbau zur Radstraße vor Jahren angeregt hatte. Reiter: Der U-Bahnbau nach Pasing. „Das leistet sich nicht jede Stadt.“ Krause: „Ich würde die Lindwurmstraße nennen.“ Da entzündet sich bereits der nächste Streit zwischen Reiter und Krause. Der Umbau des Radwegs auf der Lindwurmstraße hatte sich verzögert, schließlich wurde er in einer abgespeckten Version verhältnismäßig zügig gebaut.
- 12.03 Uhr: Ein wenig ironisch meldet sich Dominik Krause zu Wort: „Wir sind uns ja sehr einig auf der Bühne, dass wir unideologisch die Verkehrswende voranbringen wollen.“ Anschließend führt er jedoch auf, wie unterschiedlich die Signale aus den Parteien beim Thema Verkehr sind – und wie schwer deswegen die Arbeit für das Mobilitätsreferat gewesen sei. Ein Lieblingsthema von Dieter Reiter: Sofort bestärkt der Oberbürgermeister seine Kritik an Mobilitätsreferent Georg Dunkel, mit dessen Arbeit er sich in den vergangenen Jahren oft nicht zufrieden zeigte. Wieder duellieren sich zwei Politiker, die eigentlich Koalitionspartner sind.
- 11:51 Uhr: Weiter geht es mit dem Thema Verkehr. München werde oft als Radlhauptstadt bezeichnet, sagt eine Münchnerin in einem Videoeinspieler. Doch aus ihrer Sicht zu Unrecht. Dominik Krause richtet sich in seinem Sitz auf, es ist eines der wichtigsten Themen für den Grünen-Politiker. Krause berichtet, dass er sich oft den Vorwurf „Autohasser“ gefallen lassen muss. Baumgärtner fordert, in der Verkehrspolitik „Prioritäten zu setzen“. Aus Sicht des CSU-Politikers gehört dazu vor allem der U-Bahnausbau. Warum die CSU dann die Trambahn-Westtangente nicht befürworte, erkundigt sich Krause. Baumgärtners Antwort: „Eine Trambahn, da, wo sie gebraucht wird. Der Bus hätte an der Stelle auch ausgereicht.“ Diesmal ist es Dieter Reiter, der sich zunächst zurückhält. Dann sagt er: „Der Radwegbau sei nicht ein finanzielles Problem“, das sei eher eine Scheindiskussion. Wie Baumgärtner spricht der Oberbürgermeister von „Prioritäten setzen“. Oberste Priorität habe der öffentliche Nahverkehr – „nur darüber geht die Verkehrswende“. Reiter kritisiert, dass die S-Bahn vernachlässigt wurde – verantwortlich ist hier der Freistaat.
- 11.33 Uhr: Vor wenigen Tagen hatte Dieter Reiter gefordert, die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen (SEM) im Münchner Norden zu stoppen, wo Wohnraum geschaffen werden soll. Er plädiert für einen Neuanfang ohne Drohungen von Enteignungen der Grundbesitzer. Dominik Krause dagegen wundert sich, dass der Oberbürgermeister plötzlich von der SEM abrückt, obwohl es im gemeinsamen Wahlprogramm von 2020 stehe – und sogar im aktuellen Wahlprogramm der SPD. Clemens Baumgärtner schaut zu, wie sich die Koalitionspartner beharken, und meldet sich dann zu Wort. Auch der CSU-Politiker ist der Meinung, dass es richtig ist, die SEM abzusagen. SZ-Ressortleiter René Hofmann ringt den Kandidaten noch eine konkrete Antwort ab. Welches Versprechen geben sie den Wählerinnen und Wählern, wann findet der erste Spatenstich statt im Münchner Norden? Reiter: „In spätestens fünf Jahren.“ Krause: „Innerhalb der nächsten Periode.“ Baumgärtner: „2027.“ Ein Raunen geht durch den Saal. Eher ein ungläubiges bei dem Dauerthema SEM.
- 11.22 Uhr: Die Diskussion beginnt mit dem Thema, das viele umtreibt: die hohen Mieten. Seit 2014 ist der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter in München um 50 Prozent gestiegen. In einem Videoeinspieler berichtet eine Studentin von ihrer Situation: Sie wohnt am Stadtrand bei ihrer Oma, eine eigene Wohnung kann sie sich nicht leisten. Wie kann die Politik da gegensteuern? Dieter Reiter sagt: „Wir müssen als Stadt bezahlbare Wohnungen bauen. Wir müssen schauen, dass die Mieten nicht weiter explodieren.“ Dominik Krause erklärt, ihm sei vor allem wichtig, künftig die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen in Wohnraum voranzutreiben. Er kann sich dafür eine „Umwandlungsagentur“ vorstellen. Clemens Baumgärtner dagegen schlägt vor, die Immobilienfirmen zu entlasten: sie nicht mehr zu so vielen Vorgaben zu verpflichten, sondern Anreize für sie zu schaffen.
- 11.10 Uhr: Der Saal im Residenztheater ist gut gefüllt. Auf die erste Frage antwortet Oberbürgermeister Dieter Reiter gewohnt lässig. Wie sehr er dem Ministerpräsidenten Markus Söder zu Dank verpflichtet ist, dass der die Altersgrenze für Oberbürgermeister aufgehoben hat und er nun noch einmal antreten kann? „Der Ministerpräsident macht grundsätzlich nur gute Dinge“, sagt Reiter mit einem Augenzwinkern. Der 67-Jährige nimmt in der Mitte Platz, links von ihm Dominik Krause, rechts von ihm Clemens Baumgärtner.
- 11 Uhr: Zwei Wochen vor der Wahl treffen drei OB-Kandidaten beim Triell der Süddeutschen Zeitung aufeinander. Im Residenztheater nehmen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der Zweite Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) und der ehemalige Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) Stellung zu den drängendsten Themen der Stadt. Moderiert wird die Veranstaltung von Ulrike Heidenreich und René Hofmann, den beiden Ressortleitern für München, die Region und Bayern.
- Das sind die drei Kandidaten im Überblick:
Der Pragmatiker
Dass sich Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) am 8. März erneut zur Wahl des Münchner Oberbürgermeisters stellen kann, hat er ironischerweise dem CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder zu verdanken: Der initiierte vor drei Jahren, dass die Altersgrenze für Landräte und Bürgermeister in Bayern aufgehoben wurde; bis dahin durften sie beim Amtsantritt nicht älter als 66 Jahre sein. Die Gesetzesänderung eröffnete dem inzwischen 67 Jahre alten Reiter die Möglichkeit, in diesem Jahr ein weiteres Mal anzutreten.
Seine erste Amtszeit begann 2014, die zweite 2020 – beide Male setzte er sich jeweils in der Stichwahl gegen Konkurrenz aus der CSU durch, erst gegen Josef Schmid, dann gegen Kristina Frank. Als Reiter 2014 die Nachfolge seines Parteikollegen Christian Ude übernahm, der damals noch aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte, beendete er eine fast 25 Jahre bestehende rot-grüne Koalition im Stadtrat und regierte mit einer schwarz-roten Mehrheit. Weil die Grünen 2020 stärkste Fraktion wurden und mit den Christsozialen keine Mehrheit mehr möglich war, stand Reiter in den vergangenen sechs Jahren wieder einem Bündnis mit den Grünen vor, diesmal mit seiner SPD als Juniorpartner. Er hat den Koalitionspartner freilich oft spüren lassen, dass er mit der CSU glücklicher wäre.
Der diplomierte Verwaltungswirt arbeitet seit dem Abschluss seines Studiums bei und für die Landeshauptstadt München, zunächst in verschiedenen Funktionen in der Stadtkämmerei. 2009 wurde er vom Stadtrat zum Referenten für Arbeit und Wirtschaft gewählt, aus diesem Amt heraus bewarb er sich dann erfolgreich als Oberbürgermeister. Seine bisherige Amtszeit war geprägt von globalen Krisen, erst die Flüchtlingswelle 2015, zu Beginn der Zwanzigerjahre dann die Corona-Pandemie.
Reiter versteht sich als lösungsorientierter Pragmatiker, nicht als Ideologe. In der Parteiarbeit engagiert er sich nicht sonderlich, ein Amt in der Münchner SPD hatte er nie. Trotzdem kürten ihn die hiesigen Sozialdemokraten mit einer überwältigenden Mehrheit im November zu ihrem offiziellen OB-Kandidaten. In seiner Dankesrede sagte Reiter, er wolle „mit Hirn, Herz und Handlungen“ die Stadt gestalten. Wichtigster Punkt in seiner Politik ist bezahlbarer Wohnraum; das Thema Wohnen und Mieten stand bereits 2020 ganz oben auf seiner Agenda.
Der Sachliche
Zumindest indirekt hat es auch Dominik Krause (Grüne) der Aufhebung der Altersgrenze zu verdanken, dass er nun für seine Partei als OB-Kandidat antritt. Dabei ist Krause erst 35 Jahre alt und damit nur unwesentlich älter als es Hans-Jochen Vogel (SPD) war, als dieser 1960 mit 34 Jahren zum jüngsten Oberbürgermeister der Münchner Geschichte gewählt worden ist.
Ursprünglich hatte sich Krauses Parteifreundin Katrin Habenschaden gute Chancen bei der OB-Wahl 2026 ausgerechnet, doch als klar war, dass sie dann erneut gegen Dieter Reiter antreten müsse, zog sie sich im Herbst 2023 aus der Politik zurück und wechselte zur Deutschen Bahn. Das Amt des Zweiten Bürgermeisters übernahm damals Dominik Krause, bis dahin Co-Vorsitzender der Fraktion von Grünen und Rosa Liste.
Bei den Münchner Grünen hatte Krause zu dieser Zeit schon alle Führungspositionen durchlaufen: Er war Chef der Grünen Jugend (von 2012 bis 2014), dann auch des Kreisverbands (2019/2020), schließlich Vorsitzender der Stadtratsfraktion (2022/23). In den Stadtrat gewählt wurde er erstmals 2014, also mit 23 Jahren.

:Panaschieren, kumulieren oder nur ein Kreuz setzen – was bei der Wahl zu beachten ist
Mehr als ein Dutzend Oberbürgermeister-Kandidaten und ein riesiger Stimmzettel, auf dem für den Stadtrat 80 einzelne Stimmen vergeben werden können – was bei der Kommunalwahl zu beachten ist.
Nach seinem Zivildienst hatte Krause Physik an der TU München studiert; in seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit dem Energiesystem der bayerischen Landeshauptstadt. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er eine Energiewende propagiert. Und als passionierter Radfahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs kann er auch auf eigene praktische Erfahrungen verweisen, wenn er sich für eine Verkehrswende engagiert. Auf einen Dienstwagen, der ihm als Bürgermeister zustehen würde, hat Krause verzichtet.
Als Dieter Reiter im vorigen Jahr wegen einer Schulter-Operation mehrere Wochen krankgeschrieben war, führte Krause als sein erster Stellvertreter die Amtsgeschäfte ohne größere Aufregung weiter. Diese Phase habe ihn ermuntert und ermutigt, die Stadt auch über einen längeren Zeitraum zu regieren und zu gestalten, sagte er unlängst in einer Gesprächsrunde. In Rathaus-Kreisen gilt Dominik Krause als korrekt und durchaus abwägend. „Er trifft niemals eine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, sagt die Fraktionsvorsitzende Mona Fuchs: „Er trifft sie immer aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen.“
Der Markante
Obwohl die CSU ihren OB-Kandidaten Clemens Baumgärtner bereits sehr früh benannt hatte, nämlich im Juli 2024, präsentierte sie der breiten Öffentlichkeit auf den Wahlkampfplakaten und -bildern lange Zeit nur eine dicke, runde, blaue Brille. Erst in jüngerer Vergangenheit wurde das Gesicht dahinter zunehmend sichtbar.
Baumgärtner hat seine Kampagne ganz auf diese Brille abgestellt. Mit einer gewisser Selbstironie verriet er einmal, dass er mit dem markanten Gestell die Blicke von seiner Leibesfülle ablenken wolle. Inzwischen hat er zwar deutlich abgenommen, die Brille ist als Markenzeichen geblieben.
Im Rennen um den OB-Sessel hat der 49-Jährige eine schwierigere Ausgangsposition als seine Konkurrenten Reiter und Krause: Im Gegensatz zu denen kann er nicht aus einem Amt heraus kandidieren, ist also nicht schon dank einer Funktion in der Öffentlichkeit präsent.

:81 Versprechen für München – was hat Grün-Rot wirklich geschafft?
Sechs Jahre lang hat die SZ überprüft, was aus dem Koalitionsvertrag eingelöst wurde – von Wohnen, über Radfahren bis Kitas. Die große Bilanz im interaktiven München-Tracker.
Der Wirtschaftsanwalt Baumgärtner war 2018 als Nachfolger seines Parteifreunds Josef Schmid zum Referenten für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt gewählt worden; als solcher war er auch für das Oktoberfest verantwortlich. Aus dieser prestigeträchtigen Position wurde Baumgärtner dann am Ende seiner Amtszeit abgewählt, weil die SPD ihren Kandidaten Christian Scharpf an seiner Stelle installieren wollte. Seit März 2025 ist Baumgärtner deshalb ohne ein städtisches Amt. Für den OB-Wahlkampf hat er sich ein Jahr Zeit genommen, in dieser Zeit lebe er von Erspartem, teilte er mit.
In der sichersten und wirtschaftlich stärksten Großstadt Deutschlands setzt Baumgärtner in seinem Wahlkampf schwerpunktmäßig auf die Themen Sicherheit und Wirtschaft – klassische Gebiete der CSU. „Ideologie und Bevormundung lehne ich ab“, sagt Baumgärtner, er stehe „für eine pragmatische und sachorientierte Politik“. Wer das bezweifelt, den verweist er darauf, dass er im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching zwischen 2012 und 2018 einem schwarz-grünen Bündnis vorgestanden habe.
In seine Amtszeit als Wirtschaftsreferent fallen der Umzug der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA von Frankfurt nach München und die Ansiedlungen von global tätigen Unternehmen wie Apple und Google. Außerdem gilt er als der Mann hinter den zehn Großkonzerten der britischen Pop-Sängerin Adele auf dem Riemer Messegelände im August 2024.





















